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Dreidärrischenhöhle

Die Dreidärrischenhöhle – auch Siebenbrunnentalhöhle genannt – liegt im Siebenbrunnengraben am Osthang des Anningers auf dem Gemeindegebiet von Gaaden bei Gumpoldskirchen und gilt als die größte Höhle des Wienerwaldes. Ihre Ganglänge beträgt 230 Meter bei einem Höhenunterschied von 19 Metern.

Von 1926 bis 1939 war die Höhle eine elektrisch beleuchtete Schauhöhle; heute ist sie zum Schutz ihres Ökosystems versperrt und beherbergt mehrere gefährdete Fledermausarten.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Dreidärrischenhöhle
DreidaerrischenhoehleFoto: Mayer Bruno · CC BY-SA 3.0
Alternativer NameSiebenbrunnentalhöhle; historisch: Saulucke, Niklashöhle, Fuchsloch, Höhle bei den drei Därrücken
LageSiebenbrunnengraben, Osthang des Anningers, Gemeinde Gaaden (Gumpoldskirchen), Niederösterreich
Ganglänge230 Meter
Höhenunterschied19 Meter
TypNaturhöhle mit nachträglich eingebautem künstlichen Zugang und Stollen
Bedeutung regionalGrößte Höhle des Wienerwaldes
Schauhöhlenzeit1926–1939 (Eröffnung 23. August 1926)
StatusSeit 2000 versperrt; Pächter verantwortlich für Erhaltung und Ökoschutz
Vorgeschichtliche NutzungBelegt seit der Hallstattzeit (Opferstätte)
Schutzrelevante FaunaKleine Hufeisennase, Großes Mausohr, Mopsfledermaus, Zwergfledermaus (alle auf der Roten Liste)

Name und Lage

Der Name »Dreidärrischenhöhle« geht auf zwei konkurrierende Erklärungen zurück: Zum einen sollen drei bizarr geformte Felszacken oberhalb des Eingangs an versteinerte, tauben (»därrischen«) Menschen erinnern; zum anderen soll die Felswand rund um die Höhle kein Echo zurückwerfen.

Die Höhle liegt im Siebenbrunnengraben, der sich den Osthang des Anningers hinaufzieht. Verwaltungsrechtlich gehört das Gelände zur Gemeinde Gaaden bei Gumpoldskirchen in Niederösterreich.

Was ist die Dreidärrischenhöhle geologisch und wie ist sie aufgebaut?

Die Höhle erstreckt sich über eine Ganglänge von 230 Metern und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 19 Metern. Sie gliedert sich in mehrere Etagen; zu ihrem tiefsten Punkt wurde während des Zweiten Weltkriegs ein künstlicher Stollen vorgetrieben.

Für die Schauhöhlenperiode ab 1926 erhielt die Anlage einen künstlich geschaffenen Zusatzeingang und eine elektrische Beleuchtung; der Zugang war in Beton ausgeführt.

Vorgeschichte: Wie alt ist die Nutzung der Höhle?

Archäologische Grabungen belegen eine Nutzung bereits zur Hallstattzeit. Die Funde deuten dabei nicht auf Wohnnutzung hin, sondern auf den Gebrauch als Opferstätte für Erd- und Totenkulte.

Der einheimischen Bevölkerung war die Höhle mindestens seit dem 19. Jahrhundert bekannt, vermutlich noch früher.

Schauhöhle 1926–1939

Am 23. August 1926 wurde die Dreidärrischenhöhle als Schauhöhle eröffnet. Allein im ersten Monat kamen mehr als 5.000 Besucher, was Eintrittsgelder von 17 bis 19 Millionen Kronen einbrachte. Die Erschließung erfolgte durch die Stadt Mödling.

Ab 1927 stand vor dem natürlichen Höhleneingang auf einer künstlich aufgeschütteten Terrasse das sogenannte »Bergheim«, eine kleine Schutzhütte. Nach einem Rechtsstreit wurde sie 1935 geschlossen und brannte nach dem Zweiten Weltkrieg nieder.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs endete der Schauhöhlenbetrieb. Die Kaverne diente der Bevölkerung danach als Zufluchtstätte.

Jüngere Geschichte und heutiger Status

In den 1980er-Jahren verstürzte ein Teil der tiefer gelegenen Etage durch unautorisierte Grabungsarbeiten. Peter Pichler legte diesen Bereich kurz darauf wieder frei.

Seit dem Jahr 2000 ist die Höhle verschlossen. Robert Winkler hält den Pachtvertrag und ist darin verpflichtet, sowohl für den ökologischen Schutz als auch für die Instandhaltung der Absperrungen zu sorgen; die Einnahmen aus Führungen sind dafür vorgesehen. Naturschutzorganisationen hatten die Sperrung gefordert, um das empfindliche Höhlenökosystem zu erhalten.

Welche Fledermäuse leben in der Dreidärrischenhöhle?

Die Höhle bietet mehreren Fledermausarten Unterschlupf und Rückzugsraum, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen: Kleine Hufeisennase, Großes Mausohr, Mopsfledermaus und Zwergfledermaus wurden hier nachgewiesen.

Der Rückgang der Kleinen Hufeisennase verdeutlicht die Gefährdungssituation: 1944 wurden noch 50 Exemplare gezählt, 2001 waren es nur noch drei.

Besuch und Zugang

Seit 2000 ist die Höhle für den freien Zugang gesperrt. Führungen können mit dem Höhlenpächter frei vereinbart werden. Aktuelle Informationen sind über die Webseite muemoe.at abrufbar.

Die Höhle liegt im Siebenbrunnengraben, erreichbar von Gumpoldskirchen aus über den Osthang des Anningers.

Häufige Fragen

Wo liegt die Dreidärrischenhöhle genau?

Die Höhle befindet sich im Siebenbrunnengraben am Osthang des Anningers auf dem Gemeindegebiet von Gaaden bei Gumpoldskirchen in Niederösterreich. Sie ist über Wanderwege vom Ort Gumpoldskirchen aus erreichbar.

Wie groß ist die Dreidärrischenhöhle?

Die Ganglänge beträgt 230 Meter. Der Höhenunterschied zwischen dem höchsten und dem tiefsten Punkt der natürlichen Gänge beläuft sich auf 19 Meter. Sie ist damit die größte Höhle des Wienerwaldes.

Kann man die Dreidärrischenhöhle besichtigen?

Seit dem Jahr 2000 ist die Höhle versperrt. Führungen können mit dem Höhlenpächter individuell vereinbart werden. Aktuelle Informationen bietet die Seite muemoe.at.

Woher stammt der ungewöhnliche Name »Dreidärrischenhöhle«?

Es gibt zwei Erklärungen: Entweder erinnern drei markante Felszacken oberhalb des Eingangs an taube (»därrische«) Menschen, oder die Felswand um die Höhle soll kein Echo erzeugen. Historisch war die Höhle auch unter den Namen Saulucke, Niklashöhle und Fuchsloch bekannt.

Wie alt ist die Nutzungsgeschichte der Höhle?

Grabungen haben eine Nutzung seit der Hallstattzeit belegt. Damals diente die Höhle nicht als Wohnraum, sondern als Opferstätte für Erd- und Totenkulte. Der einheimischen Bevölkerung war sie mindestens seit dem 19. Jahrhundert bekannt.

Warum wurde die Höhle gesperrt?

Naturschutzorganisationen forderten die Sperrung, um das empfindliche Ökosystem der Höhle zu schützen. Ein konkreter Auslöser war auch der starke Rückgang der Kleinen Hufeisennase: Von 50 beobachteten Tieren im Jahr 1944 blieben bis 2001 nur noch drei übrig.

War die Dreidärrischenhöhle früher eine Schauhöhle?

Ja, von 1926 bis 1939 war sie als Schauhöhle geöffnet. Mit elektrischer Beleuchtung und einem künstlichen Zusatzeingang ausgestattet, verzeichnete sie allein im ersten Monat nach der Eröffnung am 23. August 1926 mehr als 5.000 Besucher.

Welche Fledermausarten wurden in der Dreidärrischenhöhle beobachtet?

Nachgewiesen wurden Kleine Hufeisennase, Großes Mausohr, Mopsfledermaus und Zwergfledermaus – allesamt Arten, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen. Die Höhle gilt als wichtiges Rückzugs- und Überwinterungsquartier für diese Tiere.

Quellen

  1. Wikipedia: Dreidärrischenhöhle — Faktengrundlage dieses Eintrags