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Dalwigker Höhle

Die Dalwigker Höhle ist eine natürliche Karsthöhle im südlichen Dalwigker Holz, nordöstlich von Dorfitter, einem Ortsteil der Gemeinde Vöhl im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Mit einer Länge von 132 Metern gilt sie als zweitgrößte begehbare Karsthöhle Nordhessens.

Touristisch ist die Höhle nicht erschlossen. Der einzige Zugang führt durch einen engen Bergwerksstollen aus dem Jahr 1916, der ursprünglich zur Suche nach Kupfererz angelegt worden war.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
TypNatürliche Karsthöhle
Länge132 m
Rang (regional)Zweitgrößte begehbare Karsthöhle Nordhessens
LageSüdliches Dalwigker Holz, ca. 800 m östlich von Dorfitter, Gemeinde Vöhl, Landkreis Waldeck-Frankenberg
ZugangAusschließlich über einen Bergwerksstollen (~100 m Länge, ca. 1 m breit, 1,20 m hoch)
Stollen angelegt1916 (Kupferzsuche, nach ca. 300 m aufgegeben)
ErschließungsstatusNicht touristisch erschlossen
SchutzstatusFFH-Gebiet 4719-303 »Dalwigker Holz und Gebranntes Holz bei Korbach«
NamensgebungNach dem 1624 zerstörten Dorf Dalwigk

Lage und Umgebung

Die Höhle liegt am steilen Südhang des Dalwigker Holzes, oberhalb des Kuhbachtals, das an dieser Stelle eine kurze Schleife nach Osten beschreibt. Weiter südlich mündet die Kuhbach zwischen Dorfitter und Thalitter in die Itter.

Im Kuhbachtal verläuft die Trasse der Unteren Edertalbahn, die 1900 eröffnet, 1991 stillgelegt und 2015 reaktiviert wurde. Seit ihrer Reaktivierung trägt sie auch den Namen Nationalparkbahn und verbindet Frankenberg mit Korbach.

Sowohl die Höhle als auch das sie umgebende Waldgebiet tragen den Namen des 1624 zerstörten Dorfes Dalwigk.

Aufbau der Höhle

Der Bergwerksstollen schneidet nach rund 100 Metern den westlichen Teil der Höhle an. Dort öffnet sich ein hohes Gewölbe, dessen Wände markante Fließstrukturen aufweisen, die durch kalkauflösendes Wasser entstanden sind.

Am Ende des Gewölbes zweigt eine sehr enge Nebenhöhle ab, die bisher nicht vollständig erforscht ist. Sie gilt als wahrscheinlicher Teil eines weitverzweigten unterirdischen Bachsystems. Ein spürbarer Luftzug im Inneren deutet darauf hin, dass diese Fortsetzung irgendwo in Oberflächenspalten ausmündet.

Der östliche Abschnitt der Höhle ist wesentlich länger als der westliche und besteht aus einem Gangsystem, das stellenweise sehr eng ist.

Wie ist die Höhle erreichbar?

Der einzige Zugang führt durch den im Kuhbachtal ausmündenden Bergwerksstollen. Dieser ist lediglich etwa einen Meter breit und 1,20 Meter hoch, sodass das Passieren nur im Kriechgang möglich ist.

Die Höhle ist nicht touristisch erschlossen; Infrastruktur wie Wege, Beleuchtung oder Absicherungen fehlen. Besuche erfordern entsprechende Ausrüstung und Erfahrung im Umgang mit engen, unbeleuchteten Naturhöhlen.

Geschichte: Bergbau als ungewollter Schlüssel

Der Zugang zur Höhle geht auf den Bergbau zurück. 1916 wurde im Kuhbachtal ein Stollen angelegt, um Kupfererzvorkommen zu erkunden. Nach einem Vortrieb von etwa 300 Metern erwies sich die Suche als erfolglos, und die Arbeiten wurden eingestellt.

Dabei schnitt der Stollen den westlichen Teil der Karsthöhle an und schuf so den einzigen heute bekannten Zugang. Ohne diesen zufälligen Eingriff wäre die Höhle von der Oberfläche aus nicht begehbar.

Naturschutz und Fledermäuse

Die Dalwigker Höhle liegt vollständig im FFH-Gebiet 4719-303 »Dalwigker Holz und Gebranntes Holz bei Korbach« und untersteht damit dem Schutz der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.

Im Inneren haben sich zahlreiche Tierarten angesiedelt, die an Leben in dauerhafter Dunkelheit angepasst sind. Als Winterquartier besitzt die Höhle regionale Bedeutung für mehrere Fledermausarten.

Häufige Fragen

Wie lang ist die Dalwigker Höhle?

Die Höhle misst 132 Meter in der Länge. Damit gilt sie als zweitgrößte begehbare Karsthöhle Nordhessens.

Kann die Dalwigker Höhle besichtigt werden?

Die Höhle ist touristisch nicht erschlossen und verfügt über keine Infrastruktur. Der Zugang führt ausschließlich durch einen engen Bergwerksstollen, der nur im Kriechgang passierbar ist. Besuche sind ohne Genehmigung, Ausrüstung und Fachkenntnis nicht ratsam.

Warum führt ein Bergwerksstollen zur Höhle?

1916 wurde im Kuhbachtal ein Stollen zur Kupferzsuche angelegt. Nach rund 300 Metern Vortrieb wurde die Arbeit ergebnislos abgebrochen. Der Stollen schnitt dabei zufällig den westlichen Teil der Karsthöhle an und ist seither der einzige bekannte Zugang.

Warum ist die Höhle unter Naturschutz gestellt?

Die Höhle liegt im FFH-Gebiet 4719-303 und ist nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt. Sie beherbergt an Dunkelheit angepasste Tierarten und dient mehreren Fledermausarten als regionales Winterquartier.

Wo genau liegt die Dalwigker Höhle?

Die Höhle befindet sich im südlichen Teil des Dalwigker Holzes, rund 800 Meter östlich von Dorfitter und ebenso weit nordwestlich von Obernburg, am Südhang über dem Kuhbachtal. Dorfitter ist ein Ortsteil der Gemeinde Vöhl im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Gibt es unerforschte Teile der Höhle?

Am Ende des westlichen Gewölbes zweigt eine sehr enge Nebenhöhle ab, die bislang nicht vollständig erkundet wurde. Ein wahrnehmbarer Luftzug deutet darauf hin, dass diese Fortsetzung irgendwo an der Erdoberfläche ausmündet, vermutlich als Teil eines unterirdischen Bachsystems.

Wie hängt die Höhle mit der Unteren Edertalbahn zusammen?

Die Bahntrasse verläuft im Kuhbachtal, in dessen Hang der Bergwerksstollen liegt, über den die Höhle erreichbar ist. Die Bahn selbst wurde 1900 eröffnet, 1991 stillgelegt und 2015 unter dem Namen Nationalparkbahn reaktiviert. Ein direkter funktionaler Zusammenhang mit der Höhle besteht nicht.

Quellen

  1. Wikipedia: Dalwigker Höhle — Faktengrundlage dieses Eintrags