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Brunnenhöhle

Die Brunnenhöhle (Katasternummer 1911/8, auch Mainonihöhle genannt) liegt in Gainfarn, einem Ortsteil von Bad Vöslau in Niederösterreich. Mit einer Gesamtganglänge von 131 Metern zählt sie zu den bedeutendsten Höhlen des Wienerwaldes.

Der Zugang erfolgt ausschließlich durch einen rund 20 Meter tiefen Brunnenschacht auf dem Grundstück Hauptstraße Nr. 8 in Gainfarn; die Höhle ist nicht öffentlich zugänglich.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
AlternativnameMainonihöhle
Katasternummer1911/8
Gesamtganglänge131 Meter
HöhlentypKonglomerathöhle
LageGainfarn, Bad Vöslau, Niederösterreich
Gebirgsgruppe (Trimmel)Teilgruppe 1911 Hoher Lindkogel
Seehöhe Einstieg280 m
GesteinMiozänzeitliches Vöslauer Konglomerat
Erstbeschreibung1847 durch Adolph von Morlot
Zugangnicht frei zugänglich

Lage und Einstieg

Die Höhle befindet sich in Gainfarn auf 280 Meter Seehöhe. Der Eingang liegt auf einem Privatgrundstück an der Hauptstraße Nr. 8 und ist durch einen Betondeckel verschlossen.

Nach der Gliederung des Höhlenkatasters nach Trimmel gehört die Brunnenhöhle zur Teilgruppe 1911 Hoher Lindkogel im Wienerwald.

Wie verläuft der Abstieg durch den Brunnenschacht?

Der Brunnenschacht hat einen Durchmesser von knapp 1,5 Metern und ist rund 20 Meter tief. Die obersten 5 Meter sind gemauert; im Schacht befindet sich eine alte, stark verrostete Leiter, die bis knapp über den Wasserspiegel reicht.

Am Fuß der Leiter ermöglichen Eisentraversen den Weiterstieg. Die Wassertiefe im Schacht wurde am 2. März 1985 mit zwei Metern gelotet.

Grundriss und Gangverlauf

Von den Eisentraversen führt eine Engstelle in einen sehr niedrigen Raum mit lehmigem Boden. Im östlichen Teil dieses Eingangsbereichs befindet sich eine größere, seichte Wasseransammlung.

Nach Nordosten schließt eine rund 20 Meter lange, ansteigende Kluft an, die durchschnittlich zwei Meter Höhe erreicht. An deren Ende zweigt rechts ein nur 0,3 Meter hoher Schluf ab, der nach Südwesten zurückführt und erst in den 1980er Jahren vollständig erkundet wurde; an seinem Ende liegt eine weitere Wasseransammlung, die räumlich nur zwei Meter von jener im Eingangsbereich entfernt ist.

Links am Ende der Kluft öffnet sich ein breiterer und höherer Gang, der ebenfalls nach Nordosten verläuft. Er weist kolkartige Erweiterungen auf und erreicht am Ende Raumhöhen von bis zu drei Metern.

Geologie: Wie entstand die Höhle?

Die Brunnenhöhle ist im miozänzeitlichen Vöslauer Konglomerat angelegt. Im obersten Teil durchquert der Schacht zunächst tonhaltige Schichten, bevor er in einer Tiefe von 16 Metern ins Konglomerat eintritt.

Die kolkartigen Formen an der Höhlendecke belegen eine fluviale Überprägung. In den sandigen Sedimenten auf dem Höhlenboden finden sich vereinzelte Bruchstücke von Sinterdecken und Deckensintergebilden.

Welcher Tropfsteinschmuck ist noch vorhanden?

An der Höhlendecke sind beschädigte Sinterreste sowie kleine, plumpe Exzentriquebildungen erhalten. Ältere Berichte beschreiben für frühere Zeiten schönen Tropfsteinschmuck, der heute nicht mehr vorhanden ist.

Geschichte der Erforschung

Die erste bekannte Beschreibung der Brunnenhöhle stammt von Adolph von Morlot aus dem Jahr 1847, veröffentlicht 1848. Josef Bersch befasste sich 1867 erneut mit den Höhlenräumen von Gainfarn, und 1874 erschien ein weiterer anonymer Bericht in den Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt.

Im Jahr 1937 berichtete das Wiener Montagblatt über erfolgreiche Höhlenforschung, 1946 widmete Franz Waldner der Brunnenhöhle einen eigenen Aufsatz. Zum Zeitpunkt des Jahres 1980 waren erst 60 der heutigen 131 Meter Ganglänge bekannt; der niedrige Schluf im hinteren Teil wurde erst in den 1980er Jahren erschlossen.

Besuch und Zugänglichkeit

Die Brunnenhöhle ist nicht frei zugänglich. Der Einstieg liegt auf einem Privatgrundstück und ist mit einem Betondeckel gesichert.

Häufige Fragen

Wo genau liegt die Brunnenhöhle?

Die Brunnenhöhle befindet sich in Gainfarn, einem Ortsteil von Bad Vöslau in Niederösterreich. Der Einstieg liegt auf dem Grundstück Hauptstraße Nr. 8 auf 280 Meter Seehöhe.

Wie lang ist die Brunnenhöhle?

Die Gesamtganglänge beträgt 131 Meter. Im Jahr 1980 waren erst 60 Meter erkundet; der hintere Schluf wurde erst in den 1980er Jahren erschlossen.

Kann man die Brunnenhöhle besichtigen?

Die Höhle ist nicht öffentlich zugänglich. Der Eingang liegt auf einem Privatgrundstück und ist durch einen Betondeckel verschlossen.

In welchem Gestein liegt die Höhle?

Die Brunnenhöhle ist im miozänzeitlichen Vöslauer Konglomerat angelegt. Der Schacht durchquert zunächst tonhaltige Schichten und trifft in etwa 16 Metern Tiefe auf das Konglomerat.

Wer hat die Brunnenhöhle als Erster beschrieben?

Adolph von Morlot beschrieb die Höhle erstmals 1847; sein Bericht erschien 1848 in Wien. Weitere frühe Beschreibungen stammen von Josef Bersch (1867) sowie aus anonymen Berichten der k. k. geologischen Reichsanstalt von 1874.

Gibt es Tropfsteine in der Brunnenhöhle?

Ältere Quellen berichten von schönem Tropfsteinschmuck, der heute nicht mehr erhalten ist. Geblieben sind beschädigte Sinterreste und kleine Exzentriquebildungen an der Decke sowie vereinzelte Sinterfragmente im Bodensediment.

Wie tief ist das Wasser im Brunnenschacht?

Die Wassertiefe im Schacht wurde am 2. März 1985 mit zwei Metern gelotet. Im hinteren Höhlenteil gibt es zwei separate Wasseransammlungen, die räumlich nur zwei Meter voneinander entfernt sind; eine Verbindung zwischen ihnen gilt als möglich.

Quellen

  1. Wikipedia: Brunnenhöhle — Faktengrundlage dieses Eintrags