Drachenhöhle Syrau
Die Drachenhöhle Syrau ist eine Tropfsteinhöhle im sächsischen Syrau im Vogtland. Sie gehört zu den ältesten Schauhöhlen Sachsens und ist im sächsischen Höhlenkataster unter der Nummer 5438 EG-07 verzeichnet.
Die Höhle erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 550 Metern bei einer Tiefe von rund 15 Metern. Von der Gesamtlänge sind 350 Meter touristisch erschlossen. Mehrere miteinander verbundene Höhlenseen verteilen sich auf die verschiedenen Säle.

| Typ | Karbonatkarsthöhle (Tropfsteinhöhle) |
| Lage | Syrau, Sachsen (Vogtland) |
| Gesamtlänge | 550 Meter |
| Touristisch erschlossen | 350 Meter |
| Tiefe | ca. 15 Meter |
| Entdeckung | 14. März 1928 durch Bruchmeister Ludwig Undeutsch |
| Erstmals für Besucher geöffnet | 28. September 1928 |
| Kataster-Nr. | 5438 EG-07 (Sächsisches Höhlenkataster) |
| Besonderheit | Sinterfahne »Gardine« (50 cm lang) mit Einschussloch |
| Radonbelastung | natürlich erhöht; Höhlenführer arbeitsmedizinisch überwacht |
Beschreibung und Geologie
Die Drachenhöhle Syrau ist eine Karbonatkarsthöhle, die sich auf 550 Metern Länge und bis zu 15 Metern Tiefe erstreckt. In ihren Sälen befinden sich mehrere miteinander verbundene Höhlenseen.
Die Höhle besitzt zahlreiche Sintergebilde. Besonders bekannt ist eine 50 Zentimeter lange Sinterfahne, die den Namen »Gardine« trägt. Sie weist ein Loch auf, das einem Pistolenschuss eines Sowjetsoldaten zugeschrieben wird.
Wie wurde die Drachenhöhle entdeckt?
Am 14. März 1928 stieß Bruchmeister Ludwig Undeutsch bei Steinbrucharbeiten auf die Höhle. Die Entscheidung über ihren Fortbestand erforderte eine Abwägung zwischen wirtschaftlichen Interessen, dem Erhalt von Arbeitsplätzen und dem Schutz des Naturdenkmals.
Bereits wenige Tage nach der Entdeckung war der Fortbestand der Höhle gesichert. Am 28. September 1928 wurde sie erstmals für Besucher geöffnet.
Frühe Erforschung und Dokumentation
Parallel zur touristischen Erschließung untersuchten Alfred Uhlemann und Ernst Weise die Höhle wissenschaftlich. Ihre Ergebnisse erschienen 1929 im »Führer durch die Drachenhöhle«, herausgegeben von der Gemeindeverwaltung Syrau.
Uhlemann veröffentlichte außerdem einen ausführlichen Bericht in den Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz (Band XVIII, 1929). Die zunehmende Besucherfrequenz ermöglichte in der Folge einen weiteren Ausbau der öffentlich zugänglichen Höhlenteile.

Tauchforschung in den Unterwasserbereichen
Ab 1978 erkundeten Zwickauer Taucher die wasserführenden Bereiche der Höhle systematisch. Die Tauchgänge lieferten neue Erkenntnisse über die tatsächliche Ausdehnung des Höhlensystems.
Weitere Forschungsarbeiten durch Mitglieder der Freiberger Höhlenforschergruppen sind für 1993 dokumentiert.
Radon, Schimmelpilze und Belüftung
Routinemäßige Probennahmen von Wasser, Boden und Luft zeigen eine natürlich bedingte, relativ hohe Radonkonzentration in der Höhle. Für kurze Besuche gilt diese als unbedenklich; Höhlenführer unterliegen jedoch einer regelmäßigen arbeitsmedizinischen Überwachung.
Um gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsstandards für Schauhöhlen zu erfüllen, wurde in den 1980er Jahren eine technische Bewetterung eingerichtet. Nachdem ab 1990 in den touristisch erschlossenen Bereichen in größerem Umfang Schimmelpilze und Flechten auftraten, wurde ab Sommer 1990 ein überarbeitetes Belüftungskonzept umgesetzt und die Besucherzahl begrenzt.
Besuchsgeschichte und Besucherzahlen
Im Jahr 1989 verzeichnete die Verwaltung 156.000 Besucher. Dieser Höchststand fiel zeitlich mit den Problemen durch biologischen Bewuchs zusammen, die danach zu einer Limitierung der Besucherzahl führten.

Besuch der Schauhöhle
Von den 550 Metern Gesamtlänge sind 350 Meter für Führungen geöffnet. Aktuelle Informationen zu Führungszeiten und Eintritt sind auf der offiziellen Website der Drachenhöhle Syrau zu finden.
Wegen der erhöhten Radonwerte ist die Besucherzahl reguliert. Für Tagesbesucher stellt die Radonexposition nach derzeitigem Kenntnisstand kein Gesundheitsrisiko dar.
Häufige Fragen
Wann wurde die Drachenhöhle Syrau entdeckt?
Die Höhle wurde am 14. März 1928 bei Steinbrucharbeiten vom Bruchmeister Ludwig Undeutsch entdeckt. Noch im selben Jahr, am 28. September 1928, öffnete sie für Besucher.
Wie lang ist die Drachenhöhle Syrau?
Die Gesamtlänge beträgt 550 Meter bei einer Tiefe von rund 15 Metern. Davon sind 350 Meter für Besucher zugänglich.
Ist die Radonbelastung in der Drachenhöhle Syrau gefährlich?
Die Höhle weist eine natürlich bedingte, relativ hohe Radonkonzentration auf. Für einen kurzen Besuch gilt sie als unbedenklich. Höhlenführer, die sich dauerhaft in der Höhle aufhalten, werden arbeitsmedizinisch überwacht.
Was ist die »Gardine« in der Drachenhöhle?
Die »Gardine« ist eine 50 Zentimeter lange Sinterfahne und eines der bekanntesten Gebilde der Höhle. Sie trägt ein Loch, das einem Pistolenschuss eines Sowjetsoldaten zugeschrieben wird.
Gibt es Unterwasserbereiche in der Drachenhöhle Syrau?
Ja, in den verschiedenen Sälen befinden sich mehrere miteinander verbundene Höhlenseen. Ab 1978 erkundeten Zwickauer Taucher diese Bereiche und gewannen dadurch neue Erkenntnisse über die Ausdehnung des Höhlensystems.
Warum wurden Schimmelpilze und Flechten in der Höhle nachgewiesen?
Ab 1990 wurden im touristisch erschlossenen Bereich in größerem Umfang Schimmelpilze und Flechten festgestellt. Als Reaktion darauf wurde ab Sommer 1990 ein neues Belüftungskonzept realisiert und die Zahl der Besucher begrenzt.
Unter welcher Nummer ist die Drachenhöhle im sächsischen Höhlenkataster eingetragen?
Die Drachenhöhle Syrau ist im sächsischen Höhlenkataster unter der Nummer 5438 EG-07 verzeichnet.
Quellen
- Wikipedia: Drachenhöhle Syrau — Faktengrundlage dieses Eintrags