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Bunkerhöhle

Die Bunkerhöhle ist eine Tropfsteinhöhle im Stadtteil Iserlohn-Grüne und Teil des Bunker-Emst-Höhlensystems im Grüner Tal. Sie liegt im Massenkalk des oberen Mitteldevon auf einer Höhe von 184 m über NHN.

Bekannt ist die Höhle vor allem durch ihre Nutzung als Luftschutzbunker im Zweiten Weltkrieg sowie durch den Fund von Skelettresten eines pleistozänen Rentieres, der zu den vollständigsten Höhlenfunden dieser Art in Deutschland zählt.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
TypTropfsteinhöhle
LageIserlohn-Grüne, Nordrhein-Westfalen
Höhe Eingang184 m über NHN
GesteinMassenkalk, oberes Mitteldevon
HöhlensystemBunker-Emst-Höhlensystem, Grüner Tal
Bekannte Ganglängeknapp 2000 m (Stand 1992)
Erstentdeckung1926 beim Straßenbau (Reichsstraße 7)
Verbindung zur Emsthöhleentdeckt September 1992
Bedeutender FundSkelett eines pleistozänen Rentieres (Rangifer tarandus), 1992

Lage und Geologie

Die Bunkerhöhle liegt im Massenkalk des oberen Mitteldevon, einer Gesteinsformation, die im Märkischen Sauerland weit verbreitet ist. Der Eingangsbereich befindet sich auf 184 m über Normalhöhennull.

Die Höhle gehört zum Bunker-Emst-Höhlensystem des Grüner Tales und ist damit Teil eines größeren unterirdischen Verbundsystems, das die Bunkerhöhle und die benachbarte Emsthöhle umfasst.

Wie wurde die Bunkerhöhle entdeckt?

Die Höhle kam 1926 zufällig ans Licht, als die Reichsstraße 7 verbreitert wurde. Straßenbauarbeiten führten zur Freilegung des Eingangsbereichs.

Im Zweiten Weltkrieg erfolgten Erweiterungssprengungen, um die Höhle als Luftschutzbunker nutzbar zu machen. Auf diese Nutzung geht der heutige Name zurück.

Erforschung und Verbindung zur Emsthöhle

Im Jahr 1992 erkundete die Speläogruppe Letmathe bislang unbekannte Höhlenteile. Durch diese Neufunde wuchs die bekannte Gesamtganglänge auf fast 2000 m an.

Im September desselben Jahres gelang der Gruppe der Nachweis einer direkten Verbindung zur Emsthöhle, womit das Bunker-Emst-Höhlensystem als zusammenhängendes System bestätigt wurde.

Was wurde in der Tausendfüßlerhalle gefunden?

Ebenfalls 1992 stieß man in einer Deckenspalte der sogenannten Tausendfüßlerhalle auf Skelettreste eines pleistozänen Rentieres der Art Rangifer tarandus.

Der Fund gilt als einer der vollständigsten Höhlenfunde dieser Art in ganz Deutschland und besitzt damit erhebliche paläontologische Bedeutung für die Erforschung der eiszeitlichen Fauna Mitteleuropas.

Häufige Fragen

Wo liegt die Bunkerhöhle?

Die Bunkerhöhle befindet sich in Iserlohn-Grüne im Märkischen Kreis, Nordrhein-Westfalen. Der Eingang liegt auf 184 m über NHN im Grüner Tal.

Warum heißt die Höhle Bunkerhöhle?

Der Name entstand im Zweiten Weltkrieg, als die Höhle nach Erweiterungssprengungen als Luftschutzbunker genutzt wurde. Seitdem trägt sie diese Bezeichnung.

Wie lang ist die Bunkerhöhle?

Nach den Neuentdeckungen der Speläogruppe Letmathe im Jahr 1992 beträgt die bekannte Gesamtganglänge fast 2000 m. Frühere Vermessungen erfassten nur einen Teil des Systems.

Gehört die Bunkerhöhle zu einem größeren Höhlensystem?

Ja. Die Höhle ist Teil des Bunker-Emst-Höhlensystems im Grüner Tal. Die Verbindung zur Emsthöhle wurde im September 1992 von der Speläogruppe Letmathe nachgewiesen.

Welche paläontologischen Funde wurden in der Bunkerhöhle gemacht?

1992 wurden in der Tausendfüßlerhalle in einer Deckenspalte Skelettreste eines pleistozänen Rentieres (Rangifer tarandus) entdeckt. Dieser Fund gilt als einer der vollständigsten seiner Art in Deutschland.

In welchem Gestein liegt die Bunkerhöhle?

Die Höhle ist im Massenkalk des oberen Mitteldevon angelegt, einer für das Sauerland typischen Karbonatgesteinsformation, in der sich durch Lösungsprozesse Höhlen bilden können.

Wann wurde die Bunkerhöhle erstmals entdeckt?

Die Höhle wurde 1926 bei Straßenverbreiterungsarbeiten an der Reichsstraße 7 freigelegt. Es handelte sich um einen zufälligen Fund im Zuge von Baumaßnahmen.

Quellen

  1. Wikipedia: Bunkerhöhle — Faktengrundlage dieses Eintrags