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Buchenloch

Das Buchenloch, auch Buchenlay genannt, ist eine Höhle im Dolomitfelsmassiv der Gerolsteiner Kalkmulde nördlich von Gerolstein in der Eifel. Sie ist bekannt durch archäologische Funde, die belegen, dass Neandertaler und Tiere der letzten Eiszeit die Höhle vor schätzungsweise 30.000 Jahren aufsuchten.

Ein bei Grabungen in den 1880er Jahren entdecktes Steinwerkzeug wurde dem Moustérien zugeordnet, der Kulturstufe des Neandertalers. Tierknochenfunde weisen auf Mammut, Höhlenbär, Wildpferd und Ren hin.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Buchenloch
Gerolstein Buchenloch TropfsteinFoto: Mabit1 · CC BY-SA 4.0
LageNördlich von Gerolstein, Eifel, Rheinland-Pfalz
GesteinDolomit (Gerolsteiner Kalkmulde)
Längeca. 30 m
Breiteca. 4 m
Durchschnittliche Höheca. 2,4 m
Seitenausgangca. 15 m lang, sehr schmal
Erste dokumentierte Grabung1880er Jahre (Eugen Bracht)
Archäologische EpocheMoustérien (Neandertaler), geschätzt vor 30.000 Jahren
SchutzstatusNaturschutz seit 1938
Funde aufbewahrt inRheinisches Landesmuseum Trier; teilweise Museum Villa Sarabodis, Gerolstein

Wie ist die Höhle aufgebaut?

Das Buchenloch misst etwa 30 Meter in der Länge, 4 Meter in der Breite und durchschnittlich 2,4 Meter in der Höhe. Auf der linken Seite öffnet sich ein sehr schmaler, rund 15 Meter langer Seitenausgang, der als Schluf bezeichnet wird. In der Mitte des Raums steht eine markante Säule aus Gestein.

Daneben verfügt die Höhle über eine größere und eine kleinere Seitenkammer. Teile des Innenraums sind dunkel und feucht. An der Rückseite zieht sich eine steile, lehmige Halde bis nahezu unter die Höhlendecke.

Entstehung und Geologie

Die Höhle liegt im Dolomitfelsmassiv der Gerolsteiner Kalkmulde. Im Inneren sind Kalksinter und Tropfsteinbildungen zu beobachten, die durch Sickerwasser entstehen. Dieses Wasser löst die Gesteinsbestandteile Calcit und Dolomit heraus und scheidet sie andernorts wieder ab.

Die Gerolsteiner Kalkmulde gehört zu den geologisch bedeutsamen Karstlandschaften der Eifel, in der devonische Kalk- und Dolomitgesteine durch Verwitterung charakteristische Felsformen und Hohlräume ausgebildet haben.

Wer hat die Höhle wann ausgegraben?

Die erste dokumentierte Grabung im Buchenloch fand in den 1880er Jahren statt. Durchgeführt wurde sie von Eugen Bracht, einem Landschaftsmaler, nicht von einem Facharchäologen. Eines der dabei geborgenen Steinwerkzeuge ließ sich dem Moustérien zuordnen.

Das Moustérien ist eine Kulturstufe, die dem Neandertaler zugeschrieben wird und vor etwa 30.000 Jahren in der letzten Eiszeit angesiedelt ist. Ob die Höhle dauerhaft bewohnt oder nur gelegentlich aufgesucht wurde, lässt sich aus den vorhandenen Funden nicht eindeutig ableiten.

Die Grabungsergebnisse wurden in der Festschrift zur XIV. Allgemeinen Versammlung der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft, Trier 1883, veröffentlicht.

Welche Funde wurden gemacht?

Neben dem dem Moustérien zugeordneten Steinwerkzeug kamen Tierknochen zutage, die auf Mammut, Höhlenbär, Wildpferd und Ren als Jagdbeute hinweisen. Ein Teil dieser Knochenfunde ist heute verschollen.

Die archäologischen Funde werden im Rheinischen Landesmuseum Trier aufbewahrt. Erhaltene Knochenfunde liegen teilweise im Museum Villa Sarabodis in Gerolstein.

Magdalenenhöhle in der Nähe

In unmittelbarer Nachbarschaft des Buchenlochs befindet sich die Magdalenenhöhle, die in der Südwand der Munterley liegt. Dort wurden Steinwerkzeuge und Schmuckstücke entdeckt, die mittels der Radiokarbonmethode auf ein Alter von etwa 25.000 Jahren datiert wurden.

Diese Funde ergänzen das archäologische Bild der Region als bedeutsamen Aufenthaltsort des eiszeitlichen Menschen.

Nutzung im Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs diente das Buchenloch einem Teil der Gerolsteiner Bevölkerung als Schutzraum. Gerolstein lag an einer strategisch wichtigen Bahnlinie und war deshalb häufiges Ziel von Bombenangriffen.

Neben dem Buchenloch boten auch die nahe gelegenen Wälder der Dietzenley Schutz für die Zivilbevölkerung.

Besuch, Wege und Sperrzeit

Das Buchenloch ist öffentlich zugänglich und seit 1938 als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Es ist über den Vulkanwanderweg (Eifel) gut erreichbar; auch die neunte Etappe des Eifelsteigs führt an der Höhle vorbei.

Zwischen dem 1. Oktober und dem 31. März gilt Fledermausschutzzeit. In diesem Zeitraum ist das Betreten von Grotten, Bunkern, Stollen und anderen potenziellen Winterschlafquartieren von Fledermäusen gesetzlich untersagt, sodass die Höhle in dieser Zeit nicht betreten werden darf.

Buchenloch
Silex moustériens 001Foto: unbekannt · Public domain

Häufige Fragen

Wo liegt das Buchenloch genau?

Das Buchenloch liegt nördlich von Gerolstein in der Eifel, eingebettet in das Dolomitfelsmassiv der Gerolsteiner Kalkmulde. Es ist über den Vulkanwanderweg sowie die neunte Etappe des Eifelsteigs erreichbar.

Wie groß ist die Höhle?

Die Höhle ist etwa 30 Meter lang, 4 Meter breit und durchschnittlich 2,4 Meter hoch. Hinzu kommt ein schmaler, rund 15 Meter langer Seitengang sowie eine größere und eine kleinere Seitenkammer.

Welche archäologischen Funde stammen aus dem Buchenloch?

Ein Steinwerkzeug aus den Grabungen der 1880er Jahre wurde dem Moustérien und damit dem Neandertaler zugeordnet. Tierknochenfunde belegen das Vorkommen von Mammut, Höhlenbär, Wildpferd und Ren. Die Funde liegen im Rheinischen Landesmuseum Trier und teilweise im Museum Villa Sarabodis in Gerolstein.

Darf man das Buchenloch das ganze Jahr besuchen?

Nein. Vom 1. Oktober bis zum 31. März gilt Fledermausschutzzeit, in der das Betreten der Höhle gesetzlich verboten ist, da Fledermäuse dort überwintern können. Außerhalb dieser Zeit ist die Höhle frei zugänglich.

Seit wann steht das Buchenloch unter Schutz?

Die Höhle wurde 1938 unter Naturschutz gestellt und gilt seitdem als geschütztes Naturdenkmal.

Wer hat die Grabungen im Buchenloch durchgeführt?

Die erste bekannte Grabung führte in den 1880er Jahren Eugen Bracht durch, ein Landschaftsmaler. Die Ergebnisse wurden 1883 in einer Festschrift der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft veröffentlicht.

Gibt es weitere prähistorische Höhlen in der Nähe?

Ja. Die Magdalenenhöhle in der Südwand der Munterley liegt in unmittelbarer Nähe. Dort wurden Steinwerkzeuge und Schmuckstücke gefunden, die auf ein Alter von etwa 25.000 Jahren datiert wurden.

Quellen

  1. Wikipedia: Buchenloch — Faktengrundlage dieses Eintrags