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Baradla-Domica-Höhlensystem

Das Baradla-Domica-Höhlensystem ist ein Tropfsteinhöhlensystem an der Grenze zwischen Ungarn und der Slowakei. Es liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich von Miskolc und 65 Kilometer südwestlich von Košice und gilt als das größte Stalaktiten-Höhlensystem Europas.

Seit 1995 gehört das System zum UNESCO-Weltnaturerbe Höhlen im Aggteleker und Slowakischen Karst. Beide Länder haben die Höhlen und ihre Umgebung gemeinsam zum Nationalpark erklärt.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Baradla-Domica-Höhlensystem
Domica Cave 22Foto: Jojo, en:Jojo_1, pl:Jojo · CC BY-SA 3.0
TypTropfsteinhöhlensystem (Stalaktiten und Stalagmiten)
LageGrenze Ungarn / Slowakei, Aggteleker Karst
Entfernung zu Miskolc (Ungarn)ca. 50 km nordwestlich
Entfernung zu Košice (Slowakei)ca. 65 km südwestlich
Kartographisch erfasste Fußwegemehr als 23 Kilometer
Anzahl Eingänge6 (Teufelsloch, 2 bei Domica/SK; Aggtelek, Jósvafő, Vörös-See/HU)
Entstehungszeitraumletzte 2 Millionen Jahre
UNESCO-Weltnaturerbe seit1995
Besonderheitgilt als größtes Stalaktiten-Höhlensystem Europas

Lage und Zugänge

Das Höhlensystem erstreckt sich beiderseits der ungarisch-slowakischen Grenze im Aggteleker Karst. Auf slowakischer Seite befinden sich das Teufelsloch sowie zwei Eingänge bei Domica; auf ungarischer Seite gibt es Eingänge bei Aggtelek, Jósvafő und am Vörös-See.

Ungarn zählt mit über 4.000 registrierten Höhlen zu den höhlenreichsten Ländern Europas, und das Baradla-Domica-System stellt das bedeutendste dieser Karstphänomene dar.

Wie entstanden die Höhlen?

Die Hohlräume bildeten sich im Laufe der letzten zwei Millionen Jahre im Kalkgestein des Aggteleker Karstes. Elf Dolinen speisen die unterirdischen Höhlenbäche, die das Gestein allmählich auflösten und die heutigen Gänge und Kammern schufen.

Der episodische Acheron-Bach, dessen Verlauf der Haupttouristenpfad folgt, ist ein anschauliches Beispiel für diese fortlaufende Karstdynamik.

Beschreibung: Kammern, Gänge und Tropfsteine

Das System besteht aus weiträumigen Kammern, die durch schmale Korridore miteinander verbunden sind. Kartographisch erfasst wurden mehr als 23 Kilometer begehbare Fußwege.

Die Stalaktiten und Stalagmiten weisen eine ungewöhnliche Vielfalt an Farben und Formen auf. Dieses Erscheinungsbild zieht Besucherinnen und Besucher nachweislich seit dem frühen 19. Jahrhundert an.

Schutzstatus und Nationalpark

Ungarn und die Slowakei haben das Höhlensystem gemeinsam unter Nationalpark-Schutz gestellt. Die grenzüberschreitende Kooperation war Voraussetzung für die Aufnahme in die UNESCO-Weltnaturerbeliste, die 1995 unter der Bezeichnung »Höhlen im Aggteleker und Slowakischen Karst« erfolgte.

Das Weltnaturerbe umfasst neben dem Baradla-Domica-System weitere Höhlen beider Karstgebiete.

Besuch: Wie ist das Höhlensystem erreichbar?

Für Besuche stehen auf beiden Seiten der Grenze mehrere Eingänge offen. Auf ungarischer Seite dienen Aggtelek, Jósvafő und der Vörös-See als Ausgangspunkte; auf slowakischer Seite ist Domica der zentrale Eingang.

Aktuelle Informationen zu Führungen und Zugang bieten die offizielle Nationalpark-Webseite sowie die Slowakische Höhlenverwaltung.

Häufige Fragen

Wo genau liegt das Baradla-Domica-Höhlensystem?

Das System liegt im Aggteleker Karst an der Grenze zwischen Ungarn und der Slowakei. Von der ungarischen Stadt Miskolc ist es etwa 50 Kilometer nordwestlich, von der slowakischen Stadt Košice etwa 65 Kilometer südwestlich entfernt.

Warum gilt das System als das größte Stalaktiten-Höhlensystem Europas?

Das Baradla-Domica-System weist mehr als 23 Kilometer kartographisch erfasste Fußwege auf und ist damit das flächenmäßig ausgedehnteste Stalaktiten-Höhlensystem des Kontinents. Hinzu kommen zahlreiche weiträumige Kammern mit einer außergewöhnlichen Vielfalt an Tropfsteinformationen.

Seit wann ist das Höhlensystem UNESCO-Weltnaturerbe?

Die Aufnahme in die UNESCO-Weltnaturerbeliste erfolgte 1995 unter der Bezeichnung »Höhlen im Aggteleker und Slowakischen Karst«. Das Erbe umfasst Höhlen beiderseits der ungarisch-slowakischen Grenze.

Wie viele Eingänge hat das Höhlensystem?

Es gibt insgesamt sechs Eingänge. Auf slowakischer Seite sind das das Teufelsloch sowie zwei Eingänge bei Domica; auf ungarischer Seite befinden sich Zugänge bei Aggtelek, Jósvafő und am Vörös-See.

Wie lange dauerte die Entstehung der Höhlen?

Die Hohlräume bildeten sich über die letzten zwei Millionen Jahre im Kalkgestein des Aggteleker Karstes. Elf Dolinen speisen die unterirdischen Bäche, die dabei das Gestein auflösten.

Kann man das Höhlensystem auf eigene Faust erkunden?

Der Haupttouristenpfad folgt dem Verlauf des Acheron-Baches. Für aktuelle Regelungen zu Führungen und Eigenbegehung empfiehlt sich ein Blick auf die offizielle Nationalpark-Webseite oder die Seite der Slowakischen Höhlenverwaltung.

Gibt es auf beiden Seiten der Grenze Zugangsmöglichkeiten?

Ja, das System ist sowohl von Ungarn als auch von der Slowakei aus zugänglich. Die ungarischen Eingänge liegen bei Aggtelek, Jósvafő und am Vörös-See; der bekannteste slowakische Eingang befindet sich bei Domica.

Quellen

  1. Wikipedia: Baradla-Domica-Höhlensystem — Faktengrundlage dieses Eintrags