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Teufelshöhle bei Pottenstein

Die Teufelshöhle ist eine natürliche Karsthöhle nahe der oberfränkischen Stadt Pottenstein im Landkreis Bayreuth. Mit einer Gesamtlänge von rund 3000 Metern ist sie die größte der etwa 1000 Höhlen in der Fränkischen Schweiz und gilt als eine der besucherstärksten Schauhöhlen Europas.

Das markante Eingangsportal – 25 Meter breit und 14 Meter hoch – liegt auf etwa 400 Meter über Normalnull im engen Tal des Weihersbachs, rund zwei Kilometer südlich von Pottenstein. Die heutige Höhle wurde maßgeblich zwischen 1922 und 1931 erschlossen und an Pfingsten 1931 vollständig für Besucher freigegeben.

Redaktion ANTIBERGStand: 14. Oktober 2026
Teufelshöhle bei Pottenstein
Teufelshoehle Pottenstein 003Foto: Janericloebe · Public domain
TypNatürliche Karsthöhle (Tropfsteinhöhle, Sekundärhöhle)
LageLandkreis Bayreuth, Bayern; Weihersbach-Tal, ca. 400 m ü. NN
GesteinFrankendolomit (Malm Delta, Jura)
Gesamtlängeca. 3000 m (inkl. Seitengänge, Stollen, Förderschächte)
Schauhöhlenteilca. 1700 m gesamt, davon ca. 800 m bei Führungen begehbar
Stockwerke3 Stockwerke, Grundfläche des Höhlensystems ca. 200 × 200 m
Erschließung1922 Durchbruch der Abschlusswand durch Hans Brand; Freigabe Pfingsten 1931
BetreiberZweckverband Teufelshöhle
BesucherzahlMehr als 140.000 Besucher pro Jahr
Kataster-Nr.D 95 (Höhlenkataster Fränkische Alb); Geotop-Nr. 472H008 (Bayer. Landesamt für Umwelt)

Lage und Zugang

Die Teufelshöhle liegt annähernd in der Mitte zwischen Nürnberg und Bayreuth am westlichen Steilhang des Weihersbachtals, etwa zwei Kilometer südlich von Pottenstein und nahe der Schüttersmühle. Das Eingangsportal, eines der größten Höhleneingänge Deutschlands, ist bereits seit langer Zeit bekannt.

Das Portal war ursprünglich nach etwa 85 Metern durch eine Versturzmasse abgeschlossen und wurde unter dem Namen Teufelsloch geführt. Erst die Erschließungsarbeiten ab 1922 legten die dahinter liegenden Höhlenteile frei.

Geschichte der Erschließung

1922 durchbrach Hans Brand, ein Geologe und Bergbauingenieur aus Bayreuth, die rund neun Meter dicke Versturzwand am Ende des Teufelslochs. Dahinter fanden sich ausgedehnte, tropfsteingeschmückte Höhlenräume, die bis August 1923 gangbar gemacht und vorläufig für Besucher freigegeben wurden.

In einer zweiten Erschließungsphase wurden ab 1923 innerhalb von acht Jahren weitere Höhlenräume aufgefahren. Bergmännisch angelegte Stollen von insgesamt rund 300 Metern Länge verbanden die einzelnen Abschnitte miteinander. An Pfingsten 1931 öffnete die vollständig erschlossene Teufelshöhle erstmals regulär für das Publikum.

Teufelshöhle bei Pottenstein
Teufelshoehle Pottenstein 010Foto: Janericloebe · Public domain

Geologie und Entstehung

Die Höhle liegt im Frankendolomit, dem Malm Delta des Juras, einem für die Fränkische Schweiz typischen Karstgestein. Kohlensäurehaltiges Sickerwasser löste über lange Zeiträume Kalk und Dolomit auf; die dabei entstehenden Klüfte und Spalten weiteten sich zu großen Hohlräumen. Das Weihersbachtal und die Teufelshöhle bildeten sich überwiegend in den letzten 2,5 Millionen Jahren.

Als das Weihersbachtal sich vertiefte, sank der Grundwasserspiegel, und die Hohlräume trockneten aus. Seitdem prägen Raumerweiterungen durch Versturz sowie Tropfsteinablagerungen das Bild der Höhle. Weil sie erst nach der Gesteinsbildung entstand, wird sie als Sekundärhöhle eingestuft. Bemerkenswert ist das Vorkommen von Höhlenlehm mit hohem Eisengehalt. Die Verkarstung ist bis heute nicht abgeschlossen.

Höhlensystem und Hohlräume

Das Höhlensystem erstreckt sich über drei Stockwerke bei einer Grundfläche von rund 200 × 200 Metern. Zum System gehören neben dem Eingangsbereich das ehemalige Große Teufelsloch, das Kleine Teufelsloch sowie der Brennnesselbau, der talseits einen ausgegrabenen Ausgang besitzt.

Drei große Hallen prägen den Führungsbereich: Der Kuppelsaal – das frühere Große Teufelsloch – hat eine Grundfläche von etwa 100 Quadratmetern und eine Höhe von mehr als zehn Metern bei 15 Metern Felsdecke darüber. Der Barbarossadom misst etwa 45 × 18 Meter bei bis zu 18 Metern Höhe; die Felsdecke darüber ist 52 Meter mächtig. Der Riesensaal als größter Raum erreicht rund 30 × 16 Meter Grundfläche und 13 Meter Höhe, überwölbt von 45 Metern Fels.

Die Hallen sind durch bei der Erschließung bergmännisch angelegte, enge Stollen miteinander verbunden. Der Führungsteil durchquert alle drei Stockwerke; die begehbare Grundfläche beträgt dort rund 100 × 100 Meter.

Teufelshöhle bei Pottenstein
Teufelshoehle Pottenstein 007Foto: Janericloebe · Public domain

Tropfsteinschmuck

Die Teufelshöhle besitzt reichen Tropfsteinschmuck mit stattlichen Stalagmiten und Stalaktiten. Die Bildung dieser Sekundärminerale begann, nachdem die Hohlräume vom Grundwasser freigelegt worden waren, und setzt sich bis in die Gegenwart fort.

Sondernutzungen

Seit 1986 betreibt ein Therapiezentrum in einem Seitenstollen der Höhle Speläotherapie-Kuren. Die gleichmäßige Höhlenatmosphäre wird dabei therapeutisch genutzt. Das Angebot ist in das Therapiezentrum Teufelshöhle eingebunden.

In einem weiteren Seitenteil unterhält die Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken e. V. seit 1970 das einzige Höhlenlabor Deutschlands. Messeinrichtungen befinden sich unter anderem in den Stollen des Brennnesselbaus.

Seit 1994 findet in der Eingangshöhle mehrmals im Sommer die Veranstaltungsreihe »Kultur in der Teufelshöhle« statt. Die Teufelshöhle ist zudem Mitglied der Erlebniswelt Jurahöhle.

Teufelshöhle bei Pottenstein
Teufelshoehle Pottenstein 004Foto: Janericloebe · Public domain

Besuch und Betrieb

Betrieben wird die Teufelshöhle vom Zweckverband Teufelshöhle. Mit mehr als 140.000 Besuchern jährlich zählt sie zu den besucherstärksten Schauhöhlen in Europa; in Deutschland weist lediglich die Atta-Höhle in Attendorn vergleichbare Zahlen auf.

Der für Führungen zugängliche Abschnitt beträgt rund 800 Meter. Aktuelle Führungszeiten, Eintrittspreise und Sonderveranstaltungen sind auf der offiziellen Website des Zweckverbands Teufelshöhle abrufbar.

Schutzstatus und Dokumentation

Das Bayerische Landesamt für Umwelt führt die Teufelshöhle als Geotop unter der Nummer 472H008. Im Höhlenkataster Fränkische Alb, der mehr als 3500 Höhlen auf 6400 Quadratkilometern verzeichnet, ist sie unter der Nummer D 95 eingetragen; die benachbarte Kleine Teufelshöhle trägt die Nummer D 148.

Häufige Fragen

Wo liegt die Teufelshöhle bei Pottenstein genau?

Die Höhle liegt im westlichen Steilhang des Weihersbachtals, rund zwei Kilometer südlich von Pottenstein, nahe der Schüttersmühle, auf etwa 400 Meter über Normalnull. Sie befindet sich im Landkreis Bayreuth, annähernd zwischen Nürnberg und Bayreuth.

Wie lang ist die Teufelshöhle und wie viel davon kann man besichtigen?

Das gesamte Höhlensystem einschließlich Seitengängen, Stollen und Förderschächten erstreckt sich über rund 3000 Meter. Der Schauhöhlenteil umfasst etwa 1700 Meter, wovon bei regulären Führungen rund 800 Meter begangen werden.

Wann wurde die Teufelshöhle entdeckt und erschlossen?

Das Eingangsportal war schon lange bekannt und wurde Teufelsloch genannt. 1922 durchbrach der Geologe und Bergbauingenieur Hans Brand aus Bayreuth die Versturzwand am Ende des Teufelslochs und legte die tropfsteingeschmückten Höhlenteile frei. Nach weiteren Erschließungsarbeiten über acht Jahre wurde die Höhle an Pfingsten 1931 vollständig für Besucher freigegeben.

In welchem Gestein liegt die Teufelshöhle?

Die Teufelshöhle befindet sich im Frankendolomit, dem Malm Delta des Juras. Dieser Kalk- und Dolomitstein wurde von kohlensäurehaltigem Wasser ausgelaugt, wodurch die heutigen Hohlräume entstanden.

Welche großen Hallen gibt es in der Teufelshöhle?

Im Führungsbereich liegen drei markante Hohlräume: der Kuppelsaal (rund 100 m² Grundfläche, über 10 m hoch), der Barbarossadom (ca. 45 × 18 m, bis 18 m hoch) und der Riesensaal als größter Raum (ca. 30 × 16 m, 13 m hoch). Die Hallen sind durch bergmännisch angelegte Stollen verbunden.

Gibt es in der Teufelshöhle wissenschaftliche oder therapeutische Einrichtungen?

Seit 1970 unterhält die Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken e. V. in einem Seitenteil das einzige Höhlenlabor Deutschlands. Seit 1986 wird in einem Seitenstollen Speläotherapie angeboten, also Heilkuren unter Nutzung des Höhlenklimas.

Wer betreibt die Teufelshöhle und wie viele Besucher kommen jährlich?

Betreiber ist der Zweckverband Teufelshöhle. Jährlich besuchen mehr als 140.000 Personen die Höhle, womit sie zu den besucherstärksten Schauhöhlen Europas zählt. In Deutschland erreicht nur die Atta-Höhle in Attendorn ähnliche Besucherzahlen.

Ist die Teufelshöhle als Naturdenkmal oder Geotop ausgewiesen?

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat die Teufelshöhle als Geotop unter der Nummer 472H008 ausgewiesen. Im Höhlenkataster Fränkische Alb ist sie unter D 95 registriert.

Quellen

  1. Wikipedia: Teufelshöhle bei Pottenstein — Faktengrundlage dieses Eintrags