Dorper Höhlen
Die Dorper Höhlen sind eine Gruppe von vier bis fünf nah beieinanderliegenden Kleinhöhlen im Wuppertaler Stadtgebiet. Sie befinden sich im Inneren des 488 Meter langen Dorp-Tunnels, der zur ehemaligen Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd gehört und heute Teil der als Nordbahntrasse bekannten Geh- und Radweganlage ist.
Die Höhlen gelten als bislang einzig bekannte Karstphänomene in Kalkgesteinen der sogenannten Dorp-Fazies und sind gemeinsam als Naturdenkmal nach § 22 a LG NRW ausgewiesen.

| Lage | Wuppertal, im Dorp-Tunnel der Nordbahntrasse |
| Anzahl der Höhlen | vier bis fünf (Naturdenkmal-Eintrag: fünf; Untersuchungsbericht 2015: vier) |
| Tunnel-Länge | 488 m |
| Längste Einzelhöhle | Dorper Tunnelhöhle II: 45 m Länge, 6 m Höhendifferenz |
| Dorper Tunnelhöhle I | 16 m Länge, 7,5 m Höhendifferenz (Katasternummer 4708/004) |
| Geologie | Kalklagen der Dorp-Fazies |
| Schutzstatus | Naturdenkmal gemäß § 22 a LG NRW |
| Erstuntersuchung | 2008 durch den Arbeitskreis Kluterthöhle (AKKH) |
| Fauna | Winterquartier für Wasserfledermäuse und Große Mausohren |
| Zugang | Verschlossen; nur Öffnungen für Fledermäuse vorhanden |
Lage und geologischer Kontext
Die Höhlen liegen innerhalb des Dorp-Tunnels, über dem sich die Nüller Straße befindet. Der Tunnel gehört zur ehemaligen Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd, die nach ihrer Stilllegung 1999 schrittweise zur Nordbahntrasse umgestaltet wurde.
Dass sich in diesem Bereich überhaupt Höhlen bildeten, ist geologisch bemerkenswert: Die Dorper Höhlen sind die einzigen bislang dokumentierten Hohlräume in Kalkgesteinen der Dorp-Fazies. Diese Fazies bezeichnet eine spezifische Gesteinsausbildung, in der Höhlenbildung bisher nicht nachgewiesen war.
Welche Einzelhöhlen gehören zur Gruppe?
Zur Gruppe zählen die Dorper Laughöhle, die Dorper Schachthöhle sowie die Dorper Tunnelhöhle I und die Dorper Tunnelhöhle II. Die Tunnelhöhle I trägt die Katasternummer 4708/004, ist 16 Meter lang und weist eine Höhendifferenz von 7,5 Metern auf. Die Tunnelhöhle II (Katasternummer 4708/010) ist mit 45 Metern die längste der Gruppe und hat eine Höhendifferenz von 6 Metern.
Der Naturdenkmal-Eintrag nennt fünf Höhlen, der Untersuchungsbericht von 2015 hingegen nur vier. Möglicherweise wurden im Bericht zwei Laughöhlen als eine einzige erfasst.

Geschichte des Tunnels und Erforschung der Höhlen
Der Dorp-Tunnel wurde zwischen 1868 und 1872 gebaut und war über mehr als ein Jahrhundert Teil des Eisenbahnnetzes. Nach der Stilllegung der zugehörigen Bahnstrecke im Jahr 1999 begann 2009 die Umgestaltung zum Geh- und Radweg.
Der Arbeitskreis Kluterthöhle (AKKH) untersuchte die Höhlen im Jahr 2008 — noch vor Beginn der Umbaumaßnahmen. Diese frühe Dokumentation sicherte die wissenschaftlich relevanten Befunde, bevor Bauarbeiten eine Veränderung des Umfelds bewirken konnten.
Welche Tiere nutzen die Höhlen?
Die Dorper Höhlen dienen Wasserfledermäusen und Großen Mausohren als Winterquartier. Beide Arten sind auf geeignete, störungsarme Überwinterungsplätze angewiesen.
Zwergfledermäuse sind zwar nicht als Höhlenbewohner registriert, aber auf der Nordbahntrasse in lauen Sommernächten regelmäßig beim Jagdflug zu beobachten.

Schutzstatus und Zugänglichkeit
Die Höhlengruppe ist als Naturdenkmal nach § 22 a des Landschaftsgesetzes NRW (LG NRW) ausgewiesen. Dieser Schutzstatus untersagt Eingriffe, die den Bestand oder den Charakter der Höhlen verändern könnten.
Ein Betreten durch Menschen ist nicht möglich: Der Zugang ist baulich verschlossen. Einzige Ausnahmen sind die kleinen Öffnungen, die Fledermäusen den Ein- und Ausflug ermöglichen.
Häufige Fragen
Wo genau befinden sich die Dorper Höhlen?
Die Höhlen liegen im Wuppertaler Stadtgebiet, innerhalb des 488 Meter langen Dorp-Tunnels. Über dem Tunnel verläuft die Nüller Straße. Der Tunnel ist Teil der Nordbahntrasse, einer umgebauten ehemaligen Bahnstrecke.
Können die Dorper Höhlen besichtigt werden?
Nein. Der Zugang zu den Höhlen ist gegen unbefugtes Betreten verschlossen. Lediglich kleine Öffnungen für Fledermäuse sind vorhanden. Eine touristische Begehung ist nicht vorgesehen.
Warum sind die Dorper Höhlen geologisch bedeutsam?
Sie sind die einzigen bislang bekannten Höhlen in Kalkgesteinen der sogenannten Dorp-Fazies. Höhlenbildung in dieser spezifischen Gesteinsausbildung war zuvor nicht dokumentiert.
Welche Fledermausarten leben in den Höhlen?
Als Winterquartier nutzen Wasserfledermäuse und Große Mausohren die Höhlen. Zwergfledermäuse wurden im Umfeld der Nordbahntrasse beim Jagdflug beobachtet, zählen aber nicht zu den dokumentierten Höhlenbewohnern.
Wann wurden die Höhlen untersucht?
Der Arbeitskreis Kluterthöhle (AKKH) untersuchte die Höhlen im Jahr 2008, kurz bevor 2009 die Umbauarbeiten zur Nordbahntrasse begannen. Ein weiterer Untersuchungsbericht stammt aus dem Jahr 2015.
Wie viele Höhlen gehören zu den Dorper Höhlen?
Der Naturdenkmal-Eintrag nennt fünf Höhlen, der Untersuchungsbericht von 2015 nur vier. Die Abweichung könnte darauf zurückzuführen sein, dass im Bericht zwei Laughöhlen zu einer zusammengefasst wurden. Gesichert benannt sind: Dorper Laughöhle, Dorper Schachthöhle, Dorper Tunnelhöhle I und Dorper Tunnelhöhle II.
Unter welchem Schutz stehen die Dorper Höhlen?
Die Höhlengruppe ist als Naturdenkmal gemäß § 22 a LG NRW ausgewiesen. Dieser Schutz gilt für alle fünf (beziehungsweise vier) Höhlen gemeinsam.
Quellen
- Wikipedia: Dorper Höhlen — Faktengrundlage dieses Eintrags