Almiros-Quelle
Die Almiros-Quelle (griechisch Πηγή Αλμυρού, übersetzt »Salzige Quelle«) ist eine brackige Karstquelle auf der griechischen Insel Kreta, etwa 10 km westlich von Heraklion. Sie liegt bei der Siedlung Amoudara nahe der Aftokinitodromos 90 und gilt wegen ihrer Wassermenge und ihrer Nähe zur Inselhauptstadt als wirtschaftlich bedeutsam.
Trotz hoher Schüttungswerte ist das Wasser wegen seines hohen Chloridgehalts nicht direkt als Trinkwasser nutzbar. Damit gehört die Almiros-Quelle zu jenen Karstquellen Kretas, bei denen Meerwasser durch das zerklüftete Gestein in Küstennähe eindringt.

| Lage | ca. 10 km westlich von Heraklion, bei Amoudara, Kreta |
| Typ | brackige Karstquelle |
| Schüttung (jahreszeitlich) | 3,5 bis 50 m³/s |
| Schüttung (Jahresmittel) | 7,5 m³/s |
| Einzugsgebiet | 300 bis 500 km² (Angaben variieren) |
| Chloridgehalt | 30 bis 6000 mg/l |
| Schutzanlage | 12 Meter hoher Betonwall, errichtet 1976 |
| Anlagestatus (2023) | nicht mehr in Betrieb |
| Abfluss | gleichnamiger Fluss Almyros, Länge ca. 2 km |
| Literaturbezeichnung | teils als »Almiros Heraklion« geführt |
Lage und Erscheinungsbild
Die Quelle liegt westlich der Siedlung Amoudara, unmittelbar neben der Schnellstraße Aftokinitodromos 90. Das austretende Wasser zeigt eine auffällig tiefblaue Färbung, die für größere Karstquellen im Mittelmeerraum typisch ist.
Das Einzugsgebiet wird in der Literatur unterschiedlich angegeben; die Schätzungen reichen von 300 bis 500 km². Diese Schwankungsbreite spiegelt die Unsicherheit wider, die bei der hydrogeologischen Abgrenzung verkarsteter Gebirgsräume üblich ist.
Wie stark schwankt die Schüttung?
Die Schüttung der Almiros-Quelle unterliegt starken jahreszeitlichen Schwankungen. Sie reicht von 3,5 m³/s in trockenen Perioden bis zu 50 m³/s nach ergiebigen Niederschlägen. Der Jahresmittelwert liegt bei 7,5 m³/s.
Diese Variabilität ist für Karstquellen charakteristisch: Das weitverzweigte Kluftsystem im Untergrund leitet Niederschlagswasser rasch weiter, während in Trockenzeiten kaum Nachspeisung stattfindet.
Warum ist das Wasser salzig?
Kreta besitzt zahlreiche Karstquellen. In Küstennähe dringt über das stark zerklüftete Kalkgestein Meerwasser in die Grundwasserleiter ein. Dieser Vorgang wird als Salzwasserintrusion bezeichnet und tritt bei mehreren Quellen der Insel auf.
Bei der Almiros-Quelle führt diese Intrusion zu einem Chloridgehalt zwischen 30 und 6000 mg/l. Die Spanne ist groß, weil der Eintrag von Meerwasser je nach Wasserstand und Jahreszeit variiert. Wegen dieses Befunds trägt die Quelle den Namen »Almiros« (»die Salzige«). Da es auf Kreta mehrere gleichnamige Quellen gibt, wird sie in der Fachliteratur teils als »Almiros Heraklion« bezeichnet.
Nutzung und wirtschaftliche Bedeutung
Wegen der hohen Schüttung und der kurzen Entfernung zur Inselhauptstadt wurde die Quelle früh als potenzielle Wasserressource betrachtet. Der Chloridgehalt überschreitet jedoch mit Werten bis zu 6000 mg/l die Grenzwerte für Trinkwasser deutlich, sodass eine direkte Nutzung ohne aufwändige Aufbereitung nicht möglich ist.
Das abfließende Wasser bildet den gleichnamigen Fluss Almyros, der etwa 2 km lang ist. Dieser versorgt teils das Kraftwerk Linoperamata und teils das Feuchtgebiet Almyros.
Was hatte der Betonwall von 1976 für eine Funktion?
Um die Salzwasserintrusion zu reduzieren, wurde 1976 um die Quelle ein 12 Meter hoher Betonwall errichtet. Dieser sollte den hydrostatischen Druck des Süßwassers erhöhen, damit weniger Meerwasser in das Quellsystem einströmt.
Das Prinzip beruht auf der Dichteunterdrückung: Steht die Süßwassersäule hoch genug, wird das schwerere Salzwasser aus den Karsthohlräumen zurückgedrängt. Stand 2023 ist die Anlage jedoch nicht mehr in Betrieb.

Häufige Fragen
Wo genau liegt die Almiros-Quelle auf Kreta?
Die Quelle liegt etwa 10 km westlich von Heraklion, bei der Siedlung Amoudara, direkt neben der Schnellstraße Aftokinitodromos 90.
Kann man das Wasser der Almiros-Quelle trinken?
Nein. Der Chloridgehalt schwankt zwischen 30 und 6000 mg/l und liegt damit über den Grenzwerten für Trinkwasser. Eine direkte Nutzung ohne Aufbereitung ist nicht möglich.
Woher kommt der Salzgehalt der Quelle?
In Küstennähe dringt über das zerklüftete Kalkgestein Meerwasser in das Grundwassersystem ein. Diesen Vorgang nennt man Salzwasserintrusion. Er tritt bei mehreren Karstquellen Kretas auf.
Wofür wurde der Betonwall um die Quelle errichtet?
Der 12 Meter hohe Betonwall wurde 1976 gebaut, um durch erhöhten hydrostatischen Druck das Eindringen von Meerwasser in die Quelle zu vermindern. Stand 2023 ist die Anlage nicht mehr in Betrieb.
Welchen Fluss speist die Almiros-Quelle?
Das Quellwasser fließt in den gleichnamigen Fluss Almyros, der knapp 2 km lang ist. Er versorgt das Kraftwerk Linoperamata und das Feuchtgebiet Almyros.
Warum gibt es mehrere Quellen namens Almiros auf Kreta?
Kreta besitzt viele Karstquellen, bei denen Meerwasser durch das zerklüftete Gestein eindringt und das Wasser brackig macht. Mehrere dieser Quellen tragen daher den Namen »Almiros«. Um Verwechslungen zu vermeiden, wird die Quelle bei Heraklion in der Fachliteratur teils als »Almiros Heraklion« bezeichnet.
Wie groß ist die Schüttung der Almiros-Quelle?
Die Schüttung schwankt jahreszeitlich zwischen 3,5 und 50 m³/s; der Jahresmittelwert beträgt 7,5 m³/s. Diese starken Schwankungen sind typisch für Karstquellen.
Quellen
- Wikipedia: Almiros-Quelle — Faktengrundlage dieses Eintrags