Dolomithöhlen von Bozkov
Die Dolomit-Schauhöhlen von Bozkov (tschechisch: Bozkovské dolomitové jeskyně) liegen am Nordhang der Gemeinde Bozkov im Riesengebirgsvorland zwischen Semily und Železný Brod in Nordböhmen, Tschechien. Das verzweigte Höhlensystem ist vor allem wegen seines unterirdischen Sees bekannt, der als der größte seiner Art in Böhmen gilt.
Das Höhlensystem erstreckt sich über mehr als 1000 Meter und umfasst ein Labyrinth aus Gängen und Grotten mit Quarzleisten und farbigen Tropfsteinen. Seit 1999 steht es als Nationales Naturdenkmal unter Schutz.

| Lage | Bozkov (dt. Boskau), Riesengebirgsvorland, Tschechien |
| Gesteinsart | Dolomit |
| Gesamtlänge des Höhlensystems | mehr als 1000 Meter |
| Geführter Rundgang | ca. 400 m, Dauer ca. 45 Minuten |
| Temperatur | 7,5–9 °C |
| Entdeckung | 1947, zufällig bei Sprengarbeiten in einem Dolomitsteinbruch |
| Öffentliche Erschließung | 1965–1968, Eröffnung am 2. Mai 1969 |
| Schutzstatus | Nationales Naturdenkmal (seit 1999) |
| Besucheranzahl seit Eröffnung | über 2.000.000 |
| Besonderheit | Größter unterirdischer See Böhmens |
Geologie und Erscheinungsbild
Die Höhlen entstanden im Dolomitgestein des Riesengebirgsvorlandes. Charakteristisch sind Simse und Leisten aus Quarz sowie farbige Tropfsteinformationen, die in den Gängen und Grotten zu finden sind.
Das Höhlensystem besteht aus zwei ursprünglich getrennten Teilen, die heute durch einen 50 Meter langen künstlichen Tunnel miteinander verbunden sind. Sein markantestes Element ist der unterirdische See, der größte dieser Art in Böhmen.
Wie wurden die Höhlen entdeckt?
Die Entdeckung erfolgte 1947 nicht durch gezielte Erkundung, sondern durch Zufall: Bei Sprengarbeiten in einem Dolomitsteinbruch am Nordhang von Bozkov öffnete sich das bis dahin unbekannte Höhlensystem.
Zwischen 1965 und 1968 übernahm die Firma Výstavba kamenouhelných dolů Kladno (»Bau von Steinkohlenbergwerken Kladno«) die Erschließung für Besucher. Die beiden Höhlenteile wurden dabei durch den erwähnten Tunnel verbunden. Am 2. Mai 1969 wurden die Höhlen feierlich für die Öffentlichkeit eröffnet.
Schutzstatus
Seit 1999 sind die Bozkovské dolomitové jeskyně als Nationales Naturdenkmal ausgewiesen. Diese Einstufung sichert den Schutz des Höhlensystems und seiner Bewohner.
Welche Tiere leben in den Höhlen?
Die Höhlen beherbergen eine an das unterirdische Leben angepasste Tierwelt. Mehrere Fledermausarten nutzen sie als Winterquartier: sicher nachgewiesen sind Großes Mausohr, Wasserfledermaus und Mopsfledermaus; seltener treten Braunes Langohr und Kleine Hufeisennase auf.
Unter den Insekten überwintern Springschwänze, Doppelschwänze sowie Käfer der Gattungen Catops, Oiceoptoma und Pterostichus in den Höhlengängen. Im unterirdischen See leben kleine, farblose Höhlenflohkrebse der Gattung Niphargus – ein typischer Vertreter der lichtlosen Gewässer im Karst.
Besuch: Wie läuft eine Führung ab?
Die Höhlen können ganzjährig auf einem geführten Rundgang besichtigt werden. Die Route ist etwa 400 Meter lang und dauert rund 45 Minuten. Die Temperatur in den Höhlen liegt konstant zwischen 7,5 und 9 °C; entsprechende Kleidung ist empfehlenswert.
Aktuelle Eintrittspreise und Öffnungszeiten sind der offiziellen Homepage zu entnehmen.
Besucherentwicklung
Seit der Eröffnung im Jahr 1969 haben über 2.000.000 Menschen die Höhlen besucht. Die Anlage zählt damit zu den meistbesuchten Schauhöhlen Tschechiens.
Häufige Fragen
Wo genau liegen die Dolomithöhlen von Bozkov?
Die Höhlen befinden sich am Nordhang der Gemeinde Bozkov im Riesengebirgsvorland, zwischen den Städten Semily und Železný Brod in Nordböhmen, Tschechien.
Wie lang ist der Besucherrundgang und wie lange dauert er?
Der geführte Rundgang ist etwa 400 Meter lang und dauert rund 45 Minuten. Die Höhlen sind ganzjährig zugänglich.
Wie kalt ist es in den Höhlen?
Die Temperatur in den Höhlen beträgt konstant 7,5 bis 9 °C. Wärmere Kleidung ist für den Besuch empfehlenswert.
Wann wurden die Höhlen entdeckt und wann öffneten sie für Besucher?
Die Entdeckung erfolgte 1947 zufällig bei Sprengarbeiten in einem Dolomitsteinbruch. Nach einer Erschließungsphase von 1965 bis 1968 wurden die Höhlen am 2. Mai 1969 feierlich eröffnet.
Was ist die Besonderheit des unterirdischen Sees?
Der unterirdische See in den Bozkovský-Höhlen gilt als der größte seiner Art in Böhmen. In seinen Gewässern leben farblose Höhlenflohkrebse der Gattung Niphargus, die typisch für lichtlose Karstgewässer sind.
Welche Fledermausarten überwintern in den Höhlen?
Regelmäßig überwintern dort Großes Mausohr, Wasserfledermaus und Mopsfledermaus. Seltener kommen Braunes Langohr und Kleine Hufeisennase vor.
Stehen die Höhlen unter Naturschutz?
Ja. Seit 1999 sind die Dolomithöhlen von Bozkov als Nationales Naturdenkmal ausgewiesen.
Quellen
- Wikipedia: Dolomithöhlen von Bozkov — Faktengrundlage dieses Eintrags