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Buchbrunnenquelle

Die Buchbrunnenquelle, auch Buchbrunnen genannt, ist eine der stärksten Karstquellen der Schwäbischen Alb. Sie liegt zwischen Dischingen und Ballmertshofen im Härtsfeld in Baden-Württemberg, nahe dem Flusslauf der Egau. Gelegentlich wird sie fälschlicherweise als Egau-Ursprung bezeichnet.

Seit 1957 wird die Quelle vom Egauwasserwerk der Landeswasserversorgung genutzt. Über dieses Werk fließen 19 Prozent des gefassten Quellwassers als Trinkwasser in den Großraum Stuttgart.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Buchbrunnenquelle
Buchbrunnenquelle QuellseeFoto: Freak-Line-Community · CC BY-SA 3.0
TypKarstquelle (Austritt eines unterirdischen Karstflusses)
LageZwischen Dischingen und Ballmertshofen, Härtsfeld, Schwäbische Alb, Baden-Württemberg
Schüttung (Minimum)623 Liter pro Sekunde
Schüttung (Maximum)1.470 Liter pro Sekunde
Schüttung (Durchschnitt)927 Liter pro Sekunde
Maximale Leitungskapazität800 Liter pro Sekunde
Fassung des Quellaustritts1957, mittels Tauchglocken, ohne Sprengungen
QuellsystemBuchbrunnen-Quellsystem (mit Gallengehrenquelle)
Besonderheit FaunaHöhlenkrebse seit 1992 nachgewiesen; Biber seit ca. 1990 (ca. 10 Tiere)
BetreiberLandeswasserversorgung (Egauwasserwerk)

Lage und Einbettung ins Gewässersystem

Die Buchbrunnenquelle liegt im Egautal zwischen Dischingen und Ballmertshofen auf der Schwäbischen Alb. Sie ist der oberirdisch sichtbare Austritt eines unterirdischen Karstflusses, der vor der Fassung direkt in die Egau entwässerte.

Quellwasser, das das Wasserwerk nicht aufnehmen kann, fließt in den sogenannten Quellsee an der Egau ab. Dieser nimmt den überschüssigen Anteil auf und leitet ihn in den Fluss weiter.

Geologie: Wie entsteht das Wasser der Buchbrunnenquelle?

Die Quelle ist der Austritt eines unterirdischen Flusslaufes im Karst der Schwäbischen Alb. Regenwasser versickert im verkarsteten Kalkgestein, fließt durch Spalten und Klüfte und tritt schließlich an der Buchbrunnenquelle wieder aus. Im begehbaren Dom des Wasserwerks sind die tiefen Felsspalten, aus denen das Wasser aufsteigt, sichtbar.

Mineralische Trübungen des Quellwassers treten nur nach anhaltend starken Niederschlägen sowie während der Schneeschmelze auf. Ansonsten gilt das Wasser als außergewöhnlich klar und kalt.

Durch Kontrastwasseruntersuchungen wurde nachgewiesen, dass die Buchbrunnenquelle nahezu dasselbe Einzugsgebiet besitzt wie die etwas weiter nördlich entspringende Gallengehrenquelle. Beide Quellen werden deshalb zum Buchbrunnen-Quellsystem zusammengefasst.

Geschichte: Von der Buchmühle zum Wasserwerk

Am Ufer des ursprünglichen Quelltopfs, der eine Fläche von 2.200 m² umfasste und einem kleinen See glich, stand bis 1954 die Buchmühle. Deren Mahlgänge standen bereits fast 100 Jahre still, das Mühlrad aber trieb noch eine Pumpe an, die Schloss Taxis auf der gegenüberliegenden Seite des Egautals mit Trinkwasser versorgte.

Im Jahr 1929 erwarb die Landeswasserversorgung das Anwesen einschließlich des Quelltopfs. Zwischen 1954 und 1957 entstanden das Egauwasserwerk und die zugehörige Aufbereitungsanlage.

Die Quellfassung: Ein damals einmaliges Verfahren in Europa

Der Quellaustritt wurde mit Tauchglocken überwölbt und mit einer Kuppel abgedeckt. Auf Sprengungen und Abträge wurde dabei vollständig verzichtet, da solche Eingriffe den unterirdischen Karstfluss hätten umleiten können.

Diese Methode der Quellfassung galt zum Zeitpunkt der Ausführung als einmalig in Europa. Im Inneren des so entstandenen begehbaren Doms lassen sich die Quellspalten direkt beobachten.

Trinkwasserversorgung

Das Egauwasserwerk kann maximal 800 Liter pro Sekunde in seine Leitungen aufnehmen, obwohl die Quelle im Durchschnitt 927 l/s und in Spitzenzeiten bis zu 1.470 l/s schüttet. Der nicht genutzte Überschuss fließt in den Quellsee ab.

Über die Landeswasserversorgung trägt die Buchbrunnenquelle mit 19 Prozent ihres Quellwassers zur Trinkwasserversorgung des Großraums Stuttgart bei.

Fauna: Höhlenkrebse und Biber

1992 wurden in der Buchbrunnenquelle Höhlenkrebse nachgewiesen. Da diese Tiere ausschließlich in kühlen und sauberen Gewässern überleben, gelten sie als Indikator für die hohe Wasserqualität der Quelle.

Auf dem Gelände des Wasserwerks siedelten sich um 1990 Biber an. Die Population zählt rund zehn Tiere.

Häufige Fragen

Was ist die Buchbrunnenquelle?

Die Buchbrunnenquelle ist eine Karstquelle bei Dischingen im Härtsfeld auf der Schwäbischen Alb. Sie ist der Austritt eines unterirdischen Karstflusses und gehört zu den stärksten Quellen der Region. Seit 1957 wird sie für die Trinkwasserversorgung genutzt.

Wie viel Wasser schüttet die Buchbrunnenquelle?

Die Schüttung schwankt zwischen 623 und 1.470 Litern pro Sekunde, im Durchschnitt sind es 927 l/s. Das Egauwasserwerk kann davon maximal 800 l/s aufnehmen; der Rest fließt in den Quellsee an der Egau.

Wohin gelangt das Wasser der Buchbrunnenquelle?

Über die Landeswasserversorgung wird das aufbereitete Quellwasser bis in den Großraum Stuttgart geleitet. Der Anteil der Buchbrunnenquelle am gesamten Quellwasser der Landeswasserversorgung beträgt 19 Prozent.

Warum wurden bei der Quellfassung keine Sprengungen eingesetzt?

Sprengungen oder größere Abträge hätten den empfindlichen unterirdischen Karstfluss umleiten können. Stattdessen wurde der Quellaustritt mit Tauchglocken gesichert und mit einer Kuppel abgedeckt. Dieses Verfahren galt zum Zeitpunkt der Ausführung als einmalig in Europa.

Was sagt das Vorkommen von Höhlenkrebsen über die Wasserqualität aus?

Höhlenkrebse kommen nur in kühlen und sauberen Gewässern vor. Ihr Nachweis in der Buchbrunnenquelle im Jahr 1992 gilt daher als Beleg für die ausgezeichnete Qualität des Quellwassers.

Was ist das Buchbrunnen-Quellsystem?

Das Buchbrunnen-Quellsystem umfasst die Buchbrunnenquelle und die etwas weiter nördlich entspringende Gallengehrenquelle. Kontrastwasseruntersuchungen haben gezeigt, dass beide Quellen nahezu dasselbe unterirdische Einzugsgebiet teilen.

Kann man die Quelle besichtigen?

Der Dom des Egauwasserwerks ist begehbar, sodass Besucher die Quellspalten direkt beobachten können. Aktuelle Informationen zur Zugänglichkeit sind über die offizielle Website der Landeswasserversorgung erhältlich.

Quellen

  1. Wikipedia: Buchbrunnenquelle — Faktengrundlage dieses Eintrags