ANTIBERG › Höhlen › Brunnsee
Höhlen

Brunnsee

Der Brunnsee liegt am Ausgang des Brunntales, eines Seitentals der Mariazeller Salza, nahe Wildalpen im österreichischen Bundesland Steiermark. Er gehört zum Naturschutzgebiet Wildalpener Salzatal und gilt als bedeutender Quelltopf nördlich des Hochschwabs.

Obwohl mehrere oberirdische Zuflüsse in den See münden, wird er zusätzlich unterirdisch gespeist. Sein Wasser ist glasklar, was auf die karsthydrologische Verbindung zum Untergrund hinweist.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Brunnsee
Brunnsee 01Foto: Uoaei1 · CC BY-SA 4.0
TypQuelltopf (Quellsee)
LageAusgang des Brunntales, Seitental der Mariazeller Salza, bei Wildalpen, Steiermark
Speisungoberirdische Zuflüsse und unterirdische Karstquellen
SchutzstatusNaturschutzgebiet Wildalpener Salzatal
EntstehungsursacheBergsturz von Wildalpen, Ablagerung von Bändertonen
Historische NutzungFischteich des Stifts Admont, um 1800
Gezüchtete FischartenForellen und Saiblinge

Lage und Charakter des Sees

Der Brunnsee befindet sich am Ausgang des Brunntales, das als Seitental in die Mariazeller Salza entwässert. Die nächstgelegene Ortschaft ist Wildalpen im steirischen Salzkammergut-Vorland.

Das Wasser des Sees ist glasklar. Neben mehreren oberirdischen Zuflüssen trägt eine unterirdische Speisung wesentlich zum Wasserhaushalt bei, weshalb der Brunnsee als Quelltopf eingestuft wird.

Wie entstand der Brunnsee?

Die Entstehung des Brunnsees ist unmittelbar mit dem Bergsturz von Wildalpen verknüpft. Dabei bewegten sich gewaltige Schuttmassen durch das Salzatal und blockierten den Fluss östlich von Wildalpen. Das aufgestaute Wasser bildete für unbestimmte Zeit einen großen See.

In diesem Stausee lagerten sich Bändertone ab. Diese feinkornigen Sedimente wirken wasserundurchlässig und stauen seither das Grundwasser im ansonsten kiesigen Untergrund. Der dauerhaft hohe Grundwasserspiegel in diesem Bereich ist die Voraussetzung für die Existenz des Brunnsees bis heute.

Nutzung als Fischteich durch das Stift Admont

Um 1800 nutzten die Benediktiner des Stifts Admont den Brunnsee als Fischteich. In ihm wurden Forellen und Saiblinge in großen Mengen gezüchtet.

Der Hintergrund dieser Fischzucht war der Bedarf an fleischloser Kost: Das Klosterleben sah rund 200 Fastentage im Jahr vor, an denen Fisch anstelle von Fleisch auf den Tisch kam. Die geernteten Fische wurden in großen Lageln — hölzernen Tragefässern — nach Admont transportiert.

Schutzstatus und Naturraum

Der Brunnsee liegt innerhalb des Naturschutzgebiets Wildalpener Salzatal. Dieses Schutzgebiet umfasst Teile des Salzatals und seiner Seitentäler nördlich des Hochschwabs.

Als Quelltopf mit unterirdischer Karstspeisung hat der See hydrologische Bedeutung über seine unmittelbare Umgebung hinaus. Er gehört zu den markanten Karstquellphänomenen der nördlichen Hochschwab-Region.

Häufige Fragen

Wo genau liegt der Brunnsee?

Der Brunnsee befindet sich am Ausgang des Brunntales, einem Seitental der Mariazeller Salza, nahe der Ortschaft Wildalpen im österreichischen Bundesland Steiermark. Er liegt im Naturschutzgebiet Wildalpener Salzatal.

Warum ist der Brunnsee ein Quelltopf?

Neben mehreren oberirdischen Zuflüssen wird der See teilweise durch unterirdische Karstquellen gespeist. Dieser Umstand macht ihn zu einem der bedeutenden Quelltöpfe nördlich des Hochschwabs.

Wie entstand der Brunnsee?

Der Bergsturz von Wildalpen staute das Salzatal zu einem vorübergehenden See auf, in dem sich Bändertone ablagerten. Diese wasserstauenden Sedimente erhöhen bis heute den Grundwasserspiegel und ermöglichen so die Existenz des Brunnsees.

Welche Verbindung besteht zwischen dem Brunnsee und dem Stift Admont?

Um 1800 betrieben die Benediktiner des Stifts Admont den Brunnsee als Fischteich. Dort wurden Forellen und Saiblinge gezüchtet, um den Bedarf an fleischloser Kost an rund 200 Fastentagen im Jahr zu decken. Die Fische gelangten in großen Lageln nach Admont.

Steht der Brunnsee unter Naturschutz?

Ja, der Brunnsee liegt im Naturschutzgebiet Wildalpener Salzatal in der Steiermark.

Was sind Bändertone und welche Rolle spielen sie für den See?

Bändertone sind feingeschichtete, wasserundurchlässige Sedimente, die sich in ruhigen, gestauten Gewässern ablagern. Im Fall des Brunnsees entstanden sie im Stausee nach dem Bergsturz von Wildalpen und wirken seither als natürliche Barriere, die den Grundwasserspiegel hoch hält und damit die Quelle des Sees aufrechterhält.

Quellen

  1. Wikipedia: Brunnsee — Faktengrundlage dieses Eintrags