Bucher Höhle (Dillberg)
Die Bucher Höhle, auch Dillberghöhle oder Silbersandhöhle genannt, ist eine künstlich angelegte Höhlenanlage im Sandstein des Dillbergs, rund 2400 Meter nordöstlich von Postbauer-Heng im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Sie gilt als die nördlichste Höhle im Karstgebiet K der Fränkischen Alb.
Das verzweigte Höhlensystem besteht aus mehreren Kammern, von denen heute nur noch eine mit zwei Eingängen zugänglich ist. Die übrigen Teile sind zugeschüttet oder stark verstürzt.

| Typ | Künstliche Höhle (Sandsteinabbau) |
| Alternativnamen | Dillberghöhle, Silbersandhöhle |
| Lage | Nördlich von Buch, unterhalb des Dillberg-Plateaus, Landkreis Neumarkt i. d. OPf., Bayern |
| Entfernung zu Postbauer-Heng | ca. 2400 m nordöstlich |
| Stellung im Karst | Nördlichste Höhle im Karstgebiet K der Fränkischen Alb |
| Kataster-Nr. | HFA K 44 |
| Geotop-Nr. | 373G004 (Bayerisches Landesamt für Umwelt) |
| Zugänglichkeit | Ganzjährig frei zugänglich; wegen Fledermausschutz von Oktober bis April nicht zu befahren |
| Besonderheit | Teilweise Wassereinstau nach Schneeschmelze oder längerem Regen |
Lage und Einordnung
Die Höhle liegt nördlich des Ortsteils Buch, knapp unterhalb des Plateaus des Dillbergs. Administrativ gehört sie zur Gemeinde Postbauer-Heng im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.
Innerhalb der Systematik der Fränkischen Alb markiert sie den nördlichen Rand des Karstgebiets K und ist dort als Höhle K 44 im Höhlenkataster Fränkische Alb (HFA) erfasst.
Beschreibung der Anlage
Hinter dem Sammelbegriff »Bucher Höhle« verbirgt sich eine Gruppe mehrerer separat angelegter Hohlräume. Von ihnen ist heute lediglich eine Kammer mit zwei Eingängen leicht zugänglich; die übrigen sind entweder zugeschüttet oder durch Versturz nicht mehr befahrbar.
Das noch betretbare Teilsystem ist im Inneren verzweigt. Der Einstieg erfolgt eben, ohne Kletterstellen oder erkennbare Gefahrenstellen. Nach starken Niederschlägen oder der Schneeschmelze kann Wasser in die Höhle eintreten und Teile davon unter Wasser setzen.

Wie entstanden die Höhlen?
Die Hohlräume wurden nicht durch geologische Prozesse gebildet, sondern von Menschenhand in den anstehenden Sandstein getrieben. Landwirte und ihre Knechte nutzten die arbeitsärmeren Wintermonate zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg, um den feinkörnigen Quarzsand abzubauen.
Das gewonnene Material wurde mit Fuhrwerken zum Bahnhof Postbauer-Heng transportiert und dort auf Güterwagen verladen. Abnehmer in Nürnberg verarbeiteten den Sand zu Schleifmitteln und Putzsand. Der Beiname »Silbersandhöhle« verweist auf die helle Farbe dieses Quarzsandes.
Nutzung im Zweiten Weltkrieg
1945 diente die Anlage in den letzten Kriegswochen als Schutzraum für die Bevölkerung des umliegenden Ortes Buch. Diese zivile Nutzung steht im direkten Zusammenhang mit der bereits vorhandenen Struktur der Abbaustollen.

Schutzstatus
Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat die Bucher Höhle als wertvolles Geotop unter der Nummer 373G004 ausgewiesen. Damit ist die Anlage als geowissenschaftlich bedeutsames Objekt offiziell erfasst und geschützt.
Darüber hinaus nutzen Fledermäuse die Höhle als Winterquartier. Aus diesem Grund gilt für den Zeitraum Oktober bis April ein Betretungsverbot, um die Tiere nicht zu stören.
Wie erreicht man die Bucher Höhle?
Die Höhle ist ausschließlich zu Fuß erreichbar. Ausgangspunkt ist der Ort Buch; von dort führt ein Wanderweg – gekennzeichnet mit einer weißen 1 auf rotem Grund – zur Anlage.
Eine Anfahrt mit dem Fahrzeug bis zum Eingang ist nicht möglich. Der Einstieg liegt ebenerdig, sodass keine besonderen Ausrüstungsgegenstände für den Einstieg selbst erforderlich sind.

Häufige Fragen
Was ist die Bucher Höhle am Dillberg?
Es handelt sich um eine Gruppe künstlich angelegter Stollen im Sandstein des Dillbergs bei Postbauer-Heng. Sie wurden zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg zum Quarzsandabbau angelegt und sind heute ein ausgewiesenes Geotop.
Warum heißt sie auch Silbersandhöhle?
Der Name bezieht sich auf den hellen, feinkörnigen Quarzsand, der hier abgebaut wurde. Dieser Sand wurde an Nürnberger Firmen verkauft, die ihn zu Schleifmitteln und Putzsand verarbeiteten.
Wann darf die Höhle nicht befahren werden?
Von Oktober bis April ist die Höhle wegen der dort überwinternden Fledermäuse gesperrt. Eine Befahrung in diesem Zeitraum ist aus Gründen des Artenschutzes nicht gestattet.
Ist die Höhle für Laien gefahrlos zugänglich?
Der Einstieg ist eben und es befinden sich nach den vorliegenden Informationen keine besonderen Gefahrstellen in der Höhle. Zu beachten ist jedoch, dass nach Niederschlägen oder Schneeschmelze Wasser in Teile der Höhle eindringen kann.
Wie kommt man zur Bucher Höhle?
Die Höhle ist nur zu Fuß erreichbar, ausgehend vom Ort Buch über einen Wanderweg, der mit einer weißen 1 auf rotem Grund markiert ist. Eine Zufahrt mit dem Auto bis zum Eingang existiert nicht.
Welchen Schutzstatus hat die Höhle?
Das Bayerische Landesamt für Umwelt führt sie als wertvolles Geotop mit der Nummer 373G004. Im Höhlenkataster Fränkische Alb ist sie unter der Bezeichnung K 44 registriert.
Welche historische Rolle spielte die Höhle 1945?
In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs nutzten Teile der Bucher Bevölkerung die Stollen als Schutzraum. Die bereits vorhandene Abbaustruktur machte die Anlage dafür geeignet.
Quellen
- Wikipedia: Bucher Höhle (Dillberg) — Faktengrundlage dieses Eintrags