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Carlsbad-Caverns-Nationalpark

Der Carlsbad-Caverns-Nationalpark liegt im US-Bundesstaat New Mexico und umfasst 83 Höhlen, die in einem permischen Riffkalkstein entstanden sind. Die namensgebenden Carlsbad Caverns gehören zu den bedeutendsten Tropfsteinhöhlen der Welt und beherbergen einen der flächenmäßig größten unterirdischen Räume überhaupt.

Mit einer Tiefe von 487 Metern unter der Erdoberfläche befindet sich im Park die tiefste bekannte Kalksteinhöhle der USA. Seit dem 6. Dezember 1995 stehen die Carlsbad Caverns auf der UNESCO-Liste des Weltnaturerbes.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Carlsbad-Caverns-Nationalpark
USA carlsbad caverns1 NMFoto: Daniel Schwen · CC BY-SA 3.0
LageNew Mexico, USA
Parkfläche189 km²
Anzahl Höhlen83
Tiefste Kalksteinhöhle USA487 m unter der Erdoberfläche
Als National Monument geschützt25. Oktober 1923
Zum Nationalpark aufgewertet14. Mai 1930
UNESCO-Weltnaturerbeseit 6. Dezember 1995
Geologisches AusgangsmaterialKalkstein des permischen Capitan-Riffs
HauptbesuchszeitJuni bis August
Fledermausbestand (Zählung 2005)400.000–500.000 mexikanische Bulldoggfledermäuse (Tadarida brasiliensis)

Lage und Überblick

Der Nationalpark erstreckt sich über 189 km² im Südosten New Mexicos. Die Höhlen liegen im Bereich der Guadalupe Mountains, deren Gebirgsstock wesentlich aus dem permischen Riffkalkstein des Capitan-Riffs aufgebaut wird.

Neben der Haupthöhle – den Carlsbad Caverns – sind weitere Höhlen zugänglich, darunter die Slaughter Canyon Cave und die Spider Cave. Beide sind nicht touristisch ausgebaut und nur über längere Fußwege durch bergiges Gelände erreichbar.

Wie entstanden die Höhlen?

Vor mehr als 260 Millionen Jahren, im Mittleren Perm, bedeckte ein Epikontinentalmeer die Region. An seinem Rand wuchs ein rund 600 Kilometer langes Barriereriff – das Capitan-Riff. Im Gegensatz zu modernen Korallenriffen bestand es überwiegend aus den Überresten von Schwämmen und Moostierchen; inkrustierende Kalkalgen trugen ebenfalls wesentlich zum Riffwachstum bei.

Am Ende des Perms wurde die Meeresverbindung zum offenen Ozean unterbrochen. Das Meerwasser verdunstete im trockenheißen Klima, die riffbildenden Organismen starben ab, und die Karbonatplattform wurde unter Salz- und Gipsablagerungen begraben.

Erst vor einigen Millionen Jahren begann sich die Region zu heben. Verwitterung und Erosion legten Teile des alten Riffkalksteins frei. Gleichzeitig versickerte kohlendioxidhaltiges, leicht saures Regenwasser in Spalten des Gesteins und löste den Kalk langsam auf – ein als Verkarstung bezeichneter Prozess. Zusätzlich stieg Schwefelwasserstoffgas aus tiefliegenden Gas- und Öllagerstätten auf, reagierte mit dem Sauerstoff im Grundwasser zu Schwefelsäure und beschleunigte die Gesteinsauflösung erheblich.

Carlsbad-Caverns-Nationalpark
Carlsbad Interior FormationsFoto: Eric Guinther, User:Marshman · CC BY-SA 3.0

Wie entstehen die Tropfsteinformationen?

Die Stalaktiten, Stalagmiten und weiteren Formationen in den Carlsbad Caverns sind das Ergebnis eines fortlaufenden Kreislaufs aus Kalklösung und Kalkabscheidung. Jedes Regenwasser, das durch das Gestein bis in die Höhle sickert, nimmt dabei geringe Mengen gelösten Kalk mit.

Sobald das Wasser in der Höhle der Luft ausgesetzt ist und ein Teil verdunstet, scheidet sich der gelöste Kalk wieder ab. Über sehr lange Zeiträume entstehen auf diese Weise die charakteristischen Tropfsteingebilde.

Geschichte und erste Erforschung

Bereits vor mehr als tausend Jahren suchten indigene Völker die Höhle auf; Wandzeichnungen in der Nähe des natürlichen Eingangs zeugen davon.

Um 1900 wurden Siedler durch die massiven Fledermausschwärme auf die Höhle aufmerksam. Einige begannen, die Guano-Vorräte abzubauen und als natürlichen Dünger zu vermarkten. Einer der ersten systematischen Erkunder war der Cowboy James Larkin White, den die Höhle faszinierte und der viel Zeit mit ihrer Erkundung verbrachte.

Der behördliche Schutz begann am 25. Oktober 1923 mit der Ausweisung als National Monument. Am 14. Mai 1930 erhielt das Gebiet den Status eines Nationalparks, und 1995 folgte die Anerkennung als UNESCO-Weltnaturerbe.

Carlsbad-Caverns-Nationalpark
Tadarida brasiliensis outflight Hristov Carlsbad CavernsFoto: Nick Hristov · Public domain

Fledermäuse der Bat Cave

Die Carlsbad Caverns beherbergen eine der größten bekannten Kolonien mexikanischer Bulldoggfledermäuse (Tadarida brasiliensis). Der Höchststand liegt bei rund einer Million Tieren; bei der letzten Zählung im Jahr 2005 wurden 400.000 bis 500.000 Individuen erfasst. Anhaltende Trockenheit in der Region hat das Insektenangebot verringert, was dazu geführt hat, dass ein Teil der Tiere andere Sommerreviere aufsucht.

Tagsüber hängen die Fledermäuse dicht gedrängt in der sogenannten Bat Cave, einer Seitenhöhle nahe dem natürlichen Eingang, die für die Öffentlichkeit gesperrt und nur Forschern zugänglich ist. Die Bat Cave dient nicht nur als wettergeschützter Schlafplatz, sondern auch als Aufzuchtsort: Die Tiere wandern jährlich aus Mexiko ein, um im Juni ihre Jungen zur Welt zu bringen.

Während die Weibchen nachts auf Nahrungssuche fliegen, bleiben die Jungtiere in der Höhle. Im Juli oder August unternehmen die Jungtiere ihre ersten Flüge; im Oktober oder November beginnt der Rückzug in die Winterquartiere in Mexiko. Das abendliche Ausflugschauspiel lässt sich von einem halbrunden Amphitheater am Höhleneingang beobachten.

Besuch und Zugänglichkeit

Der Park ist ganzjährig geöffnet; die meisten Besucher kommen zwischen Juni und August. Die Haupthöhle kann über den natürlichen Eingang betreten oder per Aufzug direkt in die zentralen Besucherbereiche erreicht werden; der Aufzug dient zugleich als Ausgang.

Touren stehen mit Audioguide für die selbstständige Erkundung sowie als geführte Varianten zur Verfügung. Slaughter Canyon Cave und Spider Cave verlangen geführte Touren mit begrenzter Teilnehmerzahl, weswegen eine Reservierung erforderlich ist. Spider Cave erfordert abschnittsweise Kriechen und Klettern.

Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten, Buchung und Eintritt sind auf der offiziellen Website des National Park Service abrufbar.

Carlsbad-Caverns-Nationalpark
Wasserfälle YosemiteFoto: Rebell18190 12:54, 2. Apr. 2007 (CEST) · Copyrighted free use

Schutzstatus

Das Gebiet steht seit dem 25. Oktober 1923 unter Bundesschutz, zunächst als National Monument, seit dem 14. Mai 1930 als Nationalpark. Die UNESCO ernannte die Carlsbad Caverns am 6. Dezember 1995 zum Weltnaturerbe, anerkannt wurden insbesondere der außergewöhnliche geologische Wert des permischen Riffkalksteins und die einzigartigen Höhlenformationen.

Häufige Fragen

Wo liegen die Carlsbad Caverns?

Die Carlsbad Caverns liegen im Südosten des US-Bundesstaats New Mexico, eingebettet in die Guadalupe Mountains. Der Nationalpark umfasst eine Fläche von 189 km².

Wie tief ist die tiefste Höhle im Park?

Der Carlsbad-Caverns-Nationalpark beherbergt die tiefste bekannte Kalksteinhöhle der USA. Sie reicht 487 Meter unter die Erdoberfläche.

Seit wann gehören die Carlsbad Caverns zum UNESCO-Welterbe?

Die UNESCO hat die Carlsbad Caverns am 6. Dezember 1995 als Weltnaturerbe anerkannt. Grundlage war der außergewöhnliche geologische Wert der Höhlen im permischen Capitan-Riff.

Wie viele Höhlen gibt es im Nationalpark?

Im Carlsbad-Caverns-Nationalpark sind 83 einzelne Höhlen bekannt. Für Besucher zugänglich sind neben der Haupthöhle auch die Slaughter Canyon Cave und die Spider Cave, jeweils nur mit geführter Tour.

Warum entstanden die Höhlen durch Schwefelsäure und nicht nur durch Kohlensäure?

Neben dem üblichen Verkarstungsprozess durch kohlensäurehaltiges Regenwasser spielte an den Carlsbad Caverns Schwefelwasserstoffgas eine besondere Rolle. Das Gas stieg aus tiefliegenden Öl- und Gaslagerstätten auf, reagierte mit dem Sauerstoff im Grundwasser zu Schwefelsäure und löste den Riffkalkstein dadurch zusätzlich und besonders intensiv auf.

Welche Fledermausart lebt in den Höhlen?

In den Carlsbad Caverns lebt die mexikanische Bulldoggfledermaus (Tadarida brasiliensis). Bei der letzten Zählung 2005 wurden 400.000 bis 500.000 Tiere erfasst; der Höchstbestand wird auf rund eine Million geschätzt. Die Kolonie nutzt die sogenannte Bat Cave als Schlaf- und Aufzuchtsquartier.

Wann wandern die Fledermäuse in die Höhlen ein und wieder aus?

Die mexikanischen Bulldoggfledermäuse kommen jährlich aus Mexiko und treffen im Juni in den Carlsbad Caverns ein, wo sie ihre Jungen aufziehen. Im Oktober oder November verlassen sie den Park wieder und ziehen in ihre Winterquartiere nach Mexiko zurück.

Kann man die Höhlen ohne Führung besuchen?

Die Haupthöhle lässt sich mit einem Audioguide auf eigene Faust erkunden; der Zugang erfolgt über den natürlichen Eingang oder per Aufzug. Für die Slaughter Canyon Cave und die Spider Cave sind geführte Touren mit begrenzter Teilnehmerzahl Pflicht, eine Reservierung ist erforderlich. Aktuelle Buchungsinformationen stellt der National Park Service auf seiner Website bereit.

Quellen

  1. Wikipedia: Carlsbad-Caverns-Nationalpark — Faktengrundlage dieses Eintrags