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Blaubrunnen

Der Blaubrunnen ist eine gefasste Karstquelle im Gemeindeteil Altdorf des Marktes Titting im Landkreis Eichstätt (Regierungsbezirk Oberbayern). Er ist als Naturdenkmal und als Geotop (176Q008) unter Schutz gestellt.

Die Quelle liegt westlich von Altdorf am Aufstieg zur Burg Brunneck, die ihren Namen von ihr ableitet. Das abfließende Wasser erreicht nach rund 120 Metern die Anlauter.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Blaubrunnen
BlaubrunnenFoto: Freak-Line-Community · CC BY-SA 3.0
TypKarstquelle (seichter Karst)
LageWestlich von Altdorf, Markt Titting, Landkreis Eichstätt, Oberbayern
SchutzstatusNaturdenkmal, Geotop (Nr. 176Q008)
Quellenfassung4 m lang, 3 m breit, 1 m hoch (Mauerwerk)
Ø Schüttung (Geotop-Beschreibung)deutlich über 100 Liter pro Sekunde (laut Geotopbeschreibung)
Ø Schüttung (Messdaten 2013–2022)7,7 Liter pro Sekunde (WWA Ingolstadt)
Max. Schüttung (2013–2022)29,6 Liter pro Sekunde
Min. Schüttung (2013–2022)0,4 Liter pro Sekunde
VorfluterAnlauter, ca. 120 m unterhalb der Quelle
Karstverbindungen (Färbeversuche)Dolinen bei Pollenfeld und Hegelohe

Lage und Fassung

Der Blaubrunnen befindet sich westlich des Ortskerns von Altdorf am Hangfuß des Aufstiegs zur Burg Brunneck. Die Burg trägt ihren Namen nach der Quelle, was auf deren lange lokale Bedeutung hinweist.

Die Quellfassung besteht aus einer gemauerten Kammer von 4 Metern Länge, 3 Metern Breite und 1 Meter Höhe. Der abfließende Bach mündet nach etwa 120 Metern in die Anlauter.

Woher stammt der Name Blaubrunnen?

Die naheliegende Erklärung, der Name leite sich vom bläulichen Schimmer des Quellwassers ab, gilt als nicht gesichert. Als wahrscheinlicher gilt eine Herleitung vom mundartlichen Wort flauen, das das Ausspülen von Wäsche bezeichnete.

Demnach wäre die ältere Form des Namens Flaubrunnen gewesen, der sich lautlich zum heutigen Blaubrunnen gewandelt hat.

Schüttung: Wie stark fließt die Quelle?

Die Angaben zur Schüttung weichen je nach Quelle erheblich voneinander ab. Die Geotopbeschreibung nennt einen Durchschnittswert von deutlich über 100 Litern pro Sekunde und verweist auf starke Schwankungen, die für Quellen aus dem seichten Karst typisch sind.

Messdaten des Wasserwirtschaftsamtes Ingolstadt für den Zeitraum 2013 bis 2022 ergeben ein abweichendes Bild: Der Mittelwert liegt bei 7,7 Litern pro Sekunde, das Maximum bei 29,6 und das Minimum bei 0,4 Litern pro Sekunde. Die große Spanne zwischen Nieder- und Hochwasser bestätigt den Charakter einer Karstquelle mit direkt witterungsabhängigem Einzugsgebiet.

Karsthydrologie: Woher kommt das Wasser?

Färbeversuche haben unterirdische Fließverbindungen zwischen dem Blaubrunnen und Dolinen bei Pollenfeld sowie Hegelohe nachgewiesen. Solche Versuche färben das Wasser an einem Einspeisepunkt ein und weisen das Farbmittel am Austrittspunkt nach.

Das Einzugsgebiet der Quelle liegt damit deutlich über dem unmittelbaren Umfeld; Niederschlags- und Sickerwasser aus dem Karstgebiet der Umgebung treten am Blaubrunnen gebündelt aus.

Geschichte und volkskundliche Überlieferung

In früheren Zeiten schrieb die lokale Bevölkerung dem Blaubrunnen aufgrund seiner Wasserklarheit Heilkräfte zu. Belege für eine organisierte Nutzung als Heilquelle liegen im Quellenmaterial nicht vor.

Schutzstatus

Der Blaubrunnen ist als Naturdenkmal ausgewiesen und trägt zusätzlich den Status eines Geotops unter der Kennnummer 176Q008. Geotope sind erdgeschichtlich, geomorphologisch oder geologisch bedeutsame Objekte, die in Bayern durch das Landesamt für Umwelt erfasst und bewertet werden.

Blaubrunnen
Blaubrunnen AbflussFoto: Freak-Line-Community · CC BY-SA 3.0

Häufige Fragen

Was ist der Blaubrunnen?

Der Blaubrunnen ist eine Karstquelle im Gemeindeteil Altdorf des Marktes Titting im Landkreis Eichstätt, Oberbayern. Er ist als Naturdenkmal und Geotop geschützt und gibt sein Wasser in die Anlauter ab.

Woher hat der Blaubrunnen seinen Namen?

Eine Herleitung vom bläulichen Schimmer des Wassers ist nicht belegt. Wahrscheinlicher ist, dass der Name vom mundartlichen Wort flauen (Wäsche ausspülen) stammt und die ältere Form Flaubrunnen lautete.

Wie viel Wasser schüttet der Blaubrunnen?

Die Messdaten des Wasserwirtschaftsamtes Ingolstadt für 2013 bis 2022 ergeben einen Mittelwert von 7,7 Litern pro Sekunde, mit einem Maximum von 29,6 und einem Minimum von 0,4 Litern pro Sekunde. Die Schüttung schwankt stark, weil es sich um eine Quelle aus dem seichten Karst handelt.

Wohin fließt das Wasser des Blaubrunnens?

Der Abfluss mündet nach etwa 120 Metern in die Anlauter.

Welche unterirdischen Verbindungen wurden nachgewiesen?

Färbeversuche haben gezeigt, dass das Einzugsgebiet des Blaubrunnens über Dolinen bei Pollenfeld und Hegelohe reicht. Das Wasser versickert dort im Karst und tritt am Blaubrunnen wieder aus.

Welchen Schutzstatus hat der Blaubrunnen?

Er ist sowohl Naturdenkmal als auch Geotop mit der Nummer 176Q008. Beide Status schützen das Objekt vor Veränderungen und sichern seine wissenschaftliche Zugänglichkeit.

Warum heißt die nahegelegene Burg Brunneck?

Die Burg Brunneck, die am Hang oberhalb der Quelle liegt, hat ihren Namen nach dem Blaubrunnen erhalten. Dies belegt die historische Bedeutung der Quelle für die unmittelbare Umgebung.

Quellen

  1. Wikipedia: Blaubrunnen — Faktengrundlage dieses Eintrags