Chom-Ong-Höhle
Die Chom-Ong-Höhle liegt in der laotischen Provinz Oudomxay und gilt mit einer vermessenen Gesamtlänge von rund 16 Kilometern als die längste Höhle im nördlichen Laos. Sie befindet sich nahe dem Khmu-Dorf Ban Chom Ong an der Grenze der Distrikte Xay und Nam Or.
Die Höhle war der lokalen Bevölkerung seit Generationen als Jagd- und Sammelort bekannt. Für die Forschung und den Tourismus erschlossen wurde sie erst ab 2006 durch das Tourismusdepartment der Provinz Oudomxay.
| Lage | Provinz Oudomxay, Laos; Grenze Distrikt Xay / Distrikt Nam Or |
| Entfernung zur Provinzhauptstadt | ca. 45 km von Muang Xay |
| Gesamtlänge (geschätzt) | ca. 16 km (Stand: Januar 2010) |
| Maximale Deckenhöhe | bis zu 50 m |
| Gangweite | 20–30 m |
| Eingangsanzahl | 2 (Nord- und Südeingang) |
| Bergzug | ca. 4 km lang |
| Unterirdischer Fluss | Nam Kaang |
| Erste touristische Öffnung | Januar 2010 |
| Dorfbevölkerung | Ethnie Khmu, Dorf Ban Chom Ong |
Namensgebung: Warum heißt die Höhle Chom Ong?
Die Bewohner von Ban Chom Ong kennen die Höhle unter dem laotischen Namen »Tam Chia«, was »Fledermaushöhle« bedeutet. Der Name verweist auf die traditionelle Nutzung: Die Dorfbewohner jagten dort Fledermäuse als Nahrungsquelle und gewannen Guano, der als Dünger sowie zur Herstellung von Sprengstoff und Schießpulver eingesetzt werden kann.
Da der Name Tam Chia in Laos sehr verbreitet ist, vergaben Forschergruppen den Dorfnamen Chom Ong als eindeutige Bezeichnung. Auf Khmu bedeutet »Chom Ong« Bienenstock und deutet auf die Imkerei als traditionelles Gewerbe der Dorfgemeinschaft hin.
Lage und Anreise
Die Höhle liegt rund 45 Kilometer von Muang Xay, der Provinzhauptstadt Oudomxays, entfernt. Die Verbindungsstraße zwischen Stadt und Dorf ist bergig und unbefestigt; bei Regen ist sie kaum passierbar.
In der Trockenzeit dauert die Fahrt mit Motorrad oder Geländefahrzeug zwei bis zweieinhalb Stunden. Vom Dorf Ban Chom Ong selbst ist die Höhle nach etwa einstündigem Fußmarsch zu erreichen.
Geologie und Aufbau der Höhle
Die Chom-Ong-Höhle erstreckt sich innerhalb eines rund vier Kilometer langen Bergzuges und besitzt einen Nord- sowie einen Südeingang. Der Hauptgang ist hallenartig angelegt, mit Deckenhöhen von bis zu 50 Metern und Gangbreiten zwischen 20 und 30 Metern. Von diesem Hauptgang zweigen zahlreiche Seitengänge ab, die teils zu Rundkursen führen, teils als lange Sackgassen enden.
Die Höhle ist mehrgeschossig: In den unteren Bereichen fließt der Fluss Nam Kaang. Dieser tritt durch einen Schacht in die Höhle ein und sammelt sich im Freien am Südende in einem Becken. Die höher gelegenen Ebenen bilden an mehreren Punkten Balkone, von denen man rund 15 Meter tief auf den Fluss hinabblicken kann.
Charakteristisch sind großflächige, funkelnde Sinterformationen sowie besonders ausgeprägte Stalagmiten und Stalaktiten.
Geschichte und Erforschung
Unter der Bevölkerung von Ban Chom Ong war die Höhle seit Generationen bekannt. Fledermäuse und Fische wurden in ihr gejagt, Guano abgebaut. Für das Tourismusdepartment Oudomxay war die Höhle hingegen bis 2006 unbekannt, als es im Rahmen einer Suche nach touristisch nutzbaren Sehenswürdigkeiten der Provinz auf sie aufmerksam wurde.
Im Januar 2009 vermaß eine internationale Forschergruppe des Northern Lao – European Cave Projects Teile der Höhle und errechnete eine vorläufige Länge von rund 13,5 Kilometern. Anfang 2010 wurden die Arbeiten fortgesetzt; nach Abschluss der Vermessungen im Januar 2010 wurde die Gesamtlänge auf rund 16 Kilometer geschätzt.
Touristische Erschließung und Entwicklungsprojekte
Ab 2006 begannen Vorbereitungen, das Dorf Ban Chom Ong auf einen ökotouristischen Betrieb der Höhle vorzubereiten, wobei die Dorfgemeinschaft zur Armutsminderung maßgeblich an den Einnahmen beteiligt werden sollte. Mit Unterstützung des Deutschen Entwicklungsdienstes fanden 2007 Workshops zu Touristenführung und Kochen statt; gleichzeitig wurde ein Gästehaus für Besucher errichtet.
Mit Förderung der Schmitz Stiftung entstanden im Dorf Toilettenhäuser, Waschstellen und eine Trinkwasserversorgung mittels Keramikfilter. Die ersten 450 Meter der Höhle wurden mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet. Im Januar 2010 wurde vor dem Eingang eine Informationstafel aufgestellt und die Höhle erstmals offiziell für Touristen geöffnet.
Häufige Fragen
Wo genau liegt die Chom-Ong-Höhle?
Die Höhle befindet sich in der laotischen Provinz Oudomxay, an der Grenze der Distrikte Xay und Nam Or, rund 45 Kilometer von der Provinzhauptstadt Muang Xay entfernt. Sie liegt in unmittelbarer Nähe des Khmu-Dorfes Ban Chom Ong.
Wie lang ist die Chom-Ong-Höhle?
Nach Abschluss der Vermessungsarbeiten im Januar 2010 durch das Northern Lao – European Cave Project wird die Gesamtlänge auf rund 16 Kilometer geschätzt. Damit gilt sie als die längste Höhle im nördlichen Laos.
Was bedeutet der Name Chom Ong?
In der Sprache der Khmu bedeutet Chom Ong »Bienenstock« und verweist auf die traditionelle Imkerei im gleichnamigen Dorf. Die lokale Bezeichnung der Höhle lautet »Tam Chia«, was im Laotischen »Fledermaushöhle« bedeutet und auf die frühere Nutzung als Jagdrevier hinweist.
Wie kommt man zur Chom-Ong-Höhle?
Von Muang Xay führt eine bergige Staubstraße zum Dorf Ban Chom Ong. In der Trockenzeit beträgt die Fahrtzeit mit Motorrad oder geeignetem Fahrzeug zwei bis zweieinhalb Stunden; in der Regenzeit ist die Straße kaum befahrbar. Vom Dorf selbst ist die Höhle nach rund einer Stunde Fußmarsch erreichbar.
Welche geologischen Besonderheiten weist die Höhle auf?
Die Höhle verfügt über einen mehrgeschossigen Aufbau mit einem hallenartigen Hauptgang, Deckenhöhen bis zu 50 Metern und Gangbreiten von 20 bis 30 Metern. Im unteren Bereich fließt der Fluss Nam Kaang; höhere Ebenen bilden Balkone mit Blick auf das Wasser. Markant sind außerdem großflächige Sinterformationen sowie Stalaktiten und Stalagmiten.
Wann wurde die Höhle für Touristen zugänglich gemacht?
Die offizielle Eröffnung für Touristen erfolgte im Januar 2010, nachdem die Forschungsarbeiten abgeschlossen und eine Informationstafel vor dem Eingang aufgestellt worden waren. Zuvor waren bereits die ersten 450 Meter der Höhle beleuchtet und im Dorf touristische Infrastruktur aufgebaut worden.
Welche Organisationen haben die Erschließung der Höhle unterstützt?
Der Deutsche Entwicklungsdienst förderte 2007 Trainingsworkshops für die Dorfbevölkerung und den Bau eines Gästehauses. Die Schmitz Stiftung finanzierte sanitäre Anlagen, Waschstellen und die Trinkwasserversorgung im Dorf sowie die Beleuchtung der ersten 450 Höhlenmeter.
Wofür nutzten die Dorfbewohner die Höhle traditionell?
Die Bewohner von Ban Chom Ong jagten in der Höhle Fledermäuse und Fische und gewannen dort Guano. Das Guano wurde als Dünger sowie zur Herstellung von Schießpulver und Sprengstoff verwendet. Diese Nutzung war der Ursprung des lokalen Namens »Tam Chia« (Fledermaushöhle).
Quellen
- Wikipedia: Chom-Ong-Höhle — Faktengrundlage dieses Eintrags