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Baume du Four

Die Baume du Four (»Ofenbalm«) ist ein Abri – ein überhängender Felsschutz – in der Schlucht der Areuse im Kanton Neuenburg, Schweiz. Die Höhle liegt zwischen den Orten Boudry und Noiraigue nahe dem Neuenburgersee und ist als Kulturgut des Kantons Neuenburg eingetragen.

Archäologische Ausgrabungen erbrachten Funde aus drei verschiedenen vorgeschichtlichen Phasen, die vom Neolithikum bis in die späte Eisenzeit reichen. Die Objekte werden heute im Laténium in Neuenburg aufbewahrt und ausgestellt.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Baume du Four
Beaume du four2Foto: Irpochon · CC BY-SA 3.0
Offizieller NameBaume du Four
Aussprache[bom dy fuʁ]
TypAbri (Felsüberhang / Höhle)
LageAreuse-Schlucht, zwischen Boudry und Noiraigue, Kanton Neuenburg, Schweiz
Breiteca. 59,0 m
Tiefeca. 12,0 m
AusgräberG. Bellenot
Ausgrabungszeitraum1917–1919
FundverwahrungLaténium, Neuenburg
SchutzstatusListe der Kulturgüter in Boudry, Kanton Neuenburg

Lage und geografischer Kontext

Der Abri befindet sich in der Schlucht der Areuse, einem Fluss, der das Val de Travers mit dem schweizerischen Mittelland verbindet. Das Tal gilt als historische Verbindungsroute zwischen dem Mittelland und der Franche-Comté; der Eingang ins Val de Travers trägt deshalb den Namen »Trou de Bourgogne« (Burgunderloch).

Die Baume du Four liegt nahe dem Neuenburgersee, zwischen den Orten Boudry im Westen und Noiraigue im Osten. Die Schlucht der Areuse bildete seit der Vorgeschichte eine natürliche Leitlinie für Menschen, die zwischen dem Jurabogen und dem Mittelland unterwegs waren.

Beschreibung des Abri

Der Felsüberhang ist mit einer Breite von etwa 59,0 m und einer Tiefe von etwa 12,0 m ein vergleichsweise großräumiger Abri. Solche Felsschutzdächer entstehen durch die differentielle Verwitterung von Kalkgestein entlang von Schicht- oder Kluftflächen.

Als Abri bot der Ort Schutz vor Witterung, ohne die vollständige Abgeschlossenheit einer tiefen Höhle. Diese Eigenschaften machten solche Standorte für vorgeschichtliche Bevölkerungen über sehr lange Zeiträume attraktiv.

Wie wurde die Baume du Four archäologisch erschlossen?

G. Bellenot führte zwischen 1917 und 1919 Ausgrabungen in der Höhle durch. Die Grabung legte Schichten aus verschiedenen Vorgeschichtsepochen frei und lieferte das Material, das die drei bekannten Kulturphasen des Platzes dokumentiert.

Eine weiterführende wissenschaftliche Aufarbeitung findet sich im speleologischen Inventar des Kantons Neuenburg, das Raymond Gigon 1976 veröffentlichte.

Welche Kulturen hinterließen Spuren in der Baume du Four?

Die älteste nachgewiesene Nutzung fällt in die Cortaillod-Kultur der Jungsteinzeit, datiert auf etwa 3800 v. Chr. Die Cortaillod-Kultur ist eine charakteristische neolithische Erscheinung am Schweizer Mittelland und an den Jurafußseen.

Eine zweite Besiedlungsphase datiert in die mittlere Bronzezeit, um 1400 v. Chr. Die jüngste Phase gehört zur späten Eisenzeit – konkret zur Stufe La Tène III (La Tène D) –, die dem 1. Jahrhundert v. Chr. entspricht. Damit umfasst die Nutzungsgeschichte des Platzes einen Zeitraum von mindestens 3700 Jahren.

Funde und ihre heutige Aufbewahrung

Die bei der Ausgrabung geborgenen Objekte aus allen drei Kulturphasen werden im Laténium in Neuenburg ausgestellt. Das Laténium ist das archäologische Kantonsmuseum am Ufer des Neuenburgersees und beherbergt Funde aus der gesamten Region.

Die Funde belegen, dass der Abri wiederholt – und nicht durchgehend – aufgesucht wurde, jeweils von Bevölkerungen mit unterschiedlicher materieller Kultur.

Schutzstatus

Die Baume du Four ist in der Liste der Kulturgüter der Gemeinde Boudry im Kanton Neuenburg eingetragen. Diese Einstufung dokumentiert den archäologischen und kulturhistorischen Wert des Platzes und schützt ihn vor ungenehmigten Eingriffen.

Häufige Fragen

Wo genau liegt die Baume du Four?

Die Baume du Four liegt in der Schlucht der Areuse im Kanton Neuenburg, Schweiz, zwischen den Orten Boudry und Noiraigue. Der Standort befindet sich nahe dem Neuenburgersee, am Eingang zum Val de Travers.

Wie groß ist der Abri?

Die Höhle misst etwa 59,0 m in der Breite und etwa 12,0 m in der Tiefe. Diese Ausmaße machen sie zu einem großräumigen Felsüberhang.

Welche Vorgeschichtskulturen sind in der Baume du Four belegt?

Nachgewiesen sind drei Phasen: die Cortaillod-Kultur der Jungsteinzeit (um 3800 v. Chr.), die mittlere Bronzezeit (um 1400 v. Chr.) und die späte Eisenzeit, Stufe La Tène D, im 1. Jahrhundert v. Chr.

Wer hat die Baume du Four ausgegraben?

G. Bellenot führte zwischen 1917 und 1919 Ausgrabungen durch. Die Grabungsergebnisse bildeten die Grundlage für die archäologische Einordnung des Platzes.

Wo sind die Funde aus der Baume du Four heute zu sehen?

Die Funde werden im Laténium ausgestellt, dem archäologischen Kantonsmuseum in Neuenburg am Neuenburgersee.

Was bedeutet der Name »Trou de Bourgogne«?

»Trou de Bourgogne« (Burgunderloch) bezeichnet den Eingang ins Val de Travers. Der Name weist auf die historische Funktion des Areuse-Tals als Verbindungsweg zwischen dem schweizerischen Mittelland und der Franche-Comté hin.

Ist die Baume du Four als Kulturgut geschützt?

Ja. Die Baume du Four ist in der Liste der Kulturgüter der Gemeinde Boudry im Kanton Neuenburg eingetragen und damit offiziell als schützenswertes Kulturgut anerkannt.

Quellen

  1. Wikipedia: Baume du Four — Faktengrundlage dieses Eintrags