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Blautopf (Essing)

Der Blautopf bei Essing – auch Kleiner Blautopf genannt – ist eine Karstquelle in der Fränkischen Alb, Niederbayern. Er liegt im Ortsteil Weihermühle am nördlichen Hang des Altmühltales auf etwa 355 m ü. NN und gehört zu den typischen geologischen Erscheinungen des Jura.

Die Quelle schüttet im Durchschnitt rund 300 Liter Wasser pro Sekunde aus und ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop ausgewiesen.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Blautopf (Essing)
Blautopf (Essing)1Foto: Freak-Line-Community · CC BY-SA 3.0
TypKarstquelle
LageEssing, Ortsteil Weihermühle, Fränkische Alb, Niederbayern
Höheca. 355 m ü. NN
Mittlere Schüttungca. 300 l/s
Maximale Schüttung4.500 l/s
Wassertemperaturganzjährig 8 °C
Wasserqualitätnahezu Trinkwasserqualität, magnesiumhaltig
AbflussWeihermühlbach, Mündung in Altarmkanal der Altmühl nach ca. 0,6 km
SchutzstatusNaturschutz, Geotop (Bayerisches Landesamt für Umwelt)
ZugangPrivatgelände; Sicht von oben über öffentlichen Wanderweg möglich

Beschreibung und Lage

Die Quelle liegt am Rand des Waldes am nördlichen Hang des Altmühltales im Ortsteil Weihermühle der Gemeinde Essing. Der Quelltopf wird von einem Wehr angestaut und ist unter Naturschutz gestellt.

Das Karstwasser besitzt ganzjährig eine konstante Temperatur von 8 °C und nahezu Trinkwasserqualität. Aufgrund des Dolomitanteils im unterirdischen Höhlensand enthält es Magnesium. Im Quelltopf und im abfließenden Bach leben Forellen.

Woher stammt die blaue Farbe?

Der Name des Quellsees geht wie beim bekannteren schwäbischen Blautopf bei Blaubeuren auf die bläuliche Färbung des Wassers zurück. Diese Färbung ist ein charakteristisches Merkmal kalkarmer, klarer Karstwässer.

Geologie und Einzugsgebiet

Der Blautopf zählt zu den typischen geologischen Erscheinungen des Jura in der Fränkischen Alb. Karstwasser tritt hier nach unterirdischem Durchfluss durch verkarstetes Gestein wieder an die Oberfläche.

Das Einzugsgebiet erstreckt sich bis zu den Dolinen bei Maierhofen. Der Dolomitanteil im unterirdischen Höhlensand erklärt den erhöhten Magnesiumgehalt des Quellwassers.

Blautopf (Essing)
Blautopf (Essing) AbflussFoto: Freak-Line-Community · CC BY-SA 3.0

Geschichte und Nutzung

Ursprünglich diente die Quelle als Antriebswasser für die Weihermühle; später wurde die Wasserkraft zur Stromerzeugung genutzt.

Im Jahr 1692 versiegte der Blautopf aus bis heute ungeklärten Gründen kurzzeitig. Als das Wasser wiederkehrte, errichteten die Bewohner aus Dankbarkeit eine kleine Votivkapelle, die sogenannte Weihermühlkapelle. Diese Kapelle ist noch heute vorhanden und wird unterhalten.

Abfluss: der Weihermühlbach

Das Quellwasser fließt als Weihermühlbach ab. Bereits kurz nach der Quelle knickt der Bach am Rand der Talstraße nach Osten in Richtung Altmühl ab und mündet nach insgesamt rund 0,6 km beim Ortsrand von Essing in einen Altarm der Altmühl.

Wie ist der Blautopf zugänglich?

Der direkte Zugang zur Quelle liegt in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich. Über einen öffentlichen Wanderweg oberhalb der Ortschaft lässt sich der Quelltopf jedoch aus etwa 8 Metern Höhe von oben einsehen.

Blautopf (Essing)
2014 Wegkapelle (D 2 73 121 22) 01Foto: Derzno · CC BY-SA 3.0

Schutzstatus und Abgrenzung vom schwäbischen Blautopf

Die Quelle steht unter Naturschutz und ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop ausgewiesen. Sie ist zudem im Geotopkataster Bayern erfasst.

Zur Unterscheidung vom bekannteren schwäbischen Blautopf bei Blaubeuren wird diese Quelle häufig als Kleiner Blautopf bezeichnet.

Häufige Fragen

Was ist der Blautopf bei Essing?

Der Blautopf bei Essing ist eine Karstquelle in der Fränkischen Alb, Niederbayern, im Ortsteil Weihermühle der Gemeinde Essing. Er liegt auf etwa 355 m ü. NN am nördlichen Hang des Altmühltales und schüttet durchschnittlich rund 300 Liter Wasser pro Sekunde aus.

Warum heißt die Quelle Blautopf?

Der Name stammt von der bläulichen Farbe des austretenden Karstwassers. Dasselbe Benennungsprinzip liegt beim schwäbischen Blautopf bei Blaubeuren vor, weshalb die Essinger Quelle zur Unterscheidung auch Kleiner Blautopf genannt wird.

Welche Wassertemperatur hat der Blautopf das ganze Jahr?

Das Karstwasser weist ganzjährig eine konstante Temperatur von 8 °C auf. Es besitzt nahezu Trinkwasserqualität und enthält aufgrund des Dolomitanteils im unterirdischen Höhlensand Magnesium.

Kann man den Blautopf bei Essing besuchen?

Der direkte Zugang liegt in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich. Über einen öffentlichen Wanderweg oberhalb der Ortschaft kann der Quelltopf aus etwa 8 Metern Höhe von oben betrachtet werden.

Was hat es mit der Votivkapelle am Blautopf auf sich?

Die Weihermühlkapelle wurde von den Bewohnern errichtet, nachdem die Quelle im Jahr 1692 aus ungeklärten Gründen kurzzeitig versiegt war und danach wieder zu fließen begann. Die Kapelle ist noch heute vorhanden und wird unterhalten.

Wohin fließt das Wasser des Blautopfs?

Das Quellwasser bildet den Weihermühlbach, der schon kurz nach der Quelle nach Osten abknickt und nach insgesamt rund 0,6 km beim Ortsrand von Essing in einen Altarm der Altmühl mündet.

Unter welchem Schutzstatus steht der Blautopf bei Essing?

Der Quelltopf steht unter Naturschutz. Zusätzlich ist er vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop ausgewiesen und im Geotopkataster Bayern erfasst.

Quellen

  1. Wikipedia: Blautopf (Essing) — Faktengrundlage dieses Eintrags