Anton-Völkel-Grotte
Die Anton-Völkel-Grotte ist eine natürliche Karsthöhle am Nordnordosthang des Schelmbachsteins bei Königstein im oberpfälzischen Landkreis Amberg-Sulzbach. Überregionale Bekanntheit erlangte sie 1933, als dort eine kommunistische Geheimdruckerei polizeilich ausgehoben wurde.
Im Höhlenkataster Fränkische Alb wird sie unter der Nummer A 33 geführt. Der tiefe Einstiegsschacht macht sie nur für erfahrene Höhlengeherinnen und -geher mit geeigneter Ausrüstung befahrbar.

| Typ | Natürliche Karsthöhle, Schachthöhle |
| Lage | Am Nordnordosthang des Schelmbachsteins, rund 3000 m westlich von Königstein, Bayern |
| Gesamtlänge | ca. 40 m |
| Hauptraum | ca. 25 m lang, 16 m breit, bis zu 8 m hoch |
| Einstiegsschacht | 12 m tief |
| Eingang | Schmal, ca. 1 m hoch, am Felsen versteckt |
| Katasternummer | A 33 (Höhlenkataster Fränkische Alb) |
| Namensgebung | Nach dem am 10. Mai 1923 tödlich verunglückten Höhlenforscher Anton Völkel |
| Vermessungen | 1932 durch Richard Spöcker, 1967 durch Fritz Huber |
| Schutzstatus | Nicht befahrbar Oktober bis April (Fledermausschutz) |
Lage und Zugang
Die Höhle liegt am Nordnordosthang des 514,9 m ü. NN hohen Schelmbachsteins, etwa 3000 Meter westlich der evangelischen Kirche St. Georg in Königstein. Der Eingang ist an einem Felsen versteckt, schmal und rund einen Meter hoch.
Nach einem etwa zehn Meter langen, niedrigen Eingangsgang öffnet sich ein zwölf Meter tiefer Schacht. Dieser Schacht erfordert entsprechende Abseilausrüstung und Erfahrung im Höhlengehen; eine eigenständige Begehung ohne Vorbereitung ist nicht möglich.
Beschreibung der Höhle
Der größte Raum der Höhle schließt sich unterhalb des Schachts an. Er misst rund 25 Meter in der Länge und 16 Meter in der Breite bei einer maximalen Höhe von acht Metern. Die Gesamtausdehnung der Höhle beläuft sich auf etwa 40 Meter.
Im Inneren finden sich Tropfsteine, Versinterungen sowie ein kleines Wasserbecken. Die Ausstattung ist damit für eine Karsthöhle der Region charakteristisch, ohne spektakuläre Tropfsteinformationen zu bieten.
Geschichte: Wie wurde die Höhle zum Widerstandsort?
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 nutzte der Nürnberger Kommunist Ludwig Göhring die abgelegene Höhle als Standort einer geheimen Druckerei. Dort wurden Flugblätter gegen das NS-Regime hergestellt. Unterstützung erhielt er von Kunigunde Schwab und Frida Spöcker, der Ehefrau des Höhlenforschers Richard Spöcker.
Im August 1933 flog die Druckerei auf; Ludwig Göhring wurde verhaftet. In der Folge verbrachte er mehr als elf Jahre in verschiedenen Gefängnissen sowie in den Konzentrationslagern Dachau, Flossenbürg und Neuengamme. Er überlebte und starb 1999 im Alter von 89 Jahren.

Erforschung und Vermessung
Die Höhle trägt den Namen des Höhlenforschers Anton Völkel, der am 10. Mai 1923 bei einem Höhlenunfall tödlich verunglückte. Eine Gedenktafel für ihn befindet sich nördlich der Ortschaft Streitberg nahe der Binghöhle.
Richard Spöcker vermaß die Höhle erstmals im Jahr 1932; seine Ergebnisse flossen in die Abhandlungen der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg ein. Eine zweite Vermessung führte Fritz Huber 1967 durch, dessen Ergebnisse im zweiten Band seiner Dokumentation der Höhlen des Karstgebiets A um Königstein veröffentlicht wurden.
Umgebende Höhlen am Schelmbachstein
Am selben Berg befinden sich zwei weitere Höhlen: die Durchgangshöhle Sonnenuhr und die Schachthöhle Breitensteiner Bäuerin. Zusammen mit der Anton-Völkel-Grotte bilden sie einen räumlich konzentrierten Karstbereich, der wissenschaftlich und topografisch gut dokumentiert ist.
Besuch: Was ist bei der Befahrung zu beachten?
Die Höhle ist ganzjährig formal zugänglich, jedoch aus Gründen des Höhlenschutzes und wegen überwinternder Fledermäuse von Oktober bis April nicht zu befahren. Das Verbot gilt dem Schutz der Tiere, die die Höhle als Winterquartier nutzen.
Der zwölf Meter tiefe Schacht setzt Seiltechnik und Erfahrung im Höhlengehen voraus. Personen ohne entsprechende Ausrüstung und Kenntnisse sollten die Höhle nicht eigenständig betreten.

Häufige Fragen
Wo genau liegt die Anton-Völkel-Grotte?
Die Höhle liegt am Nordnordosthang des Schelmbachsteins, rund 3000 Meter westlich der evangelischen Kirche St. Georg in Königstein im Landkreis Amberg-Sulzbach, Bayern. Der Eingang befindet sich versteckt an einem Felsen und ist nur einen Meter hoch.
Wie groß ist die Anton-Völkel-Grotte?
Die Gesamtlänge der Höhle beträgt etwa 40 Meter. Der Hauptraum misst rund 25 Meter in der Länge, 16 Meter in der Breite und ist bis zu acht Meter hoch. Der Einstiegsschacht ist zwölf Meter tief.
Wer darf die Höhle befahren?
Aufgrund des tiefen Schachts ist die Befahrung nur erfahrenen Höhlengeherinnen und -gehern mit geeigneter Ausrüstung möglich. Von Oktober bis April ist die Höhle wegen überwinternder Fledermäuse und des Höhlenschutzes nicht zu betreten.
Was hat die Anton-Völkel-Grotte mit dem Nationalsozialismus zu tun?
1933 betrieb der Nürnberger Kommunist Ludwig Göhring in der Höhle eine Geheimdruckerei, in der Flugblätter gegen das NS-Regime hergestellt wurden. Im August 1933 wurde er verhaftet und anschließend über elf Jahre in Gefängnissen und den Konzentrationslagern Dachau, Flossenbürg und Neuengamme festgehalten.
Nach wem ist die Höhle benannt?
Die Höhle trägt den Namen des Höhlenforschers Anton Völkel, der am 10. Mai 1923 tödlich verunglückte. Eine Gedenktafel für ihn befindet sich nördlich von Streitberg nahe der Binghöhle.
Wann wurde die Höhle vermessen?
Richard Spöcker nahm 1932 die erste Vermessung vor. Fritz Huber führte 1967 eine zweite Vermessung durch. Beide Arbeiten sind in Fachpublikationen dokumentiert.
Gibt es weitere Höhlen in der Nähe?
Am Schelmbachstein liegen außerdem die Durchgangshöhle Sonnenuhr und die Schachthöhle Breitensteiner Bäuerin. Das gesamte Gebiet gehört zum gut erforschten Karstbereich um Königstein.
Quellen
- Wikipedia: Anton-Völkel-Grotte — Faktengrundlage dieses Eintrags