Angerlloch
Das Angerlloch ist eine aktive Karsthöhle im Estergebirge, gelegen auf etwa 890 Metern Höhe am Osthang des Simetsbergs im Gemeindegebiet von Wallgau, Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Mit einer vermessenen Länge von 1469 Metern und einem Höhenunterschied von rund 40 Metern zählt sie zu den erschlossenen Wasserhöhlen Oberbayerns.
Wegen ihrer Nähe zum Ort ist die Höhle seit Langem bekannt und vollständig erforscht. Sie dient Höhlenforschern als Trainingsgelände und wird für Rettungsübungen sowie Jugendführungen genutzt.

| Lage | Wallgau, Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Bayern |
| Gebirge | Estergebirge, Osthang des Simetsbergs |
| Höhe der Eingänge | ca. 890 m ü. NN |
| Höhlentyp | Aktive Karstwasserhöhle |
| Vermessene Länge | 1469 m |
| Höhenunterschied | ca. 40 m |
| Eingänge | 2 benachbarte Eingänge, Abstand ca. 10 m |
| Geotop-Status | Wertvolles Geotop, Geotop-Nr. 180H001 (Bayerisches Landesamt für Umwelt) |
| Wintersperre | 1. Oktober bis 30. April (Fledermausschutz, Anordnung Naturschutzbehörde) |
| Entfernung Walchensee | knapp 2 km Luftlinie südöstlich |
Lage und Zugänglichkeit
Das Angerlloch liegt am Osthang des Simetsbergs auf etwa 890 Metern Höhe, knapp zwei Kilometer Luftlinie südöstlich des Walchensees. Die Höhle gehört zum Gemeindegebiet von Wallgau und ist über zwei benachbarte Eingänge erreichbar, die etwa zehn Meter voneinander entfernt sind.
Beide Eingänge sind mit Stahlgittern versicherbar, die während der Wintersperre geschlossen werden. Der untere Eingang steht zur Zeit der Schneeschmelze und nach starken Niederschlägen regelmäßig unter Wasser.
Wie ist die Höhle aufgebaut?
Das Angerlloch ist eine aktive Wasserhöhle: Ein Höhlenbach durchzieht die Anlage und prägt ihre Morphologie. Die Gänge folgen zwei sich kreuzenden Kluftrichtungen und sind auf zwei Etagen angelegt.
Der Bach passiert mehrere Siphonstrecken, einen Wasserfall, Sinterbecken, Gumpen und mehrere Seen. Im ersten Abschnitt verläuft der Weg weitgehend bachbegleitend bis zu einem großen Siphon, dem sogenannten Volksbad.
Den Namen »Volksbad« trägt dieser Siphon wegen der steilen, glatten Wände, die bei der Umgehung erklettern werden müssen – ein Manöver, das erfahrungsgemäß häufig spektakulär misslingt. Hinter dieser Umgehung befand sich früher ein Höhlenbuch am Kristallsiphon.
Was erwartet Höhlenforscher im tiefsten Teil?
Der tiefste Bereich der Höhle stellt die höchsten Anforderungen. Um voranzukommen, muss der 25 Meter lange Kristallsiphon abgehebelt und durchwatet werden.
Anschließend ist eine fünf Meter hohe Lehmwand zu erklimmen, gefolgt von einem Abseilen in einen sieben Meter tiefen Schacht, der zum Eisensee führt. Diese Abfolge macht eine vollständige Ausrüstung mit Seil und Klettergurt zwingend erforderlich.
Für wen ist das Angerlloch geeignet?
Eine Befahrung empfiehlt sich ausschließlich für erfahrene Höhlenforscher mit geeigneter Ausrüstung. Dazu gehören Bergschuhe, Klettergurt, Seil, Overall, Helm, Stirnlampe sowie ausreichend Batterien.
Gleichzeitig wird das Angerlloch wegen seiner Talnähe und seines überschaubaren Zugangs für Trainingsbefahrungen, Höhlenrettungsübungen und Führungen mit Jugendgruppen genutzt.
Schutzstatus und Wintersperre
Die Höhle dient als Winterquartier für Fledermäuse. Auf Anordnung der Naturschutzbehörde gilt daher jährlich vom 1. Oktober bis 30. April ein Betretungsverbot, das auf einer Verordnung des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen vom 3. November 1989 beruht.
Außerhalb der Sperrzeit ist das Angerlloch vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als wertvolles Geotop ausgewiesen (Geotop-Nummer 180H001).
Häufige Fragen
Wie lang ist das Angerlloch?
Die Höhle weist eine vermessene Länge von 1469 Metern auf. Der Höhenunterschied zwischen dem tiefsten und dem höchsten Punkt beträgt rund 40 Meter.
Wann ist das Angerlloch wegen Fledermausschutz gesperrt?
Das Betretungsverbot gilt jährlich vom 1. Oktober bis 30. April. Grundlage ist eine Verordnung des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen vom 3. November 1989. Beide Eingänge werden in diesem Zeitraum mit Stahlgittern verschlossen.
Welche Ausrüstung ist für eine Befahrung notwendig?
Empfohlen werden Bergschuhe, Klettergurt, Seil, Overall, Helm und Stirnlampe mit ausreichend Ersatzbatterien. Die Höhle eignet sich nur für erfahrene Höhlenforscher, da unter anderem ein sieben Meter tiefer Schacht abgeseilt und ein 25 Meter langer Siphon durchwatet werden muss.
Was ist das »Volksbad« im Angerlloch?
Das Volksbad ist ein großer Siphon im vorderen Teil der Höhle. Seinen Namen trägt er wegen der steilen, glatten Wände, die zur Umgehung erklettern werden müssen – ein Manöver, das nach Beobachtung von Höhlenforschern häufig misslingt.
Ist das Angerlloch ein offiziell anerkanntes Geotop?
Ja. Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat das Angerlloch als wertvolles Geotop eingestuft. Die Geotop-Nummer lautet 180H001.
Wie viele Eingänge hat das Angerlloch?
Die Höhle verfügt über zwei benachbarte Eingänge mit einem Abstand von rund zehn Metern. Der untere Eingang kann nach starken Niederschlägen oder während der Schneeschmelze überflutet sein.
Wo genau liegt das Angerlloch?
Das Angerlloch befindet sich im Estergebirge am Osthang des Simetsbergs auf etwa 890 Metern Höhe, im Gemeindegebiet von Wallgau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Bayern). Es liegt knapp zwei Kilometer Luftlinie südöstlich des Walchensees.
Quellen
- Wikipedia: Angerlloch — Faktengrundlage dieses Eintrags