Dechenhöhle
Die Dechenhöhle ist eine Karsthöhle im Stadtteil Grüne der Stadt Iserlohn im nördlichen Sauerland (Nordrhein-Westfalen). Sie liegt in einer devonischen Massenkalksenke, die sich von Hagen bis nach Balve erstreckt, und ist mit einer Gesamtlänge von 902 Metern die bedeutendste Schauhöhle dieser Region.
Bekannt ist die Höhle vor allem für ihr vielfältiges Inventar an Sinterformen sowie für paläontologische Funde aus ihren mächtigen Lehmablagerungen. Unmittelbar neben dem Eingang befindet sich das 2006 eröffnete Deutsche Höhlenmuseum.
| Lage | Iserlohn, Stadtteil Grüne, Nordrhein-Westfalen |
| Typ | Karsthöhle (Schauhöhle) |
| Gesamtlänge | 902 Meter |
| Für Besucher zugänglich | 400 Meter |
| Entdeckung | 10. Juni 1868 durch zwei Eisenbahnarbeiter |
| Namensgebung | Oberberghauptmann Heinrich von Dechen (1800–1889) |
| Betreiber | Märkische Kommunale-Wirtschafts-GmbH (Eigentum: Märkischer Kreis und Stadt Iserlohn) |
| Geologie | Devonischer Massenkalk |
| Besonderheit | Einzige Schauhöhle Deutschlands mit eigenem Eisenbahnhaltepunkt |
| Angrenzendes Museum | Deutsches Höhlenmuseum (eröffnet 2006) |
Geologie und Beschreibung
Die Dechenhöhle liegt in einer devonischen Massenkalksenke, die sich von Hagen bis nach Balve erstreckt. Das Gangprofil ist überwiegend tonnenförmig und geräumig; die Höhle zieht in großen Windungen durch das Kalkgestein.
Wegen ihrer relativ hohen Lage über dem Grüner Tal wird die Höhle seit Jahrtausenden nicht mehr aktiv von Wasser durchflossen. Unter dem Bodensinter haben sich mächtige Lehmablagerungen angesammelt, die den Höhlenboden bilden.
Die Wände und Decken sind mit einer Vielzahl von Sinterformen ausgekleidet: Stalaktiten, Stalagmiten, Wandsinterkaskaden und Sinterbecken sowie kristalline Ablagerungen prägen das Erscheinungsbild. Zu den tierischen Bewohnern zählen die Große Höhlenspinne (Meta menardi) und verschiedene Fledermausarten.
Entdeckung und Geschichte
Am 10. Juni 1868 entdeckten zwei Eisenbahnarbeiter die Höhle. Einem von ihnen war ein Hammer in einen Felsspalt gefallen; bei der Suche nach dem Werkzeug beziehungsweise beim Absprengen eines Felsstückes öffnete sich der Zugang zur Tropfsteinhöhle.
Da die Entdeckung im Zuge von Bahnbauarbeiten erfolgte, stand die Höhle bis 1983 durchgehend im Eigentum der jeweils zuständigen Eisenbahngesellschaft – zunächst privater, später staatlicher. Die Höhlenführer wurden dabei aus dem Kreis nicht mehr betriebsdiensttauglicher Eisenbahner rekrutiert. Ende 1983 übernahm die Mark Sauerland Touristik GmbH die Höhle; heute liegt das Eigentum bei der Märkischen Kommunale-Wirtschafts-GmbH, getragen vom Märkischen Kreis und der Stadt Iserlohn.
Gleich nach der Entdeckung wurde die Höhle für Besucher erschlossen. Zu den frühen Besuchern zählten der Geologe Heinrich von Dechen, nach dem die Höhle benannt ist, sowie Johann Carl Fuhlrott, der Entdecker des Neandertalers. Fuhlrott suchte in der Höhle nach Knochen und legte den ersten Höhlenplan an.
Namensgebung
Die Höhle trägt den Namen des Oberberghauptmanns Heinrich von Dechen (1800–1889), der sich durch seine Beiträge zur Erforschung der Geologie des Rheinlandes und Westfalens verdient gemacht hatte. Von Dechen besuchte die Höhle persönlich.
Die Benennung war eine Anerkennung für seine wissenschaftlichen Leistungen; eine formale Verleihung oder ein genaues Datum der Namensgebung ist im vorliegenden Material nicht überliefert.

Paläontologische Funde
Aus den mächtigen Lehmablagerungen des Höhlenbodens wurden bedeutende paläontologische Funde geborgen. Im Jahr 1993 wurde der Schädel eines Waldnashorns entdeckt; im Jahr 2000 folgte das Skelett eines Höhlenbärenbabys.
Beide Funde werden im Deutschen Höhlenmuseum präsentiert, das 2006 neben der Höhle neu eröffnet wurde. Das Museum dokumentiert neben diesen lokalen Exponaten auch die weltweite Höhlenkunde.
Eine archäologische Grabungsstelle innerhalb der Höhle veranschaulicht Besucherinnen und Besuchern während einer Führung die originale Fundsituation.
Regionales Höhlensystem im Grüner Tal
Die Dechenhöhle ist eine von zahlreichen Höhlen im Grüner Tal. Zusammen kommen diese Höhlen auf eine Gesamtganglänge von über 17 Kilometern. Die längste Einzelhöhle des Gebiets ist die B 7-Höhle mit rund 5100 Metern; sie ist nach der Bundesstraße 7 benannt, bei deren Ausbau die vorderen Höhlenteile entdeckt wurden.
Weitere Schauhöhlen in der näheren Umgebung sind die Heinrichshöhle in Hemer und die Reckenhöhle im Hönnetal.
Besuch
Von den insgesamt 902 Metern Ganglänge sind 400 Meter für den Besucherverkehr ausgebaut. Eine reguläre Führung dauert etwa 40 Minuten. Während der Führungen ist das Fotografieren und Filmen nicht gestattet.
In der Höhle finden auch Konzerte und Musikführungen statt. Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen sind der offiziellen Website der Dechenhöhle zu entnehmen.

Anfahrt und Verkehrsanbindung
Die Dechenhöhle ist die einzige Schauhöhle Deutschlands mit einem eigenen Eisenbahnhaltepunkt. Dieser liegt unmittelbar am Besuchereingang an der Bahnstrecke Letmathe–Fröndenberg. Er wird von den Regional-Express-Zügen der Linie RE 16 (Iserlohn–Essen über Hagen und Bochum) sowie von den Regionalbahnen der Linie RB 91 (Iserlohn–Hagen) bedient. Der Haltepunkt ist nicht vollständig barrierefrei ausgebaut.
Werktäglich besteht zudem eine Busverbindung über die Schnellbuslinie S1 (Iserlohn–Lüdenscheid über Altena) sowie über die Linie 1, die Letmathe und den Hagener Stadtteil Hohenlimburg anbindet und in der Gegenrichtung bis nach Hemer und Menden (Sauerland) führt. Beide Buslinien werden von der MVG betrieben.
Häufige Fragen
Wann und wie wurde die Dechenhöhle entdeckt?
Am 10. Juni 1868 fiel einem Eisenbahnarbeiter ein Hammer in einen Felsspalt. Bei der anschließenden Suche nach dem Werkzeug und beim Absprengen eines Felsstückes öffnete sich der Zugang zu einer bislang unbekannten Tropfsteinhöhle. Die Entdeckung erfolgte damit im Zuge von Bahnbauarbeiten.
Wie lang ist die Dechenhöhle, und wie viel davon kann man besichtigen?
Die Gesamtlänge der Dechenhöhle beträgt 902 Meter. Für den Besucherverkehr sind 400 Meter erschlossen und ausgebaut. Eine reguläre Führung dauert etwa 40 Minuten.
Nach wem ist die Dechenhöhle benannt?
Die Höhle ist nach dem Oberberghauptmann Heinrich von Dechen (1800–1889) benannt. Die Benennung würdigte seine Beiträge zur Erforschung der Geologie des Rheinlandes und Westfalens. Von Dechen besuchte die Höhle nach ihrer Entdeckung persönlich.
Welche bedeutenden Funde wurden in der Dechenhöhle gemacht?
Aus den Lehmablagerungen des Höhlenbodens wurden 1993 der Schädel eines Waldnashorns und im Jahr 2000 das Skelett eines Höhlenbärenbabys geborgen. Beide Objekte sind im benachbarten Deutschen Höhlenmuseum ausgestellt, das 2006 eröffnet wurde.
Wie ist die Dechenhöhle mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar?
Die Höhle verfügt über einen eigenen Bahnhaltepunkt direkt am Eingang, der von der Linie RE 16 und der Linie RB 91 bedient wird. Werktäglich besteht außerdem eine Busanbindung über die Schnellbuslinie S1 sowie die Linie 1 der MVG.
Wer betreibt die Dechenhöhle heute, und wem gehört sie?
Die Höhle steht im Eigentum der Märkischen Kommunale-Wirtschafts-GmbH, die vom Märkischen Kreis und der Stadt Iserlohn getragen wird. Zuvor gehörte sie seit der Entdeckung 1868 bis Ende 1983 den jeweiligen Eisenbahngesellschaften, zuletzt der Deutschen Bundesbahn.
Gibt es in der unmittelbaren Umgebung weitere Höhlen oder sehenswerte Höhlensysteme?
Die Dechenhöhle ist Teil des Höhlensystems im Grüner Tal, dessen Höhlen zusammen auf über 17 Kilometer Ganglänge kommen. Die längste Einzelhöhle der Region ist die B 7-Höhle mit etwa 5100 Metern. Weitere Schauhöhlen in der Nähe sind die Heinrichshöhle in Hemer und die Reckenhöhle im Hönnetal.
Darf man in der Dechenhöhle fotografieren?
Während der regulären Führungen ist das Fotografieren und Filmen nicht erlaubt. Für Konzerte und Musikführungen, die ebenfalls in der Höhle stattfinden, können abweichende Regelungen gelten.
Quellen
- Wikipedia: Dechenhöhle — Faktengrundlage dieses Eintrags
