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Burgruine Arnstein

Die Burgruine Arnstein liegt auf einem Ausläufer des Peilsteins im niederösterreichischen Dorf Maria Raisenmarkt. Von der mittelalterlichen Höhenburg sind noch Mauerreste eines Rundturmes, eines Burgtores und des Palas erhalten.

Unmittelbar unterhalb der Ruine befindet sich die Arnsteinhöhle (Katasternummer 1911/4), in der Ende des 19. Jahrhunderts Knochen von Höhlenbären, Höhlenhyänen und Rentieren entdeckt wurden.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Burgruine Arnstein
Arnsteinhöhle 01Foto: Doronenko · CC BY 3.0
TypHöhenburg (Ruine)
LageMaria Raisenmarkt, Niederösterreich, auf einem Ausläufer des Peilsteins
Erste urkundliche Erwähnung1170
Arnsteinhöhle – Katasternummer1911/4
Arnsteinhöhle – Gesamtlänge128 Meter
Arnsteinhöhle – TierfundeHöhlenbär, Höhlenhyäne, Rentier (Ende 19. Jh.)
Arnsteinnadel – Höheca. 13 Meter
Arnsteinnadel – Erstbesteigung1899
Arnsteinnadel – SchutzstatusNaturdenkmal
Nutzung Höhle und Burgfels heuteTrainingsgebiet des Österreichischen Gebirgsvereins

Anlage und erhaltene Bausubstanz

Von der Burg Arnstein stehen noch Mauerreste dreier Bauelemente: ein Rundturm, ein Burgtor und der Palas. Die Ruine befindet sich auf einem Felsausläufer des Peilsteins und zählt zum Typus der Höhenburg.

Verwertbare Steine wurden im Lauf der Jahrhunderte von der einheimischen Bevölkerung abgetragen. Ein Teil dieses Materials floss nachweislich in den Bau der Kirche in Raisenmarkt ein.

Geschichte der Burg

Die erste schriftliche Erwähnung der Burg Arnstein datiert auf das Jahr 1170. Erbauer und erster Burgherr war Wichard von Arnstein, der damals Lehnsherr des Hohen Lindkogels und des Peilsteins war.

Das Geschlecht derer von Arnstein hielt die Burg bis ins 14. Jahrhundert. Ab 1329 wechselten die Besitzer mehrfach. Im 17. Jahrhundert war die Ruine im Besitz von Angehörigen des Adelsgeschlechts Wolzogen, die sie an Kaiser Ferdinand II. veräußerten. Für das 19. Jahrhundert sind eine Familie Sima sowie die Grafen von Wimpffen als Eigentümer belegt.

Die Zerstörung der Anlage wird der Ersten Wiener Türkenbelagerung von 1529 zugeschrieben. Danach wurde die Burg nicht wiederaufgebaut.

Burgruine Arnstein
Castle Arnstein 01Foto: Doronenko · CC BY 3.0

Was bedeutet der Name Arnstein?

Der Name setzt sich aus den Bestandteilen »Arn« und »Stein« zusammen. »Arn« gilt als Ableitung von »Aar«, einer historischen Bezeichnung für den Adler. »Stein« wurde im Mittelalter allgemein für Burgen verwendet.

Die Bezeichnung Arnstein lässt sich demnach mit »Adlerburg« übersetzen.

Arnsteinhöhle: Lage, Nutzung und Funde

Die Arnsteinhöhle (Katasternummer 1911/4) liegt unterhalb der Burgruine und misst insgesamt 128 Meter in der Länge. Am Eingang sind Reste früheren Mauerwerks erhalten, was darauf hindeutet, dass die Höhle von den Burgbewohnern als Viehstall genutzt wurde.

Ende des 19. Jahrhunderts kamen dort Knochen von Höhlenbären, Höhlenhyänen und Rentieren ans Licht. Die anschließenden archäologischen Grabungen lösten in der Bevölkerung das Gerücht aus, es sei ein Goldschatz entdeckt worden. Das veranlasste Einheimische, in der Höhle und rund um die Burgruine nach verborgenem Reichtum zu graben.

Heute dient die Arnsteinhöhle zusammen mit dem darüberliegenden Burgfelsen dem Österreichischen Gebirgsverein als Trainingsgebiet.

Burgruine Arnstein
Laxenburg 8483Foto: Karl Gruber · CC BY 3.0

Arnsteinnadel – Naturdenkmal am Burgfels

Die Arnsteinnadel ist die markanteste Felsformation an der Burgruine. Sie ist als Naturdenkmal klassifiziert und gilt als einsturzgefährdet. Da sich ein Teil des Gesteins gelockert hatte, musste dieser Abschnitt aus Sicherheitsgründen abgetragen werden; die verbleibende Nadel ist noch etwa 13 Meter hoch.

Die Erstbesteigung der Nadel ist für das Jahr 1899 überliefert. Einige Heimatforscher deuten die Formation als Standort einer heidnischen Kultstätte, andere sehen in ihr ein Fruchtbarkeitssymbol.

Sage zur Burg Arnstein

Überliefert ist eine Sage, nach der eine grausame Burgherrin ihre Untergebenen und Arme misshandelte, während ihr Mann auf einem Kreuzzug weilte. Sie soll während dieser Zeit ein Kind mit dem Gesicht eines Hundes zur Welt gebracht und es daraufhin ertränkt haben.

Als der Burgherr zurückkehrte und von der Tat erfuhr, ließ er seine Frau zur Strafe in ein mit Nägeln ausgekleidetes Fass sperren und den Felshang hinunterrollen. An der Stelle, wo das Fass zum Stillstand kam, soll der Legende nach die Kirche von Maria Raisenmarkt errichtet worden sein, die sich zu einem Wallfahrtsort entwickelte.

Burgruine Arnstein
Austria Lower Austria topographic location mapFoto: Tschubby · CC BY-SA 3.0

Weitere Funde und lokale Überlieferungen

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden in den Überresten des Burgverlieses menschliche Knochen entdeckt. Der Amateurforscher Carl Kryspin veröffentlichte 1891 einen Bericht, in dem er eine lokale Überlieferung festhielt: Ein Einheimischer soll vom Burgfelsen gestürzt und ums Leben gekommen sein, nachdem er sich der sagenumwobenen Wilden Jagd entgegengestellt hatte, die über den Peilstein gezogen sei.

Häufige Fragen

Wo befindet sich die Burgruine Arnstein?

Die Ruine liegt auf einem Ausläufer des Peilsteins im niederösterreichischen Dorf Maria Raisenmarkt. Der Burgfels überragt die unmittelbar darunter liegende Arnsteinhöhle.

Was ist von der Burg Arnstein noch erhalten?

Erhalten sind Mauerreste eines Rundturmes, eines Burgtores sowie des Palas. Ein Teil der Steine wurde im Lauf der Zeit abgetragen und für den Kirchenbau in Raisenmarkt verwendet.

Welche Tierfossilien wurden in der Arnsteinhöhle gefunden?

Ende des 19. Jahrhunderts kamen in der 128 Meter langen Höhle Knochen von Höhlenbären, Höhlenhyänen und Rentieren zutage. Diese Funde lösten archäologische Grabungen aus und verbreiteten das Gerücht eines verborgenen Goldschatzes.

Wann wurde die Arnsteinnadel erstmals bestiegen?

Die Erstbesteigung der Arnsteinnadel ist für das Jahr 1899 dokumentiert. Die etwa 13 Meter hohe Felsnadel steht heute unter Naturdenkmalschutz und gilt als einsturzgefährdet.

Wann wurde die Burg Arnstein zerstört?

Die Zerstörung der Burg wird höchstwahrscheinlich der Ersten Wiener Türkenbelagerung im Jahr 1529 zugeschrieben. Danach wurde die Anlage nicht wiederaufgebaut.

Wer nutzt die Arnsteinhöhle heute?

Der Österreichische Gebirgsverein verwendet die Arnsteinhöhle und den darüberliegenden Burgfels als Trainingsgebiet.

Was bedeutet der Ortsname Arnstein?

»Arn« leitet sich von »Aar« ab, einer historischen Bezeichnung für den Adler. »Stein« stand im Mittelalter allgemein für eine Burg. Arnstein bedeutet demnach sinngemäß »Adlerburg«.

Quellen

  1. Wikipedia: Burgruine Arnstein — Faktengrundlage dieses Eintrags