Dienstedter Karsthöhle
Die Dienstedter Karsthöhle, auch Oberfeldhöhlen Dienstedt genannt, liegt am steilen Südhang des Schenkenkopfberges auf dem Gebiet der Stadt Stadtilm im Ilm-Kreis, Thüringen. Sie befindet sich in 340 Metern Höhe über NN und damit 23 Meter über dem heutigen Wasserspiegel der Ilm. Die Höhle ist seit 1998 als Schauhöhle zugänglich.
Die rund 150 Meter lange Anlage entstand vor zwei bis fünf Millionen Jahren durch die Auswaschungstätigkeit der Ur-Ilm. Bei Ausgrabungen nach 1957 wurden Feuerstellenreste, Tonscherben, Knochenwerkzeuge, Tierknochen und gebrannte Tassen geborgen.

| Typ | Karsthöhle |
| Alternativname | Oberfeldhöhlen Dienstedt |
| Lage | Südhang des Schenkenkopfberges, Stadtilm, Ilm-Kreis, Thüringen |
| Höhe über NN | 340 m |
| Höhe über Ilm-Wasserspiegel | 23 m |
| Länge | ca. 150 m |
| Entstehungsalter | vor 2–5 Millionen Jahren (Auswaschung durch Ur-Ilm) |
| Entdeckung | 1957 durch Felix Gebser |
| Ausgrabungen abgeschlossen | 1982 |
| Status | Schauhöhle (eröffnet 1998) |
Lage und geologischer Rahmen
Die Höhle befindet sich am steilen Südhang des Schenkenkopfberges bei Dienstedt, einem Ortsteil der Stadt Stadtilm im Ilm-Kreis. Mit 340 Metern über NN und einem Abstand von 23 Metern zum heutigen Ilm-Wasserspiegel zeigt ihre Position, wie stark das Flussniveau seit der Höhlenbildung abgesunken ist.
Die Ilm hat im Laufe der Erdgeschichte ihr Bett tief in das Gelände eingeschnitten, während die Höhle hoch am Hang zurückblieb.
Wie ist die Höhle entstanden?
Die Dienstedter Karsthöhle bildete sich vor zwei bis fünf Millionen Jahren durch die Auswaschungskraft der sogenannten Ur-Ilm. Damals verlief der Fluss auf einem höheren Niveau und löste und erodierte das Gestein, bis die heutigen Hohlräume entstanden.
In der Höhle sind diese Entstehungsprozesse noch als Erosionsformen ablesbar. Besonders die Laugprofile — charakteristische, durch strömendes Wasser gerundete Wandformen — zeugen von der hydrodynamischen Vergangenheit der Höhle.
Entdeckung und Ausgrabungen
Der Heimatforscher und Bodendenkmalpfleger Felix Gebser entdeckte die Höhle im Jahr 1957, nachdem mehrere vorangegangene Grabungsversuche ohne Erfolg geblieben waren. Die systematische Freilegung erfolgte anschließend in Zusammenarbeit mit dem Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens.
Die Ausgrabungsarbeiten dauerten bis 1982. In diesem Zeitraum wurden die wesentlichen archäologischen Befunde dokumentiert und gesichert.
Was wurde in der Höhle gefunden?
Die Grabungen brachten eine Reihe aussagekräftiger Funde zutage: Feuerstellenreste weisen auf menschliche Nutzung der Höhle hin. Dazu kamen Scherben von Tongefäßen sowie Knochenwerkzeuge und Tierknochen.
Besonders bemerkenswert sind gut erhaltene, aus Lehm gebrannte Tassen. Alle Funde wurden in enger Kooperation mit dem Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens wissenschaftlich bearbeitet.
Beschaffenheit der Höhle heute
In der Höhle sind markante Erosionsformen erhalten, die die einstige Durchströmung durch Wasser dokumentieren. Die ursprünglich ausgeprägten Laugprofile wurden allerdings bei den Erschließungsarbeiten zur Schauhöhle teilweise beschädigt, da diese nicht sachgemäß durchgeführt wurden.
Besucher durchqueren die Höhle auf ihrer gesamten begehbaren Länge von rund 150 Metern und sind dabei mit Helmen ausgestattet.
Besuch der Schauhöhle
Seit 1998 ist die Höhle als Schauhöhle geöffnet. Ein Besuch ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich und während der Wintermonate nicht angeboten. Aktuelle Informationen zu Terminen und Konditionen sind über die offizielle Schauhöhlenseite erhältlich.
Die Ausrüstung mit Helmen ist für alle Besucher verpflichtend.
Häufige Fragen
Wie lang ist die Dienstedter Karsthöhle?
Die Höhle ist rund 150 Meter lang. Auf dieser gesamten Strecke kann sie von Besucherinnen und Besuchern begangen werden.
Wann und von wem wurde die Höhle entdeckt?
Felix Gebser, Heimatforscher und Bodendenkmalpfleger, entdeckte die Höhle im Jahr 1957 — nach mehreren erfolglosen Grabungsversuchen. Die anschließende wissenschaftliche Freilegung dauerte bis 1982 und wurde gemeinsam mit dem Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens durchgeführt.
Welche archäologischen Funde stammen aus der Höhle?
Bei den Ausgrabungen wurden Feuerstellenreste, Tonscherben, Knochenwerkzeuge und Tierknochen geborgen. Besonders gut erhalten waren aus Lehm gebrannte Tassen.
Wie ist die Höhle entstanden?
Die Höhle bildete sich vor zwei bis fünf Millionen Jahren durch die Auswaschungstätigkeit der Ur-Ilm. Der damalige Fluss verlief auf einem höheren Niveau als heute und formte die Hohlräume durch Erosion und Lösung des Gesteins.
Kann die Höhle jederzeit besucht werden?
Ein Besuch ist nicht jederzeit möglich: Er erfordert eine Voranmeldung und findet nicht in den Wintermonaten statt. Für aktuelle Termine empfiehlt sich die Anfrage bei der zuständigen Schauhöhlenverwaltung.
Was ist bei einem Besuch zu beachten?
Alle Besucherinnen und Besucher müssen einen Helm tragen, der für die Begehung bereitgestellt wird. Ohne vorherige Anmeldung ist kein Zugang möglich.
Wo genau liegt die Dienstedter Karsthöhle?
Die Höhle liegt am Südhang des Schenkenkopfberges bei Dienstedt, einem Ortsteil der Stadt Stadtilm im Ilm-Kreis, Thüringen. Sie befindet sich auf 340 Metern Höhe über NN, rund 23 Meter über dem heutigen Wasserspiegel der Ilm.
Quellen
- Wikipedia: Dienstedter Karsthöhle — Faktengrundlage dieses Eintrags