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Bittelschießer Höhle

Die Bittelschießer Höhle liegt im Bittelschießer Täle, einer Felsschlucht im Massenkalk des Oberjura, südwestlich von Bingen im Landkreis Sigmaringen, Baden-Württemberg. Mit 64 Metern Länge und einem Hauptgang von 9 Metern Breite und 14 Metern Höhe zählt sie zu den markantesten natürlichen Hohlräumen im Laucherttal.

Die Höhle ist als Naturdenkmal beim Regierungspräsidium Freiburg registriert und gemeinsam mit dem Bittelschießer Täle als Geotop unter Schutz gestellt.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Bittelschießer Höhle
Felsloch Bittelschiesser HoehleFoto: --Louis Bafrance 14:26, 28. Sep. 2007 (CEST) · CC BY-SA 3.0
LageBittelschießer Täle, südwestlich von Bingen, Landkreis Sigmaringen, Baden-Württemberg
GesteinMassenkalk des Oberjura
Höhe über NNca. 605 m
Typnatürliche Karsthöhle mit Korrosionsformen und Klüften
Länge64 m
Hauptgang9 m Breite, 14 m Höhe
Eingangzur Lauchertseite (Südseite) hin offen
StockwerkeHauptgang und obere Etage mit abgehendem Schacht
SchutzstatusNaturdenkmal (RP Freiburg); Geotop »Bittelschießer Täle & Höhlen«

Lage und Umgebung

Das Bittelschießer Täle ist eine rund 300 Meter lange Felsschlucht im Massenkalk des Oberjura und bildet einen Talabschnitt des Laucherttals. Die Höhle liegt darin auf etwa 605 Metern über Normalnull, während das Bett der Lauchert selbst auf rund 603 Metern liegt.

Rund einen Kilometer nördlich befindet sich die Ruine der Burg Hornstein, oberhalb der Höhle liegt die Ruine Bittelschieß. Die Höhle ist von der nahe gelegenen Lauchertbrücke (Steg) gut erreichbar.

Wie ist die Höhle aufgebaut?

Der Hauptgang misst 9 Meter in der Breite und 14 Meter in der Höhe. Am Ende des Hauptgangs führt rechts vom sogenannten Scherbenschluff ein Zugang in eine obere Etage, deren Gang wiederum in der Mitte des Hauptgangs endet.

Von der oberen Etage zweigt zusätzlich ein schräg nach oben führender Schacht ab. Der Eingang der Höhle ist zur Lauchertseite, also nach Süden, hin offen.

Typische Merkmale sind Korrosionsformen und Klüfte, wie sie für Karsthöhlen in Jura-Massenkalk charakteristisch sind.

Bittelschießer Höhle
Bittelschiesser Hoehle EingangFoto: --Louis Bafrance 13:46, 28. Sep. 2007 (CEST) · CC BY-SA 3.0

Wie entstand die Höhle?

Die Höhle geht auf die Tätigkeit der Lauchert nach der Rißeiszeit zurück. Zuvor verlief durch das heutige Laucherttal bei Bingen die Urdonau, deren Tal der rißeiszeitliche Rheingletscher mit Moränenschutt auffüllte.

Nach dem Gletscherrückzug räumte die Lauchert diesen Schutt weitgehend wieder aus. Die Donau selbst fand ein neues Bett, das rund fünf Kilometer südlich verläuft. Dabei durchschnitt die Lauchert im Bittelschießer Täle eine der alten Schlingen des ehemaligen Donautals – ein geologischer Zufall, dem die heutige Felsschlucht mit der Höhle ihre Entstehung verdankt.

Welche weiteren Höhlen gibt es im Bittelschießer Täle?

In der unmittelbaren Umgebung der Bittelschießer Höhle befinden sich mehrere Kleinhöhlen: die Bittelschießer Halbhöhle, die Kapellenhöhle, die Steghöhle sowie die Wurzelhöhle. Gemeinsam mit der Bittelschießer Höhle und der Felsschlucht selbst sind sie Teil des geschützten Geotops »Bittelschießer Täle & Höhlen«.

Bittelschießer Höhle
Bittelschiesser Taele1Foto: --Louis Bafrance 13:49, 28. Sep. 2007 (CEST) · CC BY-SA 3.0

Schutzstatus

Die Bittelschießer Höhle ist als Naturdenkmal beim Regierungspräsidium Freiburg registriert. Darüber hinaus steht sie zusammen mit dem Täle und den weiteren Kleinhöhlen der Umgebung unter Geotopschutz.

Dieser Status sichert sowohl die geologisch bedeutsamen Aufschlüsse im Massenkalk als auch die geomorphologischen Formen der Schlucht und der Höhlen.

Literatur und Erforschung

Eine erste systematische Beschreibung des Täles und seiner Höhlen lieferten Thomas Striebel und Klaus Striebel im Jahr 1981 im Mitteilungsheft der Höhlenforschungsgruppe Blaustein. Eine weitere Dokumentation findet sich bei Hans Binder und Herbert Jantschke im »Höhlenführer Schwäbische Alb« (7. Auflage, DRW-Verlag, 2003).

Bittelschießer Höhle
Bittelschiesser Taele2Foto: --Louis Bafrance 14:24, 28. Sep. 2007 (CEST) · CC BY-SA 3.0

Häufige Fragen

Wo genau liegt die Bittelschießer Höhle?

Die Höhle liegt im Bittelschießer Täle, einer Felsschlucht südwestlich von Bingen im Landkreis Sigmaringen, Baden-Württemberg. Sie befindet sich auf rund 605 Metern über Normalnull, unweit der Lauchertbrücke und der Lauchert selbst.

Wie groß ist die Bittelschießer Höhle?

Die Höhle ist 64 Meter lang. Der Hauptgang misst 9 Meter in der Breite und 14 Meter in der Höhe. Daneben gibt es eine obere Etage und einen schräg nach oben führenden Schacht.

Wie wurde die Höhle gebildet?

Die Höhle entstand durch die Erosionstätigkeit der Lauchert nach der Rißeiszeit. Die Lauchert räumte das durch den Rheingletscher aufgefüllte frühere Donautal aus und durchschnitt dabei eine alte Talmäander, wodurch die heutige Felsschlucht mit der Höhle entstand.

Ist die Bittelschießer Höhle unter Schutz gestellt?

Ja. Die Höhle ist als Naturdenkmal beim Regierungspräsidium Freiburg eingetragen. Zusammen mit dem Täle und den umliegenden Kleinhöhlen steht sie außerdem als Geotop unter dem Namen »Bittelschießer Täle & Höhlen« unter Schutz.

Gibt es in der Nähe weitere Höhlen?

Im Bittelschießer Täle befinden sich mehrere Kleinhöhlen: die Bittelschießer Halbhöhle, die Kapellenhöhle, die Steghöhle und die Wurzelhöhle. Sie alle liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Bittelschießer Höhle.

In welchem Gestein liegt die Höhle?

Die Höhle befindet sich im Massenkalk des Oberjura. Es handelt sich um eine typische Karsthöhle mit Korrosionsformen und Klüften, wie sie in diesem Gesteinstyp häufig auftreten.

Wie ist die Höhle zugänglich?

Der Eingang der Bittelschießer Höhle ist zur Lauchertseite, also nach Süden, hin offen. Sie liegt unweit der Lauchertbrücke (Steg) im Bittelschießer Täle und ist von dort zu Fuß erreichbar.

Quellen

  1. Wikipedia: Bittelschießer Höhle — Faktengrundlage dieses Eintrags