Fränkische Schweiz
Die Fränkische Schweiz ist eine Tourismusregion im nördlichen Teil der Fränkischen Alb in Oberfranken (Bayern). Sie erstreckt sich über Teile der Landkreise Bamberg, Bayreuth und Forchheim und gehört zur Metropolregion Nürnberg. Charakteristisch sind markante Kalk- und Dolomitfelsen, tief eingeschnittene Flusstäler, eine hohe Höhlendichte sowie zahlreiche Burgen und Ruinen.
Im engeren Sinne umfasst die Fränkische Schweiz das Einzugsgebiet der Wiesent. Im weiteren Sinne wird das Gebiet begrenzt durch den Main im Norden, die Regnitz im Westen und die Pegnitz im Osten sowie durch die Bundesautobahnen 70, 9 und 73.

| Lage | Oberfranken (Bayern), nördlicher Teil der Fränkischen Alb |
| Kerngebiet | Einzugsgebiet der Wiesent |
| Landkreise | Bamberg, Bayreuth, Forchheim (sowie weitere in der Tourismusabgrenzung) |
| Gemeinden (Tourismusregion) | 69 Gemeinden in fünf Landkreisen, darunter alle 29 des Landkreises Forchheim |
| Gestein | Kalk- und Dolomitgesteine des Weißen Jura (ca. 161–150 Mio. Jahre alt) |
| Naturraum | Zentrum der Nördlichen Frankenalb, Kernbereich: Wiesent-Alb, Heiligenstädter Flächenalb, Hollfelder Mulde, Doggersandstein-Alb |
| Früherer Name | Muggendorfer Gebürg / Muggendorfer Gebirge |
| Regionalmuseum | Fränkische Schweiz-Museum, Tüchersfeld (Judenhof unterhalb zweier Felstürme) |
| Bekannte Orte | Pottenstein, Gößweinstein, Muggendorf, Ebermannstadt, Streitberg, Egloffstein, Waischenfeld |
Geografie und Abgrenzung
Die Fränkische Schweiz liegt im nördlichen Teil der Fränkischen Alb und wird im Norden durch das Obermainland, im Osten durch den Raum Bayreuth, im Süden durch Erlangen und im Westen durch Forchheim begrenzt; Bamberg liegt im Nordwesten.
Das eigentliche Kerngebiet entspricht dem Einzugsgebiet der Wiesent. In der Abgrenzung des Bayerischen Landesamts für Statistik umfasst die Tourismusregion 69 Gemeinden in fünf Landkreisen, darunter sämtliche 29 Gemeinden des Landkreises Forchheim.
Zu den bekanntesten Orten der Region zählen Pottenstein, Gößweinstein, Muggendorf, Ebermannstadt, Streitberg, Egloffstein und Waischenfeld.
Geologie und Entstehung
Im Weißen Jura, vor etwa 161 bis 150 Millionen Jahren, lag Süddeutschland unter einem Flachwassermeer. Durch stetige Absenkung der Erdkruste wurden mächtige Kalk- und Dolomitfolgen am Meeresgrund abgelagert, die heute das Erscheinungsbild der Fränkischen Schweiz prägen. In diesen geschichteten Kalksteinen finden sich zahlreiche Fossilien, vor allem Ammoniten.
Gegen Ende des Oberen Jura hoben sich die Schichten der europäischen Kontinentalplatte, das Meer zog sich zurück. Zu Beginn der Kreidezeit herrschte tropisches Klima, das zu intensiver Verwitterung der Kalk- und Dolomitgesteine führte. In der Oberkreide drang das Meer erneut in das Gebiet vor.
Im Tertiär bewirkte eine regionale Hebung einen weiteren Meeresrückzug und legte die Juralandschaft teilweise frei. Das Ergebnis ist eine typische Karstlandschaft mit tief eingeschnittenen Flusstälern, trockenen Hochflächen und markanten Felsformationen.

Naturräumliche Gliederung
Naturräumlich liegt die Fränkische Schweiz im Zentrum der Nördlichen Frankenalb. Das Kerngebiet wird von vier Naturräumen abgedeckt: der Wiesent-Alb, der Heiligenstädter Flächenalb, der Hollfelder Mulde und der Doggersandstein-Alb.
Als Randgebiete gelten die Naturräume Gräfenberger Flächenalb, Pegnitz-Kuppenalb, Veldensteiner Forst und Weismain-Alb.
Benennung und Geschichte des Namens
Ältere Bezeichnungen der Region waren Muggendorfer Gebürg bzw. Muggendorfer Gebirge. Als erste bekannte Reisende in der Zeit der Romantik gelten die Berliner Studenten Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder, die in Erlangen Jura studierten; ihr Bericht von 1793 weckte überregionales Interesse an der Gegend.
Der Begriff »Fränkische Schweiz« taucht erstmals 1807 im Reisebericht des Erlanger Gelehrten Johann Christian Fick auf. Als eigenständige Landschaftsbezeichnung setzte sich der Name durch Jakob Reiselsbergers Buch »Die kleine Schweiz« (1820) und Joseph Hellers »Muggendorf und seine Umgebung oder die Fränkische Schweiz« (1829) durch.
Im 19. Jahrhundert war »Schweiz« ein verbreitetes Benennungsmuster für Landschaften mit Bergen, Tälern und Felsen — vergleichbar mit Sächsischer Schweiz, Märkischer Schweiz, Mecklenburgischer Schweiz oder Holsteinischer Schweiz.

Tourismus und Geschichte der Erschließung
Der organisierte Tourismus in der Fränkischen Schweiz begann zu Anfang des 19. Jahrhunderts, ausgehend von Muggendorf. Im benachbarten Streitberg wurden Molkekuren angeboten. Wesentliche Impulse für die touristische Entwicklung gingen von den Höhlen der Region aus.
Die Fränkische Schweiz gilt als eine der ältesten Urlaubsregionen Deutschlands. Zu den frühen Besuchern zählten Karl Immermann und Richard Wagner; Ernst Moritz Arndt und Joseph Victor von Scheffel bezeichneten die Region als »Schlupfwinkel des deutschen Gemüts«.
Regionales Museum
Das Fränkische Schweiz-Museum in Tüchersfeld versammelt umfangreiche regionale Sammlungen und ist die zentrale Informationsquelle zur Geschichte und Natur der Region. Es ist im sogenannten Judenhof untergebracht, der sich unterhalb zweier steil aufragender Felstürme befindet.

Wirtschaftliche und administrative Zusammenschlüsse
Im Rahmen der integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) bilden 18 Gemeinden aus zwei Landkreisen die Region Wirtschaftsband A 9 Fränkische Schweiz. Diese Kooperation orientiert sich an der Bundesautobahn 9, die den östlichen Rand der Region markiert.
Häufige Fragen
Wo liegt die Fränkische Schweiz genau?
Die Fränkische Schweiz liegt in Oberfranken (Bayern) und bildet den nördlichen Teil der Fränkischen Alb. Im Kern entspricht sie dem Einzugsgebiet der Wiesent; sie erstreckt sich über Teile der Landkreise Bamberg, Bayreuth und Forchheim.
Welche Orte gehören zur Fränkischen Schweiz?
Zu den bekanntesten Orten zählen Pottenstein, Gößweinstein, Muggendorf, Ebermannstadt, Streitberg, Egloffstein und Waischenfeld. In der amtlichen Tourismusabgrenzung des Bayerischen Landesamts für Statistik umfasst die Region insgesamt 69 Gemeinden in fünf Landkreisen.
Wie entstand der Name »Fränkische Schweiz«?
Die Bezeichnung erscheint erstmals 1807 im Reisebericht des Erlanger Gelehrten Johann Christian Fick. Als eigenständige Landschaftsbezeichnung etablierte sie sich durch Veröffentlichungen von Jakob Reiselsberger (1820) und Joseph Heller (1829). Zuvor hieß die Gegend Muggendorfer Gebürg.
Was ist geologisch besonders an der Fränkischen Schweiz?
Das Gebiet ist geprägt von Kalk- und Dolomitgesteinen des Weißen Jura, die vor 161 bis 150 Millionen Jahren am Boden eines Flachmeeres abgelagert wurden. Die daraus entstandene Karstlandschaft zeichnet sich durch tief eingeschnittene Flusstäler, trockene Hochflächen, Höhlen und markante Felsformationen aus. In den Kalksteinen finden sich häufig Fossilien, besonders Ammoniten.
Wann begann der Tourismus in der Fränkischen Schweiz?
Der Tourismus setzte zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein, zunächst in Muggendorf und Streitberg, wo Molkekuren angeboten wurden. Ausschlaggebend für die frühe Bekanntheit waren die Höhlen der Region. Die Fränkische Schweiz gilt als eine der ältesten Urlaubsregionen Deutschlands.
Wo kann man sich vor Ort über die Region informieren?
Das Fränkische Schweiz-Museum in Tüchersfeld bietet umfangreiche regionale Sammlungen zur Geschichte, Natur und Kultur der Region. Es ist im Judenhof untergebracht, einem Gebäudeensemble unterhalb zweier markanter Felstürme.
Welche Naturräume umfasst die Fränkische Schweiz?
Das Kerngebiet liegt innerhalb der Naturräume Wiesent-Alb, Heiligenstädter Flächenalb, Hollfelder Mulde und Doggersandstein-Alb. Als Randgebiete zählen Gräfenberger Flächenalb, Pegnitz-Kuppenalb, Veldensteiner Forst und Weismain-Alb dazu.
Quellen
- Wikipedia: Fränkische Schweiz — Faktengrundlage dieses Eintrags