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Beerberggrotte

Die Beerberggrotte ist eine Kluft- und Spaltenhöhle in Thüringen, die am Westhang des Oberen Beerbergs in den Felsen des sogenannten Beerbergsteins liegt. Sie befindet sich rund drei Kilometer nördlich der Stadtmitte von Brotterode und 1,5 Kilometer westlich des Großen Inselsbergs. Bekannt ist sie durch ihre Lage unmittelbar am Rennsteig sowie durch lokale Überlieferungen, die sie mit sagenhaften Venedigern und einem mittelalterlichen Bergbauversuch in Verbindung bringen.

Mitglieder der Ortsgruppe Wutha-Farnroda des Thüringer Höhlenvereins e. V. begingen und vermaßen die Höhle im Sommer 1990. Die dokumentierte Gesamtlänge beträgt neun Meter, wobei der hintere Teil durch natürlichen Verbruch weitgehend unzugänglich ist.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Beerberggrotte
Beerberggrotte am InselsbergFoto: Tkarcher · CC BY-SA 4.0
TypKluft- und Spaltenhöhle
GesteinRotliegender Porphyr
LageWesthang des Oberen Beerbergs, Beerbergstein, Thüringen
Koordinaten (Näherung)ca. 3 km nördlich Brotterode, 1,5 km westlich Großer Inselsberg (Luftlinie)
Gesamtlänge (dokumentiert)9 Meter
Mundlochbreite6 Meter
Firsthöhe (Eingang)1,4 Meter
Erstbegehung/VermessungSommer 1990, Ortsgruppe Wutha-Farnroda, Thüringer Höhlenverein e. V.
Besuchohne Hilfsmittel möglich
Entfernung zum Rennsteigca. 50 Meter

Lage und Zugänglichkeit

Die Beerberggrotte liegt am Westhang des Oberen Beerbergs in den Felsen des Beerbergsteins, etwa drei Kilometer nördlich der Stadtmitte von Brotterode. Der Große Inselsberg ist 1,5 Kilometer in östlicher Richtung entfernt.

Kaum 50 Meter von der Höhle entfernt verläuft der Rennsteig. Ein Hinweisschild an diesem Kamm-Wanderweg macht auf die Höhle aufmerksam. Der Besuch ist ohne Hilfsmittel möglich.

Wie ist die Höhle aufgebaut?

Das Mundloch der Beerberggrotte misst sechs Meter in der Breite, die Firsthöhe beträgt jedoch lediglich 1,4 Meter. Bereits etwa vier Meter vom Eingang entfernt versperrt natürlicher Verbruch den Haupttunnel.

An den östlichen und westlichen Rändern der Höhle setzen sich zwei Kriechgänge jeweils noch rund vier Meter in die Tiefe fort. Im linken hinteren Bereich wurde bei der Vermessung eine kleine Pfütze angetroffen. Die Höhle ist zeitweise stark durchfeuchtet, was wahrscheinlich ihren volkstümlichen Namen als »Grotte« erklärt.

Entstehung und Geologie

Die Höhle ist im Rotliegenden-Porphyr angelegt, einem vulkanischen Gestein des Perms. Es handelt sich damit nicht um eine Karsthöhle, sondern um eine tektonisch bedingte Kluftbildung.

Unmittelbar am Mundloch wurden zwei Kluftrichtungen gemessen: eine mit einem Streichen von 333° bei einem Fallen von 82° sowie eine zweite mit einem Streichen von 318° bei einem Fallen von 40°. Diese beiden Klüfte gelten den Forschern als Hauptursache für die Entstehung der Höhle.

Erforschung und Dokumentation

Die Ortsgruppe Wutha-Farnroda des Thüringer Höhlenvereins e. V. begann die systematische Begehung und Vermessung der Höhle im Sommer 1990. Die Ergebnisse wurden im selben Jahr im zweiten Heft der Zeitschrift »Höhlenforschung in Thüringen« veröffentlicht.

Die dokumentierte Gesamtlänge von neun Metern erfasst alle zugänglichen Bereiche einschließlich der beiden Kriechgänge. Über den unzugänglichen, durch Verbruch versperrten Abschnitt lassen sich keine gesicherten Aussagen machen.

Sage und historische Überlieferung

Nach örtlicher Überlieferung nutzten sogenannte Venediger den zugänglichen vorderen Teil der Höhle als Lager. Der Name des benachbarten Venetianersteins östlich der Grotte wird als weiterer Hinweis auf diese Tradition gewertet.

Eine lokale Sage berichtet, ein Schmied namens Simon aus Steinbach habe zufällig beobachtet, wie Venetianer Gold aus dem Berg holten. Historisch belegt ist diese Geschichte nicht; sie gehört zum Kreis der weit verbreiteten Venedigersagen, die im mitteleuropäischen Bergland häufig an markante Felsen oder Höhlen geknüpft sind.

Als gesicherter Hinweis auf tatsächliche menschliche Nutzung gilt eine unscheinbare Abraumhalde knapp unterhalb des Mundloches, die als Beleg für einen spätmittelalterlichen Bergbauversuch interpretiert wird.

Nutzung als Unterschlupf

Die auffällige und leicht erreichbare Höhle diente nach überlieferten Berichten als Unterschlupf und Notquartier für Schmuggier, Waldarbeiter und Wanderer. Angesichts der Nähe zum Rennsteig, der über Jahrhunderte als Grenz- und Handelsweg genutzt wurde, ist diese Nutzung plausibel.

Häufige Fragen

Wo genau liegt die Beerberggrotte?

Die Beerberggrotte befindet sich am Westhang des Oberen Beerbergs in den Felsen des Beerbergsteins, rund drei Kilometer nördlich der Stadtmitte von Brotterode in Thüringen. Der Große Inselsberg liegt 1,5 Kilometer östlich. Der Rennsteig verläuft in etwa 50 Metern Entfernung und ist mit einem Hinweisschild auf die Höhle versehen.

Wie groß ist die Beerberggrotte?

Die dokumentierte Gesamtlänge beträgt neun Meter. Das Mundloch ist sechs Meter breit, die Firsthöhe dort misst nur 1,4 Meter. Bereits nach etwa vier Metern versperrt natürlicher Verbruch den Hauptraum; zwei seitliche Kriechgänge lassen sich jeweils noch rund vier Meter weiterverfolgen.

In welchem Gestein ist die Höhle entstanden?

Die Beerberggrotte ist im Rotliegenden-Porphyr ausgebildet, einem vulkanischen Gestein. Ihre Entstehung geht auf tektonische Klüftung zurück, nicht auf Karstprozesse. Zwei Kluftrichtungen mit Streichwinkeln von 333° bzw. 318° wurden direkt am Eingang dokumentiert.

Braucht man für den Besuch besondere Ausrüstung?

Nein. Der vordere, stets zugängliche Teil der Höhle lässt sich ohne Hilfsmittel betreten. Die Kriechgänge im hinteren Bereich erfordern zumindest Kriechbereitschaft; die Höhle ist zeitweise stark durchfeuchtet, was entsprechende Kleidung empfehlenswert macht.

Was hat es mit den Venedigern und der Sage auf sich?

Die örtliche Überlieferung besagt, dass sogenannte Venediger den vorderen Teil der Höhle als Lager nutzten. Eine Sage erzählt, ein Schmied namens Simon aus Steinbach habe beobachtet, wie sie dort Gold aus dem Berg holten. Der benachbarte Venetianerfelsen trägt ebenfalls einen darauf hindeutenden Namen; ein historischer Beleg für die Sage existiert nicht.

Gibt es Hinweise auf historischen Bergbau?

Dicht unterhalb des Mundloches liegt eine unscheinbare Abraumhalde, die als Beleg für einen spätmittelalterlichen Bergbauversuch gilt. Genauere Daten oder Funde wurden in der vorliegenden Dokumentation nicht mitgeteilt.

Wann wurde die Höhle wissenschaftlich untersucht?

Mitglieder der Ortsgruppe Wutha-Farnroda des Thüringer Höhlenvereins e. V. begingen und vermaßen die Beerberggrotte im Sommer 1990. Die Ergebnisse wurden noch im selben Jahr in der Vereinspublikation »Höhlenforschung in Thüringen«, Heft 2, veröffentlicht.

Quellen

  1. Wikipedia: Beerberggrotte — Faktengrundlage dieses Eintrags