Döppersberghöhlen
Die Döppersberghöhlen – offiziell Döppersberghöhle I und II – waren zwei Kleinhöhlen im Wuppertaler Stadtgebiet, die im Sommer 2015 bei Tiefbauarbeiten am Verkehrsknotenpunkt Döppersberg zufällig freigelegt wurden.
Beide Hohlräume lagen im Gestein der Oberen Honseler Schichten des Oberen Mitteldevons, südlich der Wupper, in unmittelbarer Nähe des Gebäudes der ehemaligen Reichsbahndirektion Elberfeld. Nach ihrer Dokumentation durch Mitglieder des Arbeitskreises Kluterthöhle e. V. wurden sie durch die fortschreitende Überbauung zerstört.
| Offizieller Name | Döppersberghöhle I und II |
| Lage | Wuppertal, südlich der Wupper, unterhalb der ehemaligen Reichsbahndirektion Elberfeld |
| Gesteinsschicht | Obere Honseler Schichten, Oberes Mitteldevon |
| Gesteinstyp | Kalklinsen in Tonschiefer und Grauwacke (Korallen- und Stromatoporenriffe) |
| Höhlentyp | Kleinhöhlen mit Laugformen, keine Tropfsteine |
| Entdeckung | 19. Juni 2015 (Begehung durch AKKH-Mitglieder) |
| Entdeckungsanlass | Tiefbauarbeiten zur Umgestaltung des Döppersberg-Knotenpunkts |
| Nächstes Höhlensystem | Hardthöhlen, ca. 1,5 km entfernt, eines der größten Höhlensysteme des Rheinlandes |
| Status | Zerstört durch Überbauung nach Dokumentation 2015 |
| Dokumentation | Aufnahme in das Höhlenkataster durch den Arbeitskreis Kluterthöhle e. V. (AKKH) |
Lage und geologischer Rahmen
Die Döppersberghöhlen befanden sich im Südteil des Wuppertaler Stadtgebiets, südlich der Wupper, unterhalb des Gebäudes der ehemaligen Reichsbahndirektion Elberfeld. Sie lagen im Gestein der Oberen Honseler Schichten, einer Formation des Oberen Mitteldevons.
Diese Schicht besteht überwiegend aus Tonschiefern und Grauwacken mit wechselndem Kalkgehalt. Eingebettet darin finden sich örtliche Linsen aus reinem Kalkstein, die aus devonischen Korallen- und Stromatoporenriffen hervorgegangen sind. Genau solche Kalklinsen sind häufig stark verkarstet und die Entstehungsorte von Höhlenhohlräumen.
Welche Höhlen befinden sich in der Nähe?
In derselben geologischen Schicht liegen rund 1,5 Kilometer entfernt die Hardthöhlen, ein Höhlensystem, das zu den größten des Rheinlandes zählt. Der räumliche und geologische Zusammenhang mit den Döppersberghöhlen war bei der Dokumentation 2015 bekannt.
Südlich der Wupper war bis zur Entdeckung der Döppersberghöhlen – abgesehen von der bereits im 19. Jahrhundert zerstörten Zwergenhöhle an der Kluse – keine Höhle im Wuppertaler Stadtgebiet bekannt. Ihr Auftreten kam daher für die Beteiligten überraschend.
Wie wurden die Höhlen entdeckt?
Ab Dezember 2010 wurde der Verkehrsknotenpunkt Döppersberg grundlegend umgestaltet. Im Sommer 2014 wurde die Bundesstraße 7 auf einer Länge von rund 600 Metern für drei Jahre gesperrt, um sie tieferlegen zu können. Im Zuge dieser Arbeiten wurde unterhalb der ehemaligen Reichsbahndirektion eine Baugrube ausgehoben.
Bei der Bodenbearbeitung am südlichen Hang fiel auf, dass beim Setzen von Ankern unerwartet viel Flüssigbeton verbraucht wurde. Der Beton versickerte offenbar in unterirdische Hohlräume. Als die Bauausführung diesen unplanmäßigen Mehrverbrauch registrierte, wurde der Vorgang gemeldet.
Dokumentation und Aufnahme ins Höhlenkataster
Unter Vermittlung des Umweltressorts der Stadt Wuppertal konnten am 19. Juni 2015 zwei Mitglieder des Arbeitskreises Kluterthöhle e. V. (AKKH) die Baustelle zu Forschungszwecken betreten. Mit Hilfe schweren Geräts wurde der Eingang zur ersten Höhle vergrößert, um eine Begehung zu ermöglichen.
Die erste Höhle wies Laugformen auf und war frei von Tropfsteinen; sie wurde als Döppersberghöhle I in das Höhlenkataster eingetragen. Eine zweite, tiefer gelegene Kleinhöhle wurde im Bereich der neu verlegten Abwasserleitungen aufgefunden und als Döppersberghöhle II aufgenommen.
Was verrät der Lehmbefund über die Hydrologie?
In der Döppersberghöhle II fand sich Lehm, der auf eine direkte hydrologische Verbindung zur Wupper hinweist. Daraus schlossen die Forschenden, dass die Höhle bei höheren Wasserständen der Wupper geflutet wurde.
Der AKKH vermutete außerdem, dass beide Kleinhöhlen ursprünglich größer gewesen seien und möglicherweise miteinander in Verbindung gestanden hätten, bevor Überbauung und Tiefbaumaßnahmen die Hohlräume veränderten.
Zerstörung durch Überbauung
Nach der Dokumentation im Juni 2015 wurden beide Höhlen durch die fortschreitende Überbauung im Rahmen der Döppersberg-Umgestaltung zerstört. Eine spätere Zugänglichkeit ist damit ausgeschlossen.
Die Döppersberghöhlen bleiben dennoch im Höhlenkataster verzeichnet und liefern Informationen über die Verkarstung der Oberen Honseler Schichten im Stadtgebiet Wuppertal.
Häufige Fragen
Wo genau lagen die Döppersberghöhlen?
Die Höhlen befanden sich im Wuppertaler Stadtgebiet südlich der Wupper, in der Nähe des Gebäudes der ehemaligen Reichsbahndirektion Elberfeld. Ihr genauer Standort lag unterhalb der Baugrube, die im Zuge der Umgestaltung des Döppersbergs ausgehoben wurde.
Wie wurden die Döppersberghöhlen entdeckt?
Sie wurden im Sommer 2015 bei Tiefbauarbeiten am Döppersberg entdeckt, als beim Setzen von Betonankern ein unerwartet hoher Verbrauch von Flüssigbeton auffiel. Dieser Hinweis führte zur Untersuchung durch Mitglieder des Arbeitskreises Kluterthöhle e. V. am 19. Juni 2015.
Können die Döppersberghöhlen noch besucht werden?
Nein. Nach ihrer Dokumentation im Juni 2015 wurden beide Höhlen durch die weiterlaufenden Baumaßnahmen zerstört. Ein Besuch ist nicht möglich.
In welchem Gestein entstanden die Döppersberghöhlen?
Die Höhlen bildeten sich in Kalklinsen innerhalb der Oberen Honseler Schichten des Oberen Mitteldevons. Diese Kalklinsen gehen auf devonische Korallen- und Stromatoporenriffe zurück und sind häufig stark verkarstet.
Welche anderen Höhlen liegen in derselben geologischen Schicht?
In der gleichen Gesteinsformation, rund 1,5 Kilometer entfernt, befinden sich die Hardthöhlen, eines der größten Höhlensysteme des Rheinlandes.
Was zeigen die Laugformen in der Döppersberghöhle I?
Laugformen entstehen, wenn Wasser Gestein auflöst und dabei glatte, gewölbte Wandflächen hinterlässt. Ihr Vorkommen in der Döppersberghöhle I weist auf karsthydrologische Prozesse hin; Tropfsteine fehlten hingegen vollständig.
Was belegte der Lehmbefund in der Döppersberghöhle II?
Der vorgefundene Lehm deutete darauf hin, dass die Höhle in direkter hydrologischer Verbindung zur nahe gelegenen Wupper stand und bei erhöhtem Wasserstand des Flusses überflutet wurde.
Quellen
- Wikipedia: Döppersberghöhlen — Faktengrundlage dieses Eintrags
