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Dittwarer Weiher

Der Dittwarer Weiher, auch Ortsweiher genannt, ist ein kleiner See in Dittwar, einem Stadtteil von Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis. Er wird von einer Quelle am Beckenrand gespeist und liegt nahe der Heckfelder Straße am Ostrand des Ortes.

Im Ortsdialekt trägt der Weiher den Namen »Wäid«, »Wejd« oder »Weed« – umgangssprachliche Bezeichnungen für eine Viehtränke oder breite Wasserstelle. Historisch spielte er für die örtliche Wasserversorgung und als Schwimmbad eine bedeutende Rolle.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Dittwarer Weiher
Weiher in Dittwar 4Foto: Triplec85 · CC BY 4.0
LageDittwar, Stadtteil von Tauberbischofsheim, Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg
TypKleiner See mit eigener Quellspeisung
DialektnameWäid / Wejd / Weed (Tränke, breite Wasserstelle)
Lage im OrtOstrand von Dittwar, nahe Heckfelder Straße
AbflussWeiherbach, mündet nach weniger als 0,2 km von links in den Muckbach
Heutige NutzungNaherholung und Fischzucht
Frühere NutzungKinder-Schwimmbad, Trinkwasserquelle (nicht genutzt), Hauptspeiser des Muckbachs

Lage und Geographie

Der Weiher befindet sich am östlichen Ortsrand von Dittwar unweit der Heckfelder Straße. Seine Quelle liegt direkt am Beckenrand und speist den See kontinuierlich.

Der Abfluss erfolgt über den Weiherbach, der nach weniger als 0,2 Kilometern von links in den Muckbach einmündet. Damit ist der Weiher trotz seiner geringen Größe hydrologisch in das lokale Fließgewässernetz eingebunden.

Woher stammt der Name »Wäid«?

Im Ortsdialekt von Dittwar wird der Weiher als »Wäid«, »Wejd« oder »Weed« bezeichnet. Diese Formen stehen umgangssprachlich für eine Tränke oder eine breite, flache Wasserstelle.

Der Name verweist auf die ursprüngliche Funktion solcher Teiche in ländlichen Gemeinden: Sie dienten als Tränkstelle für Vieh und als allgemein zugängliche Wasserreserve im Dorfbild.

Schwimmbad und Hauptwasserquelle des Muckbachs

Vor dem Zweiten Weltkrieg lieferte der Weiher dem Muckbach nach Aussage eines älteren Dorfbewohners den Hauptteil seines Wassers. Gleichzeitig nutzten die Kinder des Ortes ihn als Schwimmbad.

Diese Doppelrolle – Spender des Bachs und Freizeitstätte – zeigt, welches Gewicht der Weiher im Dorfalltag hatte, bevor eine geregelte Infrastruktur entstand.

Warum wurde die Weiherquelle nicht zur Trinkwasserquelle?

Als Dittwar 1899 seine Rohrleitungen für die Wasserversorgung verlegte, stand die Wahl der Quellnutzung zur Debatte: die Quelle am Ortsweiher oder jene am Pfaffenbrunn. Die Entscheidung galt als so schwierig, dass ein Sachverständiger aus Karlsruhe hinzugezogen wurde.

Der zuständige örtliche Polizeidiener entnahm Wasserproben aus beiden Quellen. Laut der Ortschronik von 1968, verfasst von Maninger, befüllte er jedoch beide Probenflaschen mit Wasser aus dem Weiher. Das amtliche Laborgutachten erklärte daraufhin das vermeintliche Pfaffenbrunn-Wasser für besser geeignet und das Weiher-Wasser für ungesund.

Infolgedessen nutzte die Dittwarer Wasserversorgung ausschließlich die Pfaffenbrunn-Quelle. Auch Untersuchungen aus den 1950er Jahren bestätigten Einschränkungen: Das Wasser der Weiherquelle durfte nur in gekochtem Zustand genossen werden.

Anschluss an die überregionale Wasserversorgung

Maninger hatte bereits 1968 prognostiziert, dass eine eigenständige Wasserversorgung Dittwars auf Dauer zu kostspielig sein würde, da für eigene Bohrungen auf der Gemarkung kein öffentlicher Zuschuss zu erwarten sei.

Diese Einschätzung bewahrheitete sich knapp fünfzig Jahre später: 2017 wurde Dittwar an den Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber mit Sitz im Wasserwerk Taubertal bei Dittigheim angeschlossen. Das Vorhaben wurde vom Land Baden-Württemberg gefördert. Bis 2019 sollten dort Wasser aus 26 Entnahmestellen, 22 Brunnen und 4 Quellen von drei Städten und drei Gemeinden zentral zusammengeführt werden.

Heutige Nutzung

Heute dient der Dittwarer Weiher vorrangig der Naherholung und der Fischzucht. Ein Hinweisschild am Gewässer untersagt das Füttern der dort gehaltenen Fische.

Die einstige Bedeutung als Trinkwasserreservoir und Kinderbad gehört der Vergangenheit an; der Weiher ist heute ein ruhiger Fleck am Ortsrand.

Häufige Fragen

Wo liegt der Dittwarer Weiher genau?

Der Weiher befindet sich am östlichen Ortsrand von Dittwar, nahe der Heckfelder Straße. Dittwar ist ein Stadtteil von Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg.

Welcher Bach fließt aus dem Dittwarer Weiher ab?

Aus dem Weiher fließt der Weiherbach ab. Er mündet nach weniger als 0,2 Kilometern von links in den Muckbach.

Was bedeutet der Dialektname »Wäid«?

»Wäid«, »Wejd« oder »Weed« sind ortsübliche Bezeichnungen für den Weiher. Sie stehen im Dialekt für eine Tränke oder eine breite, flache Wasserstelle und verweisen auf die frühere landwirtschaftliche Funktion solcher Teiche.

Warum dient die Weiherquelle nicht als Trinkwasserquelle?

Bei der Einrichtung der Dittwarer Wasserversorgung 1899 wurde ein Sachverständiger aus Karlsruhe hinzugezogen. Durch einen Fehler bei der Probenentnahme – laut Ortschronik befüllte der Polizeidiener beide Probenflaschen mit Weiher-Wasser – fiel das Gutachten zugunsten der Pfaffenbrunn-Quelle aus. Auch spätere Untersuchungen in den 1950er Jahren ließen den Genuss des Weiher-Wassers nur in gekochtem Zustand zu.

Wann wurde Dittwar an eine überregionale Wasserversorgung angeschlossen?

Im Jahr 2017 wurde Dittwar an den Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Tauber angeschlossen, dessen Wasserwerk Taubertal bei Dittigheim liegt. Das Vorhaben wurde vom Land Baden-Württemberg gefördert.

Wofür wird der Weiher heute genutzt?

Der Weiher wird heute für Naherholung und Fischzucht genutzt. Das Füttern der Fische ist vor Ort per Hinweisschild untersagt.

Hat der Weiher früher als Schwimmbad gedient?

Ja. Vor dem Zweiten Weltkrieg nutzten die Kinder des Ortes den Weiher als Schwimmbad. Gleichzeitig lieferte er nach Überlieferung eines älteren Dorfbewohners dem Muckbach den Hauptteil seines Wassers.

Quellen

  1. Wikipedia: Dittwarer Weiher — Faktengrundlage dieses Eintrags