Bauschlotter Platte
Die Bauschlotter Platte ist eine rund 80 km² umfassende, wasserarme Karsthochfläche aus triasischem Kalkgestein im nordwestlichen Enzkreis. Sie liegt zwischen den Hängen des Enztals bei Pforzheim im Süden und der Stadt Bretten im Norden. Ihren Namen trägt sie nach dem Ort Bauschlott, der zentral auf der Platte liegt.
Charakteristisch für die Hochfläche sind ihre verkarsteten Muschelkalk-Gesteine, durch die Niederschlagswasser rasch in den Untergrund versickert, sowie großflächige Gebiete ohne jeden oberirdischen Abfluss. Zu den bekanntesten Geotopen zählen die Trichterdolinen Altes und Neues Eisinger Loch sowie die Schwinde Fuchsloch in der Katharinentaler Senke.

| Lage | Nordwestlicher Enzkreis, Baden-Württemberg |
| Fläche | ca. 80 km² |
| Gestein | Oberer Muschelkalk, Keuper (Kalksteine, Mergel, Dolomite) |
| Höhenlage | 280–390 m ü. NHN |
| Naturräumliche Einheit | 125.33 Bauschlotter Platte (Kraichgau / Pfinzhügelland) |
| Größtes abflussloses Gebiet | Katharinentaler Senke, 10,6 km² |
| Tiefe Neues Eisinger Loch | über 45 m (Einsturz 15. Dezember 1966) |
| Wasserschutzgebiet | ca. 72 km², ausgewiesen September 1992 |
| Hauptabflussrichtung (Karst) | nach Norden, entspricht dem Schichtfallen |
Lage und Naturraum
Die Bauschlotter Platte gehört in der Systematik des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands zur Einheit 125.33 innerhalb des Pfinzhügellandes (125.3), das wiederum dem Kraichgau (125) zugeordnet ist. Im Handbuch wird ihr der Korngäutypus zugesprochen, und dem übergeordneten Pfinzhügelland wird wegen seiner Schwarzwaldnähe eine Verwandtschaft zum Oberen Gäu attestiert.
Der nördlichste Punkt der Teileinheit liegt nördlich von Knittlingen. Von dort verläuft die Grenze nach Südosten bis nördlich von Mühlacker und folgt dann dem Enztalrand bis nördlich von Pforzheim. Im Westen orientiert sich die Grenze an den Tälern des Kämpfelbachs und seiner Zuflüsse. Nach Westen, Nordwesten und Norden fehlt eine morphologisch scharfe Grenze; hier geht die Platte fließend in die Hügellandschaft des mittleren Kraichgaus über.
Die überwiegend entwaldeten Hochflächen sind kaum von Tälern zerschnitten; es überwiegen weiche Muldentalformen. Eiszeitliche Lößablagerungen haben einen fruchtbaren Boden entstehen lassen, doch ist die Zahl der Frost- und Eistage im Vergleich zum übrigen Kraichgau erhöht, weil die Platte im Winkel zwischen Schwarzwald und Stromberg liegt.
Geologie: Welche Gesteine bauen die Bauschlotter Platte auf?
Den Untergrund bestimmen Gesteine des Oberen Muschelkalks und des Keupers. Der Muschelkalk stellt den größten Flächenanteil und besteht aus Kalksteinen, Mergeln und Dolomiten. Er ist teilweise verkarstet, was zur Folge hat, dass Niederschlagswasser rasch versickert und direkt ins Grundwasser übergeht, ohne oberirdisch abzufließen.
Die beiden Trichterdolinen Altes und Neues Eisinger Loch bei Eisingen sind an einer Verwerfung entstanden. Ihre Ursache ist die Auslaugung von Gips- und Steinsalzvorkommen im Mittleren Muschelkalk. Das Neue Eisinger Loch brach am 15. Dezember 1966 ein und erreichte bald darauf eine Tiefe von über 45 Meter bei einer Grundfläche von 14 mal 7 Meter. Beide Dolinen zählen zu den bekanntesten Geotopen der Bauschlotter Platte.

Abflusslose Gebiete und Schwinden
Ein prägendes Merkmal der Bauschlotter Platte sind ausgedehnte Karstflächen ohne jeglichen oberirdischen Abfluss. Die Katharinentaler Senke mit 10,6 km² gilt als eines der größten derartigen Gebiete in Deutschland. Ihr zentrales Entwässerungselement ist die Schwinde Fuchsloch, durch die das gesamte Gebietswasser in den Untergrund absinkt.
Eine weitere abflusslose Karstwanne von 3,1 km² befindet sich im Bereich der Anschlussstelle Pforzheim-West der Bundesautobahn 8 sowie des Gewerbegebiets Wilferdinger Höhe. Die natürliche Schwinde dieser Wanne ist die Doline Enzenloch an der tiefsten Stelle des Gebiets.
Wie fließt das Wasser unterirdisch ab?
Hydrogeologische Färbeversuche, die überwiegend in den 1970er Jahren durchgeführt wurden, haben die unterirdischen Fließwege im Karst nachgewiesen. Die Bauschlotter Platte entwässert vorwiegend nach Norden, was dem regionalen Schichtfallen entspricht. Ein wesentliches Entwässerungselement ist der Enzbrunnen an der Salzach südlich von Bretten; von dort setzt sich der Grundwasserleiter nach Norden fort und speist den Schwallenbrunnen bei Bruchsal-Heidelsheim.
Eindeutige Grundwasserscheiden lassen sich nicht ziehen, da sich die Abflüsse an mehreren Punkten aufgabeln. Neben dem Hauptabfluss nach Norden existieren Nebenabflussrichtungen nach Südwesten zum Kämpfelbach und damit zur Pfinz sowie nach Südosten zu Enz-Zuflüssen. Der Versuch mit Wasser aus dem Fuchsloch in der Katharinentaler Senke veranschaulicht die Komplexität: Das Markierungsmittel trat zuerst und überwiegend im rund 10 Kilometer entfernten Enzbrunnen aus; ein Nebenaustritt zeigte sich zudem in der knapp 4 Kilometer entfernten Kämpfelbachquelle.

Wasserversorgung und Siedlungsgeschichte
Die Ortschaften Bauschlott, Göbrichen und Kieselbronn wurden an Quellen gegründet, die aus dem Unteren Keuper austreten, meist über stauenden Mergelschichten. Diese Quellen hatten kleine Einzugsgebiete und lieferten geringe, aber relativ beständige Wassermengen. Heute sind die Gemeinden überwiegend an die Bodensee-Wasserversorgung angeschlossen.
Das Wasserschutzgebiet Bretten, Bauschlotter Platte wurde im September 1992 ausgewiesen. Es umfasst rund 72 km² und soll das Grundwasser in den Einzugsgebieten von Tiefbrunnen bei Bretten und Neulingen-Nußbaum vor Schadstoffeinträgen schützen. Ein Teil der Färbeversuche in den 1970er Jahren diente ausdrücklich dazu, mögliche Gefährdungen von Trinkwasserbrunnen zu ermitteln.
Zielkonflikte: Gewerbe und Trinkwasserschutz in der Katharinentaler Senke
Mitte der 1990er Jahre wies die Stadt Pforzheim zwei Gewerbegebiete innerhalb der Katharinentaler Senke aus. Da die Senke kein oberirdisches Gewässer besitzt und ihr Wasser direkt in den Karst versickert, stellte die Abwasserentsorgung eine besondere Herausforderung dar.
Zum Schutz des Trinkwassers wurde der sogenannte Obsthofstollen als aufwändiges Bauwerk errichtet, das eine kontrollierte Ableitung von Abwässern sicherstellt und den direkten Eintrag in das Karstgrundwasser verhindert.

Häufige Fragen
Was ist die Bauschlotter Platte?
Die Bauschlotter Platte ist eine rund 80 km² große Karsthochfläche aus triasischem Kalkgestein im nordwestlichen Enzkreis, Baden-Württemberg. Sie liegt zwischen Pforzheim im Süden und Bretten im Norden und ist durch das rasche Versickern von Niederschlagswasser in den verkarsteten Muschelkalk geprägt.
Was ist das Neue Eisinger Loch?
Das Neue Eisinger Loch ist eine Trichterdoline bei Eisingen, die am 15. Dezember 1966 einbrach. Sie entstand an einer Verwerfung durch die Auslaugung von Gips- und Steinsalzvorkommen im Mittleren Muschelkalk und erreichte bald nach dem Einsturz eine Tiefe von über 45 Meter bei einer Grundfläche von 14 mal 7 Meter.
Warum hat die Bauschlotter Platte so wenig Oberflächenwasser?
Der verkarstete Obere Muschelkalk lässt Niederschlagswasser rasch versickern, sodass es direkt ins Grundwasser gelangt, anstatt in Bäche oder Flüsse abzufließen. Großflächige Gebiete wie die Katharinentaler Senke (10,6 km²) haben daher gar keinen oberirdischen Abfluss und entwässern ausschließlich über Schwinden in den Untergrund.
Wohin fließt das Grundwasser der Bauschlotter Platte?
Das Grundwasser fließt überwiegend nach Norden, was dem regionalen Schichtfallen entspricht. Es tritt unter anderem am Enzbrunnen an der Salzach südlich von Bretten aus und speist von dort den Schwallenbrunnen bei Bruchsal-Heidelsheim. Daneben gibt es Nebenabflüsse nach Südwesten zur Pfinz und nach Südosten zur Enz.
Was ist die Katharinentaler Senke?
Die Katharinentaler Senke ist ein 10,6 km² großes, abflussloses Karstgebiet auf der Bauschlotter Platte und gilt als eines der größten derartigen Gebiete in Deutschland. Das gesammelte Wasser versickert überwiegend über die zentral gelegene Schwinde Fuchsloch. Das nachgewiesene Hauptaustrittsziel des Wassers ist der rund 10 Kilometer entfernte Enzbrunnen südlich von Bretten.
Wie wird das Trinkwasser auf der Bauschlotter Platte geschützt?
Seit September 1992 besteht das rund 72 km² große Wasserschutzgebiet Bretten, Bauschlotter Platte, das die Einzugsgebiete von Tiefbrunnen bei Bretten und Neulingen-Nußbaum sichern soll. Im Zusammenhang mit Gewerbeansiedlungen in der Katharinentaler Senke wurde der Obsthofstollen als aufwändiges Entwässerungsbauwerk errichtet, um einen direkten Schadstoffeintrag in das Karstgrundwasser zu verhindern.
Welche naturräumliche Einheit ist die Bauschlotter Platte?
Im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands trägt die Bauschlotter Platte die Nummer 125.33 und ist dem Pfinzhügelland (125.3) im Kraichgau (125) untergeordnet. Sie wird als Korngäutypus charakterisiert; das übergeordnete Pfinzhügelland zeigt wegen seiner Schwarzwaldnähe eine gewisse Verwandtschaft zum Oberen Gäu.
Quellen
- Wikipedia: Bauschlotter Platte — Faktengrundlage dieses Eintrags