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Aven Armand

Aven Armand ist eine Karsthöhle auf dem Causse Méjean nahe Meyrueis im französischen Département Lozère, auf einer Meereshöhe von 970 m gelegen. Bekannt ist sie vor allem für ihren Hauptsaal mit mehr als 400 Stalagmiten, darunter sogenannte Tellerstapelstalagmiten von bis zu 30 m Höhe, die zu den größten weltweit zählen.

Den Namen trägt die Höhle nach Louis Armand, einem Schmied aus dem Weiler Le Rozier, der am 19. September 1897 als erster Mensch planmäßig in sie hinabstieg.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Aven Armand
Aven Armand GrotteFoto: Sir Francis Verney · CC BY-SA 4.0
LageCausse Méjean, nahe Meyrueis, Département Lozère, Frankreich
Meereshöhe970 m
TypVertikaler Naturschacht (Aven) mit angeschlossener Haupthalle
Tiefe des Hauptschachtsca. 75 m vertikal
Hauptsaal110 m lang, 60 m breit, mittlere Höhe 45 m; Boden ca. 60 m unter der Oberfläche
Stalagmitenmehr als 400; größte bis zu 30 m hoch (Tellerstapelstalagmiten)
Entstehungsaltervor etwa 4 Millionen Jahren
Entdeckung19. September 1897 durch Louis Armand
Eröffnung für Touristen11. Juni 1927
Zugang seit 1963208 m langer künstlicher Tunnel mit Standseilbahn

Lage und Name

Das Wort Aven bezeichnet im Französischen einen vertikalen, natürlich entstandenen Schacht im Kalkgestein. Aven Armand liegt auf dem Hochplateau Causse Méjean in der Nähe von Meyrueis auf 970 m Meereshöhe.

Den Beinamen Armand erhielt die Höhle nach ihrem Entdecker Louis Armand, einem Schmied aus dem nahegelegenen Weiler Le Rozier.

Geschichte und Erforschung

Die Existenz des großen Schachts war der Bevölkerung der Umgebung seit jeher bekannt. Der Schacht, auf Französisch cheminée (dt. Schornstein) genannt, verbindet die Haupthalle mit der Erdoberfläche und lässt etwas Tageslicht eindringen. Zahlreiche Knochenfunde belegen, dass Tiere und vereinzelt auch Menschen in ihn hineingestürzt sind.

Seit ackerbauliche Nutzung des Plateaus einsetzte, warfen Bauern störende Feldsteine in den Abgrund. Das zerstörte viele der ursprünglichen Stalagmiten am Boden und hinterließ eine dicke Schuttschicht, die bis heute erhalten ist. Diese Schicht versiegelt zwei weitere Schächte: einen zweiten, nochmals rund 90 m tiefen Schacht sowie einen kleineren.

Am 19. September 1897 ließ sich Louis Armand erstmals planmäßig in die Höhle ab. Er tat dies auf Betreiben des Höhlenforschers Édouard Alfred Martel, der die erste wissenschaftliche Erkundungsexpedition leitete und Armand als Entdecker das Vorrecht des ersten Abstiegs einräumte. Martel bezeichnete die Höhle als einen Traum aus Tausendundeiner Nacht.

Martel riet Armand anschließend zum Kauf und Ausbau der Höhle als Schauhöhle, ein Modell, das Martel mit seiner eigenen Schauhöhle bereits erfolgreich erprobt hatte. Am 11. Juni 1927 wurde Aven Armand schließlich für Touristen geöffnet.

Wie gelangt man in die Höhle?

Die Erschließung war aufwändig, weil die Haupthalle tief unterhalb des Hochplateaus liegt. Seit 1963 führt ein 208 m langer künstlicher Tunnel mit einer Standseilbahn direkt zur Haupthalle.

Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten und Eintritt sind auf der offiziellen Website der Höhle zu finden.

Aven Armand
Forêt de stalagmitesFoto: No machine-readable author provided. Bobbylamouche~commonswiki assumed (based on copyright claims). · CC BY-SA 3.0

Geologie: Entstehung und Aufbau

Die Grotte entstand vor etwa vier Millionen Jahren, als Wasser das Kalkgestein des Causse Méjean auflöste und sich vertikal einarbeitete. Die Schachtform der verbindenden Röhren ist ein direktes Erbe dieser Entstehungsweise.

Der Hauptsaal misst 110 m in der Länge, 60 m in der Breite und weist eine mittlere Höhe von 45 m auf. Der Hallenboden liegt durchschnittlich 60 m unter der Oberfläche des Plateaus.

Was macht die Stalagmiten von Aven Armand besonders?

Im Hauptsaal stehen mehr als 400 Stalagmiten. Wegen der großen Hallenhöhe bildeten sich hier sogenannte Tellerstapelstalagmiten: Die Tropfen des Sickerwassers fallen nicht immer genau senkrecht, weil ein geringer Luftzug – bedingt durch saisonale Temperaturdifferenzen und Schwankungen des Außenluftdrucks – die Tropfen bei großer Fallhöhe seitlich ablenkt. Dadurch entstehen übereinanderliegende, tellerartige Kalkschichten.

Die größten Exemplare erreichen eine Höhe von 30 m und zählen damit zu den größten Stalagmiten weltweit. Im Durchschnitt wachsen die Strukturen nur wenige Zentimeter pro Jahrhundert.

Grundsätzlich sind die Stalagmiten wegen ihres Kalkgehalts weiß. Natürliche Säuren, die der Regen aus dem Erdreich in die Halle spült, färben sie stellenweise braun bis gräulich.

Der Schacht und seine Schuttschicht

Der namensgebende Hauptschacht, die cheminée, fällt rund 75 m vertikal ab. Am Boden der Haupthalle beginnen ein weiterer, etwa 90 m tiefer Schacht sowie ein kleinerer; beide sind durch die im Laufe der Jahrhunderte angehäufte Geröll- und Steinschicht vollständig versperrt.

Diese Verschüttung ist das Ergebnis zweier Prozesse: Zum einen trieb die natürliche Erosion im Inneren der Höhle Material nach unten, zum anderen warfen Bauern über Jahrhunderte die Lesesteine ihrer Felder in den offen sichtbaren Schacht.

Aven Armand
Stalagmite assiettesFoto: No machine-readable author provided. Bobbylamouche~commonswiki assumed (based on copyright claims). · CC BY-SA 3.0

Häufige Fragen

Wer hat Aven Armand entdeckt?

Louis Armand, ein Schmied aus dem Weiler Le Rozier, stieg am 19. September 1897 als erster Mensch planmäßig in die Höhle hinab. Die erste wissenschaftliche Erkundungsexpedition leitete der Höhlenforscher Édouard Alfred Martel, der Armand als Entdecker den ersten Abstieg überließ.

Wie tief ist der Eingangsschacht?

Der natürliche Schacht, die cheminée, fällt etwa 75 m vertikal ab und verbindet die Haupthalle mit der Erdoberfläche. Touristen benutzen seit 1963 einen 208 m langen künstlichen Tunnel mit Standseilbahn, um zur Halle zu gelangen.

Wie groß ist der Hauptsaal?

Der Hauptsaal ist 110 m lang und 60 m breit bei einer mittleren Höhe von 45 m. Der Hallenboden liegt durchschnittlich 60 m unterhalb der Plateauoberfläche.

Wie hoch sind die größten Stalagmiten?

Die größten Stalagmiten in Aven Armand messen bis zu 30 m und gehören damit zu den größten weltweit. Es handelt sich um sogenannte Tellerstapelstalagmiten, deren charakteristische Form durch einen leichten Luftzug und die große Fallhöhe der Wassertropfen entsteht.

Wann wurde die Höhle für Besucher geöffnet?

Aven Armand wurde am 11. Juni 1927 für Touristen eröffnet. Die Erschließung war aufwändig, weil die Höhle tief unter dem Hochplateau liegt. Der heutige Zugang über Tunnel und Standseilbahn besteht seit 1963.

Warum sind so viele Stalagmiten zerstört?

Bauern der umliegenden Felder warfen über Jahrhunderte Lesesteine in den offen zugänglichen Schacht, da diese beim Pflügen störten. Die Steine zerstörten zahlreiche Stalagmiten am Hallenboden und bildeten eine dicke Schuttschicht, die bis heute erhalten ist.

Wie alt ist Aven Armand?

Die Höhle entstand vor etwa vier Millionen Jahren, als sich Wasser vertikal in das Kalkgestein des Causse Méjean einarbeitete. Die Schachtform der Verbindungsröhren ist ein direktes Merkmal dieser Entstehungsweise.

Quellen

  1. Wikipedia: Aven Armand — Faktengrundlage dieses Eintrags